Interview mit Fritz Mielert

„Sauber, transparent, demokratisch und ohne Hinterzimmergespräche“

Wir haben mit Fritz Mielert, Gründer einer der wichtigsten Gruppierungen im Protest gegen Stuttgart 21, über Großprojekte gesprochen.

Bild: privat

Foto: dpa

„Infrastruktur der Zukunft – Menschen sinnvoll vernetzen“ lautet das Motto des Deutschen Ingenieurtags am 14. Mai. Dort werden unter anderem Vertreter der verschiedenen Interessengruppen darüber diskutieren, wie man notwendige Infrastrukturprojekte, wie etwa Stuttgart 21, künftig erfolgreicher gestalten kann. Einer der Diskussionsteilnehmer ist Fritz Mielert. Er ist Geschäftsführer des Bürgerprojekts „Die AnStifter“ in Stuttgart. Davor betreute er beim Online-Netzwerk „Campact – Demokratie in Aktion“ Projekte im Spektrum zwischen Energiewende und Vorratsdatenspeicherung und baute die „Parkschützer“ als eine der wichtigsten Gruppierungen im Protest gegen Stuttgart 21 auf. Wir haben ihn im Vorfeld des DIT schon einmal zum Thema Großprojekte interviewt.

Herr Mielert, womit beschäftigen Sie sich so täglich?
Als Geschäftsführer der AnStifter koordiniere ich verschiedenste zivilgesellschaftliche Projekte und berate Gruppen und Einzelpersonen bei ihrem Engagement. Momentan umfasst dies z.B. Projekte wie den 10. Mai (Veranstaltungen zu 80 Jahre Bücherverbrennungen am 10.5.1933) und eine möglich Kampagne zur Krise um Nordkorea.

Was ist das größte Projekt an dem Sie beteiligt waren?
Ich habe ab 2010 maßgeblich mit den Parkschützern eine der wichtigsten Gruppierung im Protest gegen Stuttgart 21 aufgebaut und zwei Jahre lang an einflussreicher Position mitgewirkt.

Was ist bei großen Projekten erfolgsentscheidend?
Ein positives Image in der Bevölkerung – nicht nur bei den Entscheidungstragenden. Außerdem eine solide, nicht politisch beeinflusste Kalkulation, ein in die Zeit passendes Konzept (Ideen können sich totlaufen). Und nicht zu vergessen: Sinn.

Was sind Warnsignale, an denen man erkennt, es gibt Sand im Getriebe?
Das wichtigste Warnsignal ist, wenn kritische Stimmen mit fundierten Argumenten von den Entscheidungstragenden nicht gehört werden. Ein weiteres Signal, das nicht überhört werden sollte, sind Interessen, die nicht klar kommuniziert werden.

Gibt es ein Traumprojekt, das Sie gerne mal realisieren würden?
Ein Projekt mit breiter Akzeptanz kann in der Regel gestalterisch oder ingenieurtechnisch kein Traum einer einzelnen Person sein, da demokratische Prozesse immer zu Kompromissen führen.
Für mich stehen die Prozesse hinter einem Projekt im Vordergrund. Mein Traumprojekt hat dementsprechend keine Form – auch wenn ich studierter Architekt bin – es ist aber sauber, transparent, demokratisch und ohne jegliche Machenschaften und Hinterzimmergespräche zustande gekommen und ist für eine maximal große Bevölkerungsgruppe sinnvoll.

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