Elektronik im Fahrzeug

Vertrauen schaffen und den Funken überspringen lassen

Ab morgen findet in Baden-Baden der internationale Kongress “Elektronik im Fahrzeug” statt. Dort diskutieren Experten unter anderem über die nötige Infrastruktur für einen flächendeckenden Einsatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland.

Das Programm startet heute mit einem Pressegespräch zum Thema „Die Zukunft der Elektromobilität – wie geht es weiter?“. Das Gespräch wird ab 15 Uhr live übertragen und steht im Nachgang on demand zur Verfügung.

Wir haben einige der Experten vorab zum Thema Elektromobilität befragt, unter anderem Volkmar Tanneberger von Volkswagen.

Bild: privatTannebergerStellen Sie sich bitte kurz in max. 140 Zeichen vor.
Mein Name ist Volkmar Tanneberger. Mir wurde 2006 die Bereichsleitung der Volkswagen Elektrik-/Elektronik-Entwicklung übertragen. Seit 2009 verantworte ich zudem das Konzern-Modulmanagement der Elektrik/Elektronik.

Womit beschäftigen Sie sich täglich?
Grundsätzlich achte ich darauf, allen Tätigkeitsfeldern in meinem Bereich gerecht zu werden und meine Zeit entsprechend aufzuteilen. Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, welches Themenspektrum bei Volkswagen durch die Elektrik-/Elektronikentwicklung abgedeckt wird, hier ein paar Stichworte:
–    Bordnetz/ Karosserieelektronik
–    Interaktive Elektronik (Kombi, Mechatronik, Fahrerassistenzsysteme)
–    Onlinedienste und Infotainment
–    Systemintegration und Energiesysteme
–    Diagnose, Produktdatenmanagement und Prozesse
Aktuell liegt ein Schwerpunkt natürlich auf den im Anlauf befindlichen Projekten, also XL1, e-up!, Golf Sportsvan und dem weltweiten Rollout von Onlinediensten.

Was muss passieren, damit  Deutschland das Ziel erreicht, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen?
Die Antwort ist so trivial wie komplex: Die Kunden müssen eine Million Elektrofahrzeuge kaufen. Dazu wird gehören, dass wir einerseits weiter an der technologischen Weiterentwicklung der Hochvoltbatterie arbeiten und dabei gleichzeitig die Kostensenkung vorantreiben. Andererseits handelt es sich bei den aktuellen eFahrzeugen schon um hoch attraktive Produkte, die nicht nur die Alltagsanforderungen erfüllen sondern mit zusätzlichen neuen Funktionen überraschen. Diese Argumente gilt es dem Kunden zu vermitteln, um Vertrauen zu schaffen und um im wahrsten Sinne des Wortes den Funken für die neue Technologie überspringen zu lassen.

Ist Europa für die flächendeckende Einführung von Elektroautos gerüstet?
Grundsätzlich ja: Das Umweltargument wiegt in Europa sehr schwer und der notwendige Pioniergeist ist gegeben. Trotzdem möchte ich zu bedenken geben, dass die Automobilindustrie mit der Markteinführung von eFahrzeugen in Vorleistung gegangen ist. Nun ist es an den Energieanbietern ihrerseits zu investieren und den Infrastrukturausbau voranzubringen. Wichtig ist hier auch der Aspekt der Interoperabilität; der Kunde erwartet hier zu Recht denselben Komfort wie er ist vom Betanken eines verbrennungsmotorischen Fahrzeugs gewohnt ist.

Wie sind ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen mit Elektroautos?
Ich bin e-up!, eGolf und den kommenden Golf PHEV natürlich oft über die gesamte Entwicklungs- und Erprobungszeit gefahren. Was dort entstanden ist, begeistert mich immer wieder aufs Neue. In Punkto Fahrdynamik und Fahrkomfort sind die eFahrzeuge den vergleichbaren verbrennungsmototrischen Modellen bereits überlegen. Das hohe und immer verfügbare Drehmoment des elektrischen Antriebs ist schlicht faszinierend. Hinzu kommt ein extrem leises und ruckfreies Fahren.
Wenn ich mir dann überlege, dass die Betriebskosten z.B. bei unserem Effizienzweltmeister e-up! bei nur ca. 3€/100km liegen, bin ich mir sicher, dass diese Begeisterung auch auf den Kunden überspringt.

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*