Geschichte des Deutschen Ingenieurtags

Für mehr Technikakzeptanz in der Gesellschaft

In diesem Jahr findet der 26. Deutsche Ingenieurtag statt. Wir haben einen Blick zurück geworfen auf die Geschichte des höchsten Gremiums im VDI: Wie wurde der DIT zu dem, was er heute ist?

1960 fand in Hamburg der erste Deutsche Ingenieurtag statt, der damit die regelmäßigen Hauptversammlungen des Vereins ablöste. Alle zwei Jahre gab es seither eine Veranstaltung, die immer stärker auch einen öffentlichen Charakter bekam.

Technik-Diskussionen in der Öffentlichkeit

Der wirtschaftliche und soziale Aufschwung in den 50er und 60er Jahren zog immer stärker eine durchaus kritische Reflexion des technischen Fortschritts in der breiten Öffentlichkeit nach sich. Besonders die neuen Großtechnologien verursachten eine teils stark emotionalisierte Diskussion über den technischen Fortschritt. Der VDI sah es als seine Aufgabe im Rahmen der technisch-wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit, die Öffentlichkeit sachlich und offen über die Möglichkeiten und auch Grenzen der technischen Entwicklung zu informieren. Denn damals wie heute gilt es, eine für die wirtschaftliche Entwicklung notwendige Technikakzeptanz in der Gesellschaft zu schaffen.Bild: Thomas Ernsting / LAIF

Ingenieure in die Diskussion einbeziehen

Für eine sinnvolle Diskussion über technische Themen in der Öffentlichkeit war und ist es natürlich zwingend nötig, die Ingenieure und ihre Fachkompetenz einzubeziehen. Der VDI hat dabei auch schon früh erkannt, dass dadurch auch die Ingenieure die Möglichkeit erhalten, gesellschaftliche Zusammenhänge in ihre fachliche Arbeit mit einzubeziehen.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurden die Deutschen Ingenieurtage mehr und mehr zu wissenschaftlichen Kongressen, die sich nicht nur an VDI-Mitglieder und Ingenieure wendeten. Der DIT bekam die Aufgabe zugeschrieben, nicht nur den neuesten Stand der Technik zugänglich zu machen, sondern auch den Ingenieuren ihre Rolle als „Technik-Erklärer“ für die Öffentlichkeit vor Augen zu führen.

Interdisziplinärer Dialog damals wie heute wichtig

Das ist bis heute so geblieben: Das Thema des Deutschen Ingenieurtags 2013 lautet „Infrastruktur der Zukunft. Menschen sinvoll vernetzen“. Angesichts der großen Diskussion um Stuttgart 21, den Berliner Flughafen und andere ausufernde Großprojekte in Deutschland wird deutlich, dass der schon damals geforderte interdisziplinäre Dialog nichts von seiner Wichtigkeit eingebüßt hat. Der VDI will damals wie heute seinen Teil dazu beitragen.

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