Ausstellung von Christiane Messerschmidt

„Lebendige Steine“ im VDI-Haus

Christiane Messerschmidt ist gelernte Grafikerin und befasst sich seit über zehn Jahren mit Steinbildhauerei. Die im In- und Ausland bekannte Künstlerin stellt gerade ihre Werke „Lebendige Steine“ bei uns im VDI-Haus aus. Im Rahmen der Ausstellung verlost sie ein eigens angefertigtes Werk zu Gunsten des VDI-Ingenieurhilfe e.V.

Bild: VDI2013-09-19_Ausstellung_Messerschmidt_schmal

Christiane Messerschmidt mit der Skulptur, die zu Gunsten der VDI-Ingenieurhilfe verlost wird.

Frau Messerschmidt, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Aus Berlin stammend habe ich dort nach dem Abitur an der Hochschule der Künste Grafik/Design studiert und dann beim wissenschaftlichen Springer Verlag eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert. Dort hatte ich dann auch meine ersten Kontakte zum VDI, als ich in der Buchherstellung arbeitete und der Verlag  Technik-Bücher in Kooperation mit dem VDI herausgab. Familienbedingt bin ich Anfang der 1990er Jahre dann nach Leipzig umgezogen und habe von diesem Zeitpunkt an selbständig als Layouterin und Grafikerin für verschiedene Verlage und Institutionen gearbeitet. 1997 sind wir nach Baden gegangen und ich lebe dort mit Mann und den inzwischen mehr oder weniger flügge gewordenen Kindern in einem alten Bauernhaus in der Nähe des Rheins. Hier fand ich erstmals auch die räumlichen und zeitlichen Bedingungen, meinem Interesse an der Steinbildhauerei nachzukommen. Über Kurse in Offenburg, Berlin und Italien machte ich mich mit den unterschiedlichen Techniken in der Steinbearbeitung vertraut. In unserer Scheune habe ich meine Werkstatt eingerichtet, doch werde ich noch dieses Jahr eine große Halle mit Ausstellungsraum im Nachbardorf beziehen.

Wie sind Sie zur Steinbildhauerei gekommen?
Steine haben mich schon immer fasziniert, und schon während des Studiums habe ich mit der Steinbildhauer-Klasse, die im Innenhof der HdK in Berlin Steine „klopfte“, geliebäugelt. Doch stand damals mehr die Existenzsicherung im Vordergrund .
Schon immer sammelte ich Steine  und habe dann, sobald wir den Bauernhof in Baden bezogen hatten, angefangen, die Steine mit klassischem Handwerkzeug, wie Steineisen und Fäustel, zu bearbeiten. Anfangs habe ich viele Überraschungen erlebt und auch so manchem Fehlschlag, lernte aber die Steine mit  ihren Eigenheiten dadurch auch immer besser einzuschätzen. Erste Ausstellungserfolge und Verkäufe ermutigten mich schließlich,  in der Nähe von Carrara in Italien unter Anleitung bekannter Bildhauermeister wie Peter Rosenzweig oder Raphael Beil die professionelle Steinbearbeitung mit Maschinen zu erlernen. Und inzwischen kommen Druckluft und Winkelschneider regelmäßig zum Einsatz.

Was ist zuerst da – die Idee oder der Stein?
Eindeutig kann ich diese Frage nicht beantworten. Manchmal treffe ich auf einen Stein und erblicke sofort in ihm die fertige Skulptur. Das ist dann immer ein großes Geschenk. Oft ist es aber so, dass ich eine Bewegung sehe, bei einem Kind, bei Frauen, manchmal bei kleinen Menschengruppen oder Paaren, die mich zu einer Form inspirieren.  Deshalb haben meine Skulpturen oft den menschlichen Körper als Ursprung, entwickeln sich dabei aber  im Übergang vom Figürlichen zu abstrakter Form. Häufig  sind es auch Naturbeobachtungen oder besser die Beobachtung einer Bewegung in der Natur, die zu einer Idee führen,  was bei den Skulpturen „SONNE“, „WELLE“ oder „BLICKE“ gut zu entdecken ist. Mit der Idee im Kopf gehe ich dann auf die Suche nach dem geeigneten Stein, wobei ich die  kristallinen Steinsorten wie Marmor, Alabaster oder so manchen Steatit bevorzuge.

Was genau ist das Faszinierende an der Arbeit mit den Steinen?
Die Gestaltungsmöglichkeiten des Steins/jeden Steins auszuloten und dabei das Licht mit einzubeziehen, fasziniert mich am meisten. Doch ist es auch so, dass für mich  immer ein  Dialog Material – Bearbeiter stattfinden muss: Denn die kristallinen Strukturen und Farblinien geben mir zwar oft Angebote, erheben aber auch Ansprüche, denen meine gedachte Formgebung entsprechen oder sich widersetzen kann. Diese Spannung ihrerseits darzustellen führt zu einer „Verlebendigung“ des Steins selbst – daher auch der Name meiner Werkstatt -; andererseits möchte ich aber auch die künstlerische Formgebung ausreizen bis zu einem Punkt, an dem sie sich dem Spiel des Steins und des Lichtes überlassen muß. Die dynamische Leichtigkeit des S(t)eins aufzuzeigen, mithin meinen „Steinen das Fliegen beizubringen“, ist das Ziel meiner Arbeiten.

Wo kann man Ihre Werke noch bewundern?
In diesem Jahr zum Beispiel habe ich Skulpturen bei der Internationalen Messe für Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst art Karlsruhe und im Sommer in München-Schwabing ausgestellt, und nächste Woche wird  eine Ausstellung in Strasbourg im Palais Josephine in der Orangerie eröffnet. Die nächsten beiden Jahre sind mit Ausstellungen  ziemlich ausgebucht. Anfang des Jahres ist eine große Ausstellung in Karlsruhe im Rathaus vorgesehen; dann werde ich voraussichtlich auch wieder im März bei der art Karlsruhe vertreten sein; den Sommer über sind Skulpturen von mir in Mannheim zu sehen – das sind nur die ersten Stationen. Einen weiter gehenden Einblick zu meinen Exponaten kann man auch über meine Homepage gewinnen.

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