Fazit zur Formula Student Germany

„Es war eine wirklich überragende Zeit!“

3.000 Studierende aus aller Welt haben bei der Formula Student Germany (FSG) am Hockenheimring ihre selbstkonstruierten Rennwagen präsentiert.

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Der Rennwagen „E19“ der TU Braunschweig konnte auch beim Autocross überzeugen. (Foto: FSG/Grams)

Am Sonntag wurde die schwarz-weiß karierte Fahne am Hockenheimring zum letzten Mal geschwenkt: Die FSG 2013 ist zu Ende. Das deutsch-amerikanische Gemeinschaftsteam „Global Formula Racing“ der DHBW Ravensburg und der Oregon State University sowie die Studenten aus Delft konnten die Juroren von ihren Fähigkeiten in insgesamt acht statischen und dynamischen Disziplinen überzeugen. Beide Teams sind alte Bekannte auf dem Siegertreppchen. Doch wie war die FSG eigentlich für einen Neuling im Team? Tim Kayser vom Braunschweiger Lions Racing Team zieht für uns nach sechs Tagen Ausnahmezustand sein Fazit.

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Tim Kayser (7. v.l.) und seine Kollegen vom Team der TU Braunschweig. (Foto: FSG/Scheuplein)

Tim, die FSG 2013 liegt hinter Dir und Deinem Team. Wie habt Ihr abgeschnitten?
Entsprechend unserer selbstgesteckten Ziele – mit unserem ersten E-Rennwagen unter die Top 20 bei der Formula Student Electric (FSE) in Deutschland zu kommen – haben wir unsere Erwartungen erfüllt. In der FSE Gesamtwertung sind wir 19. geworden und das obwohl wir an der Endurance, also dem letzten und punktereichsten Rennen, aufgrund eines Problems mit unserem Akku nicht teilnehmen konnten. Auf uns aufmerksam machen und zeigen, was in unserem Auto steckt, konnten wir allerdings im Acceleration Rennen, dort haben wir den Großteil unserer Konkurrenz hinter uns gelassen und sind 6. geworden.

Haben sich Deine Erwartungen, die Du als Neuling an die FSG hattest, erfüllt?
Auf jeden Fall – und sogar übertroffen! Selbst zu Hause angekommen und langsam wieder in den Alltag eintauchend, lassen mich die Erlebnisse aus Hockenheim nicht los. Es war eine außergewöhnliche, tolle, spannende, Nerven aufreibende, mitfiebernde Woche und das alles gepaart mit wenig Schlaf, doch das Adrenalin hat einen gut durch die Tage gebracht.

Es ist wirklich faszinierend, wie freundschaftlich die 3.000 Studierende miteinander umgehen. Trotz angeblicher Konkurrenz helfen sich alle gegenseitig so gut es geht, fiebern mit den anderen Teams mit und freuen sich über die Erfolge der anderen. Auf dem Weg zum Scrutineering ist beispielsweise unsere Lenkung kaputt gegangen und uns wurde sofort von anderen Teams wie dem der TU Delft mit Ersatzteilen geholfen. Das habe ich in diesem Maße noch nicht erlebt.

Was meinst Du, bist Du im nächsten Jahr wieder dabei?
Insbesondere nach den nun gemachten Erfahrungen und den vielen Ideen, die sich für unser Team bei Gesprächen mit anderen Teams ergeben haben, möchte ich außerordentlich gerne auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein. Angesichts der anstehenden Masterarbeit und dem bevorstehenden Ende meines Studiums muss ich schauen und hoffen, dass sich das alles mit einander vereinbaren lässt. Ich wäre aber sehr sehr glücklich, wenn sich das irgendwie einrichten ließe.

Welche Erinnerungen nimmst Du auf jeden Fall mit?
Die Erinnerungen sind wirklich zahlreich und vielseitig: die neuen Freundschaften mit anderen Teams, die stundenlangen Diskussionen bis tief in die Nacht um das eigene Team effizienter zu machen, der Zusammenhalt des Teams auch wenn es knifflig wird, die Tiefschläge bei Defekten am Auto, es dann aber doch noch in letzter Minute repariert zu haben und startklar zu sein, die Kameradschaft und Hilfsbereitschaft mit anderen Teams, der 6. Platz im Beschleunigungsrennen, der feierliche Abschluss auf der traditionellen Mahle-Party…es war eine wirklich überragende Zeit!

Wie geht es für Dein Team weiter? Geht Ihr in diesem Jahr noch woanders an den Start?
In den nächsten drei Wochen stehen zunächst einmal die Reparatur des Akkus, sowie die Nachbereitung des Events an – mit dem Ziel, dass wir am Ende des Monats nach Österreich zur Formula Student Austria (FSA) fahren. Hierfür sollen die gesammelten Erfahrungen von der FSG bereits einfließen, so dass es noch reibungsloser läuft. Darüber hinaus brauchen wir vor allem noch Testkilometer mit unserem LR13 um das Auto bestmöglich für die verschiedenen Disziplinen abstimmen zu können.

Was meinst Du: Bringt Dir und den Teammitgliedern der Wettbewerb auch was fürs spätere Berufsleben?
Definitiv! Was man während der gesamten Zeit in einem Formula Student Team erleben darf, bringt jeden Einzelnen in vielerlei Hinsicht weit nach vorne. Es sind nicht nur die technischen Kompetenzen, die sich weiterentwickeln, sondern vor allem auch die persönlichen und die sogenannten Soft Skills. In einem FS Team geht es darum ein sehr, sehr komplexes Projekt zu meistern. Das bedarf einem intensiven Projektmanagement, einer guten Kommunikation, man muss mit verschiedenen Leuten und vor allem Charakteren erfolgreich zusammen arbeiten können, Schnittstellen zu anderen Komponenten erkennen und verbinden können. Man lernt auch, was es bedeutet, Tiefschläge zu überwinden und nach Misserfolgen wieder aufzustehen um am Ende einen Erfolg feiern zu können. Es gibt viele Aspekte, die die Tätigkeit in einem FS-Team mit sich bringt und das haben auch die Unternehmen erkannt. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum viele Firmen die Teams tatkräftig unterstützen und so präsent auf den Events wie in Hockenheim sind. Man muss sich vor Augen führen: Die Teammitglieder der FS-Teams sind außergewöhnlich engagierte Studierende, die neben ihrem Studium viel Last auf sich nehmen, um einem Traum, einem Ziel nachzueifern! Die hier gesammelten Erfahrungen und erworbenen Kompetenzen wiegen deutlich mehr als ein Jahr Berufserfahrung.

Impressionen vom Hockenheimring

Wer noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte: Thomas Majchrzak von Autogefühl hat einen schönen Blogbeitrag über die FSG 2013 geschrieben. Auch Autodiva Nicole Y. Männl berichtet in Ihrem Blog von der FSG, ebenso wie die Kollegen von der ATZ.

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