MINTalente stellen sich vor

Appetit auf Chemie!

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – für Frauen die Chance zu zeigen, was sie können. Role Models des VDI-Projekts MINTalente stellen ihre Lebenswege vor.

Ob Fleisch, Fisch, Obst oder Süßigkeiten: Kein Tag vergeht, an dem wir nicht essen. Doch was nehmen wir da eigentlich zu uns? Können wir davon ausgehen, dass unsere Nahrung frei von chemischen Rückständen ist? Und dass die Produktion so hygienisch verlaufen ist, wie sie sollte?

Bild: Laurentiu Iordache – Fotolia.com

Verläuft die Lebensmittelproduktion so wie sie soll? Nur eines von vielen Kriterien, die der TÜV Rheinland überprüft. (Bild: Laurentiu Iordache – Fotolia.com)

Hier kommt der TÜV Rheinland ins Spiel – und Melanie Bauermann. Die 42-Jährige staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin leitet das Geschäftsfeld Food des Kölner Prüfdienstleisters. Zudem ist sie Sachverständige Lebensmittelprüfung und Zertifizierung und Sachverständige der Industrie und Handelskammer.

Klingt zunächst kompliziert. Aber bis ein Lebensmittel im Supermarkt verkauft werden darf, geht es durch viele Hände und Labore – und eben auch durch die Hände von Melanie Bauermann. Hört sich nach viel Arbeit an. „Ist es auch!“, sagt Melanie Bauermann und erklärt im Interview, warum Lebensmittelchemie trotzdem spannend, kreativ und hochinteressant ist.

Bild: privat

Melanie Bauermann

Wie kamen Sie zum Projekt MINTalente?
Der Bereich Personalmarketing vom TÜV Rheinland hat mir das Projekt präsentiert, daraufhin habe ich gerne zugesagt mitzumachen.

Was interessiert Sie an der Arbeit als Role Model?
Der Beruf des Chemikers ist generell mehr auf Männer fokussiert und ausgerichtet. Das fängt bereits in der Schule an, da der Chemieunterricht oft sehr trocken und rechnerisch ausgelegt wird, so dass der kreative Teil, der wiederum eher von Schülerinnen angenommen wird, in den Hintergrund gestellt wird. Dabei gibt es zahlreiche spannende Versuche, die auch Schülerinnen interessieren könnten.

Den Studiengang Lebensmittelchemie bekommt man nur selten präsentiert. In den Berufsberatungsstellen in den Abiturjahrgängen findet oftmals nur eine Präsentation des klassischen Studienganges Diplomchemie statt. Dabei zweigen hiervon andere, auch für weibliche Studienanwärter interessante Studienzweige, wie z.B. Lebensmittelchemie oder Biochemie ab.

Beschreiben Sie kurz den Moment in dem Sie gewusst haben, dass Sie Lebensmittelchemikerin werden wollte.
Auch ich habe über diesen Beruf nur über Umwege und mehr oder weniger Zufall erfahren. Nach meinem Abitur habe ich erst eine Ausbildung als Laborantin gemacht. Als ich dann in einer Kuvertüren- und Marzipanfabrik im hausinternen Betriebslabor gearbeitet habe, lernte ich dort den zuständigen Lebensmittelchemiker der Firma kennen. Ich fand seine Arbeit hochinteressant und habe mich daraufhin direkt an der Universität Bonn eingeschrieben und einen Studienplatz bekommen.

Was ist die klassische Frage, mit der Mädchen und junge Frauen auf Sie zukommen?
Ist das Studium schwer und trocken?

Welchen Tipp geben Sie jungen Frauen?
Durchhalten! Die ersten vier Semester sind reine Diplomchemie und sehr trocken, zumal viel Stoff an Mathematik und Physik hinzukommt. Aber unter den vielen männlichen Kommilitonen hat man als junge Frau auch Vorteile. Ab dem Vordiplom Chemie geht es über in die reine Lebensmittelchemie und dann wird es richtig interessant!

Wie kommt man mit Ihnen in Kontakt?
Gerne über den TÜV Rheinland in Verbindung mit dem Projekt MINTalente.

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