Vorhersage mit Wetterradar

Frühzeitige Warnung vor der Flut

Die Erfassung von Niederschlagsgebieten und eine möglichst kurzfristige Vorhersage von Regenfällen gewinnen vor dem Hintergrund der massiven Überflutungen und den damit verbundenen Problemen für zivile Versorgung und Infrastruktur an Bedeutung.

Bild: Hagen, DLRBodengebundene Fernmessung des Niederschlags mit Wetterradar (Bild: Hagen, DLR)

Bodengebundene Fernmessung des Niederschlags mit Wetterradar (Bild: Hagen, DLR)

Die Fernerkundung der Atmosphäre mittels Radar nimmt einen zunehmend wichtigen Platz unter den meteorologischen Messmethoden ein. Die Radartechnologie ermöglicht die Erfassung von Niederschlagsgebieten über große Flächen in Echtzeit. Die ermittelten Radardaten ergänzen dabei das konventionelle Bodenniederschlagsmessnetz und führen so zu deutlich präzisieren flächenhaften Messungen. Durch die große Datendichte wird darüber hinaus eine quantitative Niederschlagsvorhersage über bis zu zwei Stunden möglich. Somit können rechtzeitige Warnungen z. B. vor Starkniederschlag oder Hagel für Luft- und Seefahrt, Baustellen oder Open-Air-Veranstaltungen ausgegeben werden.

Radar-Niederschlagsdaten liefern aber auch flächendeckend wichtige Hinweise zur Einschätzung der Hochwasserlage. Die Daten können in hydrologische Gebietsmodelle integriert werden und bilden so einen wichtigen Bestandteil der Hochwasservorhersage. Sie helfen zudem beim operationellen Hochwassermanagement wie beispielsweise bei Hochwasserwarnungen, der Steuerung von Rückhaltebecken sowie Talsperren oder bei der Deichverteidigung. Durch Kopplung mit numerischen Wettervorhersagemodellen ist auch eine Vorhersage der Abflussentwicklung möglich. Das Wetterradar leistet also einen wichtigen Beitrag bei der Durchführung der Warnaufgaben im Katastrophenschutz und trägt zu der Reduzierung von Schäden bei.

Die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN veröffentlicht übrigens im August mit der VDI 3786 Blatt 20 eine neue Richtlinie zum Einsatz von Wetterradarsystemen und veranstaltet gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium im Oktober ein Expertenforum zum Thema Wetterradarsysteme in Bonn.

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