Dämmstoffe in betrieblichen Anlagen

Hält der Kälteschutz was er verspricht?

Ohne sie geht es nicht: Betriebstechnische Anlagen. wie zum Beispiel Rauchgasleitungen, müssen funktionstüchtig sein – auch bei starker Kälte. Dämmstoffe zur Dämmung betriebstechnischer Anlagen reduzieren dabei nicht nur Wärmeverluste, sondern tragBild: Heyden2013-11-22_Dämmung_VDI_2055_0156_Heyden_09_1_Blogen auch wesentlich zu deren Funktion bei.

Als zentraler Bestandteil kältetechnischer Anlagen vermeiden sie beispielsweise das Entstehen von Tauwasser, Korrosionsschäden und Störungen im Betrieb. Die Güteüberwachung von Dämmstoffen durch eine Prüfstelle ist allerdings keine Pflicht, deshalb  empfiehlt sich die Kontrolle der Herstellerangaben nach VDI 2055.

Wärmeverluste betriebstechnischer Anlagen
Im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Ermittlung des Einsparpotenzials durch technische Dämmungen in der Industrie bestimmte die FfE GmbH die Wärmeverluste von betriebstechnischen Anlagen (BTA) verschiedener Unternehmen. Dabei wurden die Wärmeverluste ausgewählter Rohrleitungen, der zugehörigen Bauteile (Pumpen, Armaturen etc.) sowie der Anlagen(-teile) erfasst und daraus die Gesamtwärmeverluste berechnet. Die Wärmeverluste der BTA wurden in sechs Industrieunternehmen aus den Branchen Ernährung, Maschinenbau, Chemie, Kraftfahrzeuge und Eisen/Stahl, Nichteisenmetalle anhand eines standardisierten Prozesses erfasst. Bei der Aufnahme der Daten zu Rohrleitungslängen, Dämmdicke oder der Anzahl an Flanschen, Armaturen, Pumpen und Abhängungen wurde zwischen Raum- und Prozesswärme sowie Klima- und Prozesskälte unterschieden.

Zwei Varianten zur Energieeinsparung
Nach der Bestimmung der Gesamtwärmeverluste der Betriebe wurden zwei Varianten zur Energieeinsparung untersucht. Variante 1 stellte das Potenzial durch Dämmen aller ungedämmten Rohrleitungen und Bauteile dar. In Variante 2 wurde zusätzlich zu den Maßnahmen aus Variante 1 das Potenzial durch die rechnerisch verbesserte Dämmung von bereits gedämmten Rohrleitungen ermittelt. In beiden Varianten wurde berücksichtigt, dass aus Platzgründen nicht alle BTA wirtschaftlich gedämmt werden können. Werden die Einsparpotenziale auf die Wärmeverluste bezogen, können diese in den untersuchten Betrieben durch die Variante 1 um 23 Prozent und durch Variante 2 um 30 Prozent reduziert werden .

Manche mögen‘s kalt
So wie sie den Verlust von Wärme verringern, können Dämmstoffe auch dafür eingesetzt werden, die Wärme gänzlich fernzuhalten. Auch beim Kälteschutz lassen sich Kosten und Energie sparen. Allerdings nur, wenn die Dämmstoffoberflächen trocken bleiben und kein Tauwasser entstehen kann. Auch hier kommt es auf die optimale Dämmschichtdicke an. Doch was bringt eine optimale Dämmschichtdicke, wenn bei deren Berechnung die Konstanten zu Variablen wurden?
Mussten Dämmstoffe früher entweder nach gültigen Normen oder nach genehmigten Herstellervorschriften hergestellt und deren Einhaltung von einer Prüfstelle überwacht werden, so änderte sich die Verpflichtung im Zuge der europäischen Harmonisierung. Teilweise sind die Hersteller bei der alten Überwachung geblieben und nennen sie jetzt Gütesicherung; teilweise haben Herstellerverbände eigene Güte- oder Qualitätskriterien veröffentlicht.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Um eine gleichbleibende Produktqualität und gesicherte Produkt-Kennwerte zu garantieren, hat sich die deutsche Dämmstoffindustrie bereits vor mehr als 30 Jahren freiwillig auf ein eigenes Qualitätssicherungssystem auf Basis der VDI 2055 geschaffen. Diese Dämmstoffe sind nach dem Zeichen „Überwacht nach VDI 2055“ zertifiziert und garantieren den Nachweis der vom Hersteller versprochenen Eigenschaften. Tragen Dämmstoffe dieses Zertifikat nicht, erlaubt eine Typprüfung nach VDI 2055 Blatt 2, ob die vom Hersteller im Produkt-Datenblatt angegebenen Werte mit den tatsächlichen Dämmstoffeigenschaften übereinstimmen. Denn nur wenn man sich auch auf die angegebenen Werte wie beispielsweise Temperatur- und Feuchtebeständigkeit verlassen kann, lassen sich Korrosion und Wärmeleitfähigkeit verhindern und letzten Endes Energie und Kosten sparen.

Iris_LindnerAutorin: Iris Lindner
Die Diplom-Ingenieurin (FH) ist für uns in Sachen Berichterstattung rund um die VDI-Richtlinien in den sozialen Netzwerken unterwegs.

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