Kongress Elektronik im Fahrzeug 2013

„Europa ist führend im Bereich der Elektromobilität“

Am 16./17. Oktober findet in Baden-Baden der internationale Kongress “Elektronik im Fahrzeug” statt. Dort diskutieren Experten unter anderem über die nötige Infrastruktur für einen flächendeckenden Einsatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Wir haben einige der Experten vorab zum Thema Elektromobilität befragt, unter anderem Helmut Matschi von der Continental AG.

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Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands der Continental AG, Leiter der Division Interior. Unsere Vision: „Always On“.

Womit beschäftigen Sie sich täglich?
In der Division Interior dreht sich alles um das Informationsmanagement. Zum Produktspektrum gehören Instrumente und Multifunktionsdisplays, Kontroll- und Steuergeräte, elektronische Fahrzeug-Zugangssysteme, Reifeninformationssysteme, Radios, Multimedia- und Navigationssysteme, Klimaanlagensteuerungen und -bedienungen, Telematiklösungen sowie Cockpits.
Wir machen Fahrzeuge intelligent und verwandeln sie in „digitale Begleiter“. So unterstützen wir die Fahrzeughersteller dabei, die Fahrzeuge von morgen ständig zu vernetzen, benutzerfreundlich zu gestalten, maximalen Komfort dem Fahrer anzubieten und dabei intelligente neue Funktionen zu realisieren. Informationsmanagement ist ein Schlüssel, um Visionen wie „Clean Power“ oder „Vision Zero“/“Null Unfälle“ zu verwirklichen.

Was muss passieren, damit  Deutschland das Ziel erreicht, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen?
Vor allen Dingen ist es eine Herausforderung die nicht allein von einer Seite gestemmt werden kann. Wir haben technisch sehr viele Themen bereits im Griff, doch es ist derzeit noch immer eine Kostenfrage. Der Unterschied zwischen technischen Möglichkeiten und Kaufpreis von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen ist für die meisten Kunden noch zu groß.
Es müssen sehr viel stärkere Anreize geschaffen werden – so wie meistens bei grundlegenden technologischen Neuerungen – um die Kundenakzeptanz zu erhöhen.
Wir werden in den nächsten Monaten immer mehr Fahrzeugmodelle sehen, die den Traum vom elektrischen Fahren auf die Straße bringen. Die Herausforderung für die Ingeneure bleibt: Diese Fahrzeuge müssen sich für den Autobesitzer in einer überschaubaren Zeit tatsächlich auch rechnen können.

Ist Europa für die flächendeckende Einführung von Elektroautos gerüstet?
Europa ist führend im Bereich der Elektromobilität. Viele neue Modelle kommen aktuell auf den Markt. Nicht zuletzt dank der Kompetenz der europäischen Ingenieure und den damit verbundenen großen Investitionen, die in Europa für die Elektromobilität bereits auf Seiten der Industrie geleistet wurden. Continental bietet bereits den kompletten Technologiebaukasten für 48 Volt -, Hybrid- und Elektrofahrzeuge in Serie an (Beispiel Renault Zoe). Die Herausforderungen sind die Lade-Infrastruktur und noch immer die Kosten für die Batterie von Elektrofahrzeugen.

Wie sind ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen mit Elektroautos?
Auch wenn wir eine Menge Benzin im Blut haben: Wir bei Continental sind von Fahrten mit Elektrofahrzeugen ganz gewaltig elektrisiert. Es sind eben nicht mehr die Experimental-Fahrzeuge. Es werden immer mehr alltagstaugliche, vollwertige Autos. Natürlich bin ich unsere eigenen Versuchsträger gefahren. Zum Beispiel in unserem Simplify your Drive for Electric Vehicles Democar, in dem wir testen, wie gut wir mit Hilfe der Vernetzung die Reichweitenangst in den Griff bekommen können. Natürlich bin ich auch schon diverse Serienfahrzeuge gefahren, wie den Renault ZOE bei dem wir als Continental ja bereits für den Elektromotor zuständig sind. Auf der IAA war es schließlich auch faszinierend zu sehen, wie sehr ein mit Emotionen aufgeladenes Unternehmen wie Tesla Jung und Alt anzieht und mit welchem Engagement zum Beispiel BMW die Elektrifizierung vorantreibt. Die Herausforderung Langstrecke bleibt und so wird für mich der Verbrenner auf absehbare Zeit der Dienstwagen der Wahl bleiben.

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