Die Science Soap aus Rostock

Sturm des Wissens

Die Science Soap „Sturm des Wissens“ soll den Wissenschaftsstandort Rostock mit seinen spannenden Forschungsthemen bekannter machen…und Lust auf Technik machen.

Bild: Sturm des WissensSturmDesWissens

Die zunächst fünf Folgen der Serie kreisen um sieben junge Frauen und Männer, die in Rostock studieren oder arbeiten. Sie erleben zwischen Hörsaal, Labor und Strand nicht nur Herzens-, sondern auch akademische Herausforderungen. Allen voran Hauptdarstellerin Nele, die – frisch in Rostock angekommen – von ihrer Familie festgezurrte Berufspläne erfüllen soll. Doch alles kommt anders und das schon am ersten Tag im Hausflur ihrer neuen Wohnung…

Wir haben mit Uwe von Lukas, dem Erfinder von „Sturm des Wissens“ über die Science Soap und ihre Entstehung gesprochen:

Bild: privatUwe von LukasHerr von Lukas, wie kam es zu der Idee einer Science Soap?
Im Verein „Rostock denkt 365°“ treibt uns schon lange der Wunsch um, den Wissenschaftsstandort Rostock mit seinen spannenden Forschungsthemen bekannter zu machen. Zudem engagieren sich die großen Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland, darunter auch die Fraunhofer-Gesellschaft, den Frauenanteil im wissenschaftlichen Bereich zu erhöhen. Die Ausschreibung zum Finale Stadt der Wissenschaft des Stifterverbandes hat dann den Anstoß gegeben, verschiedene Ideen miteinander zu verbinden. Was genau die beiden Begriffe „Science“ und „Soap“ in meinem Gehirn verknüpft hat, das wäre vielleicht Stoff für eine weitere Staffel.

Wie viel Zeit verging von der Idee bis zur ersten Sendung?
Anfang 2012 haben wir erste Ideen entwickelt und das Konzept hat die Hansestadt Rostock am 30. März (2013?) beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft eingereicht. Etwa einen Monat später gab es dann grünes Licht für unsere Idee, die nicht bei allen Juroren auf Gegenliebe gestoßen war. Sie konnten sich die Kombination aus Seifenoper und Wissenschaft einfach nicht vorstellen.

Das Projekt hat eine Vielzahl von Unterstützern, macht das die Sache einfacher? Wo liegen die Besonderheiten in der Umsetzung?
Ohne das enorme Engagement der vielen auch ehrenamtlichen Unterstützer wäre das Projekt bei dem zur Verfügung stehenden Budget nicht in der Qualität und zu dem Termin realisierbar gewesen. Sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Rostocker Filmszene haben sich Personen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und verschiedensten Interessen zusammengetan. Da hat es auch manchmal bei der Zusammenarbeit geknirscht. Die gemeinsame Vision und ein teilweise straffes Projektmanagement haben dann dafür gesorgt, dass alles zum Premierentermin fertiggestellt wurde und alle mächtig stolz sind auf das gemeinsame Ergebnis.

Wie stellt sich das Team zusammen? Wo haben Sie die Protagonisten gefunden?
Den Anfang bildet ja immer eine tragfähige Story. Diese wurde im Rahmen eines Seminars durch Studentinnen und Studenten der Kommunikationswissenschaften an der Universität Rostock entwickelt, die sich intensiv in den zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen der Stadt umgesehen haben. Die jungen Schauspieler kommen von der Hochschule für Musik und Theater, die die Science Soap als Filmprojekt im Rahmen ihres Studiums umgesetzt haben. Die übrigen Rollen wurden mit professionellen Schauspielern besetzt. Regie, Kamera und Postproduktion schließlich lagen in den Händen von Vertretern der Rostocker Schule – einem Netzwerk junger Filmemacher.

Erst mal sind fünf Folgen geplant, wie geht es danach weiter?
Das hängt in erster Linie von der Resonanz auf die erste Staffel ab: Wenn die Folgen gut ankommen – gerade bei unserer Zielgruppe der jungen Frauen – dann stehen die Chancen auch gut, eine weitere Staffel zu produzieren. Es gibt auch schon Forschungseinrichtungen in Rostock, die sich bei mir gemeldet haben, da sie gerne in einer der nächsten Folgen mit Ihren Themen in Erscheinung treten wollen.

Soll das Format online bleiben oder planen Sie den Sprung ins TV?
Wir sind bereits im TV, genauer gesagt im landesweiten Sender MV1. Gerne stellen wir die Folgen aber auch anderen Sendern zur Verfügung. Gespräche mit weiteren Fernsehsendern laufen bereits. Schließlich sind wir an einer möglichst hohen Verbreitung interessiert und freuen uns über weitere Partner.

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Sturm des Wissens

  1. Ich finde es bedenklich, wenn „professionell“ gedachte Inhalte zum Dumpingpreis an die TV-Sender vertrieben werden. Oder wurde jeder an der Filmproduktion beteiligte zu Tariflohn bezahlt? Der Niedergang der Film- und TV-Branche durch un- bis schlechtbezahlte Mitarbeiter schreit zum Himmel und kann deshalb keinesfalls gebilligt werden. Die Tatsache, daß junge Menschen endlich das verkrustete TV in Deutschland durch neue Filme bereichern, ist natürlich sehr begrüßenswert! Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.

  2. Grundsätzlich teile ich die geäußerte Auffassung von Herrn Schmidt, dass professionelle Arbeit auch entsprechend bezahlt werden soll. „Sturm des Wissens“ ist jedoch eine Produktion, die ohne das ehrenamtliche bzw. untertarifliche Engagement der vielen Beteiligten nicht zustande gekommen wäre. Alle wussten auch, worauf sie sich einlassen. Die deutschlandweite Aufmerksamkeit für Rostock als Wissensschaftsstandort – aber auch auf den Medienstandort – war Motivation für viele, sich für die Idee zu engagieren.
    Bei unserer Science Soap handelt sich also nicht um ein kommerzielles Medienprodukt, das wir zu marktgerechten Preisen an Sender vertreiben wollen. Wir setzen statt dessen auf eine kostenlose Verbreitung über unterschiedliche Partner, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen.
    Sollte es uns gelingen, nach dieser ersten Staffel nun finanzkräftige Partner für eine weitere Staffel zu gewinnen, dann sollen die beteiligten Akteure vor und hinter der Kamera natürlich auch entsprechend bezahlt werden. Wir sind also auch gespannt, wie es weitergeht…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*