Zum Zwischenfall in Essen

Sind Bergbauschäden vermeidbar?

Bild: VDI / Thomas ErnstingRittal_Stollen_Holzwaende_Arbeiter_Helm2

Foto: Thomas Ernsting/LAIF

Das Dauerthema seit Tagen in allen Medien: Die Bergbauschäden in Essen, die nicht nur den Pendlern im Ruhrgebiet erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Da kommt die Frage auf: Sind diese Bergbauschäden eigentlich vermeidbar?

Ursachen liegen in der Vergangenheit
Die Ursachen für diese Störungen sind sehr alt. Es handelt sich, wie übrigens bei allen größeren Ereignissen dieser Art in den letzten Jahre, meist um Stollen, die aus der Anfangszeit des Bergbaus stammen. An vielen Stellen wurden sie damals von Einzelpersonen oder Gruppen geschaffen, die dazu nicht berechtigt waren. Dabei sind im Bergrecht die Zuständigkeiten der Bergämter  und die entsprechenden Genehmigungsverfahren geregelt. Das bedeutet: Alle genehmigten Bergbauaktivitäten im Tagebau oder im untertägigen Abbau sind dort bekannt.

Probleme durch nicht genehmigte Aktivitäten
Allerdings trifft das nicht für die illegalen Aktivitäten zu. Insbesondere im südlichen Ruhrgebiet, also an Orten, an denen die Kohleschichten sehr nahe an der Erdoberfläche liegen, hat es vor und auch während des organisierten Bergbaus nicht genehmigte Abbauaktivitäten gegeben. Und die sorgen jetzt entsprechend für Probleme.

Weitere Einschränkungen sind zu erwarten
Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren weitere Stellen im Ruhrgebiet gefunden werden, an denen keine Bergbauaktivitäten bekannt waren, die aber Stollen aufweisen. Infolge derartiger Entdeckungen kann es dann zu Einschränkungen kommen, zum Beispiel auf Verkehrstrassen. Durch eine rechtzeitige Entdeckung können Einschränkungen, wie die aktuelle am Essener Hauptbahnhof,  notwendig werden. Personen- oder Sachschäden können so hoffentlich auch in Zukunft vermieden werden.

Fördertiefen über 1.000 Meter
Der aktuelle Steinkohlenbergbau ist durch die erfolgte Nordwanderung durch das Ruhrgebiet inzwischen bei Fördertiefen von über 1000 Metern angekommen, Absenkungen an der Oberfläche werden daher nur großflächig und in vorher bekanntem Ausmaß erfolgen.

Bild: VDIThomas Therhorst_TW2Autor: Dipl.-Ing. Thomas Terhorst
Aufgabe im VDI: Geschäftsführer in der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik

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