Als Neuling bei der Formula Student Germany

Vorfreude auf den „Hütchenwald“

Heute in einer Woche startet am Hockenheimring die Formula Student Germany 2013. Wir begleiten Tim Kayser, Mitglied im Braunschweiger Lions Racing Team und Vorstandsmitglied der VDI Studenten und Jungingenieure, bei seiner ersten Teilnahme bei der FSG. Und bereits jetzt wird eins sehr deutlich: Die Vorfreude ist riesengroß!

Bild: Lions Racing TeamLions_Racing_Team

Große Vorfreude herrscht im Lions Racing Team Braunschweig: Nur noch eine Woche bis zur FSG!

Bild: privatTim_Kayser

Tim Kayser

Tim, wie lief die Vorbereitung bei Euch im Team?
Im Großen und Ganzen lässt sich festhalten, dass die Vorbereitungen sehr gut verlaufen sind, insbesondere im Bereich der statics. All unsere eingereichten Reports sind zufriedenstellend bei der FSG hochgeladen worden und bis auf ein paar kleinere Punkte wurde nichts seitens der FSG beanstandet. Seit dem „Vehicle Status Video“ upload sind wir uns ebenso sicher, dass wir mit einem fahrenden Auto nach Hockenheim reisen werden, um uns dort sowohl in denstatic als auch den dynamic Events mit den anderen Teams zu messen.Wie die meisten anderen auch, hatten wir in dieser Saison wieder ein paar zeitliche Probleme, so dass uns nicht sehr viel Zeit für ein ausgewogenes Fahrertraining übrig bleibt. Nichtsdestotrotz sind wir sehr zuversichtlich.

Worauf freust du dich am meisten?
So kurz vor dem Event steigt die Vorfreude ins Unermessliche! Für mich persönlich wird es das erste Formula Student Event sein. Ich kann mir noch schwer vorstellen, wie das Ganze ablaufen wird, aber ich habe mir sagen lassen, dass vor Ort am Hockenheimring eine unbeschreiblich tolle, freundschaftliche Stimmung herrscht. Darauf bin ich sehr gespannt. Ich möchte natürlich unser fahrendes Auto sehen, wie es sich nach Möglichkeit natürlich auch schneller als die Wagen der anderen Teams durch den Hütchenwald bewegt. Andere Teams und deren Konzepte unter die Lupe zu nehmen und mit denen darüber zu fachsimpeln wird sicherlich eine sehr interessante Sache sein, auf die ich mich schon sehr freue!

Was macht euren Wagen besonders?
In diesem Jahr haben wir einen Elektrorennwagen gebaut, der über einen Hybrid Synchronous Motor angetrieben wird. Der Akkumulator und das dazugehörige Battery Management System (BMS) wurde von unserem Elektronikteam eigens entwickelt und programmiert. Aufgrund unserer engen Zusammenarbeit mit Continental im Bereich der Reifen und dem daraus resultierenden Wissen konnte unser Fahrwerksteam eine sehr genaue Auslegung des Fahrwerks durchführen, so dass wir davon überzeugt sind, dass unser LR13 sehr gut auf der Strecke liegen und die Leistung optimal umsetzen wird.
Unser Ergonomieteam hat sich in diesem Jahr auf eine ergonomische und komfortable Sitzposition konzentriert. Hierzu wurde sogar ein MockUp erstellt und die Geometrie unserer Hauptfahrer vermessen, so dass der Fahrer während der Fahrt beim Auftreten von hohen Querbeschleunigungen immer die beste Sitzposition hat. Außerdem wurde ein ergonomisches Lenkrad entwickelt, das genau der Handform der Fahrer entspricht. Zusätzlich können verschiedene Informationen über ein Display angezeigt und  Einstellungen über Drehregler vorgenommen werden.

Welche Erwartungen hast du an den Wettbewerb?
Auf dem Hockheimring werden wir in diesem Jahr bereits das elfte Fahrzeug vom Lions Racing Team an den Start bringen. Es wird allerdings das erste elektrisch angetriebene Fahrzeug sein, das  sowohl an den statischen als auch an den dynamischen Disziplinen teilnimmt. Unser Ziel ist es, dass keine gravierenden technischen Defekte auftreten, so dass wir auch alle Disziplinen beenden können ¬  nicht zuletzt um für die folgende Saison weitere Erfahrungen im Bereich der E-Autos zu sammeln. Aufgrund der guten Vorbereitungszeit und unserer Tradition möchten wir außerdem insbesondere bei den statischen Disziplinen gut abschneiden.
Neben diesen „sportlichen“ Zielen erwarten wir als Team mehr über den Motorsport zu erfahren und ihn gleichzeitig mit allen seiner Ecken und Kanten zu leben. Dazu gehört natürlich jede Menge Spaß zu haben und viele andere Teams kennen zu lernen, aber auch den eigenen Teamzusammenhalt zu intensivieren und etwas für unser zweites Event in diesem Jahr in Spielberg (Österreich) zu lernen.

Gab es für Euch auch Hürden, die überwunden werden mussten?
Mit dem Bau des ersten fahrbaren Elektro-Rennwagens mussten wir natürlich zahlreiche technische Herausforderungen überwinden. Man kann sich vorstellen, wie schwierig die Integration eines Elektromotors mit allen Steuergeräten und dem selbst entwickelten Akku und Battery Management System ist. Unser Elektronikteam konnte aber alle Hürden fachmännisch meistern.  Es gab für uns auch viele organisatorische Herausforderungen: Zum Einen trifft uns die Umstellung der Studienordnungen von Diplom auf Bachelor/Master sehr, da viele der Studierenden nun keine Zeit mehr finden, sich neben dem Studium noch zu engagieren. Um ein Formula Student Auto zu bauen, braucht man aber Manpower.  Außerdem wollen wir unsere Arbeit nachhaltig dokumentieren und den damit verbundenen Wissenstransfer in die Wege leiten. Insbesondere aufgrund der hohen Fluktuation im Team, wie es durch den Bachelor/Master bewirkt wurde, ist das enorm wichtig. Das bedeutet für uns Studierende mit noch relativ wenig Erfahrung in der Abwicklung komplexer Projekte oft eine Konfrontation mit dem „wahren Leben“: Mir war vorher nicht klar, welche Auswirkungen Fertigungs- und Lieferproblematiken haben können oder wie man mit Personalengpässen aufgrund von Klausuren etc. umgehen muss. Ein strukturiertes Zeit- und Projektmanagement hat uns hier sehr geholfen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Bau eines Rennwagens eine wirklich außerordentlich aufwendige und komplexe Aufgabe ist, bei der es gilt viele Herausforderungen und Unwägbarkeiten zu meistern, die zu keiner Zeit von irgendjemandem unterschätzt werden sollten.

Wenn Ihr wissen wollt, wie es für Tim und sein Lions Racing Team weitergeht – wir halte Euch hier im Blog auf dem Laufenden.

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