Zur neuen PISA-Studie

Licht und Schatten

In der neuen PISA-Studie schneiden deutsche Schüler in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften überdurchschnittlich und damit besser als in der Studie von 2003 ab. Wir als VDI freuen uns über die Verbesserung, sehen aber nach wie vor erheblichen Nachholbedarf.

Bild: VDI / Thomas ErnstingTUHH_Labor_Schueler_Chemie

Foto: Thomas Ernsting / LAIF

Deutsches Bildungssystem verbessert
Zunächst einmal sind die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie ein klarer Fortschritt im Vergleich zur letzten Studie. Sie zeigen deutlich, dass der „PISA-Schock“ vor zehn Jahren dazu geführt hat, dass sich im deutschen Bildungssystem einiges getan hat.

Deutschland nach wie vor im Mittelfeld
Allerdings muss man die Ergebnisse auch mit einem weinenden Auge betrachten: Deutschland befindet sich zwar jetzt im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld – aber ein Platz im Mittelfeld in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften kann einem technologiegetriebenen Land wie Deutschland nicht genügen. Deshalb sehen wir nach wie vor großen Nachholbedarf im MINT-Bereich.

Die Mathematik hat ein Imageproblem
Besonders Mathematik wird von vielen Schülern und vor allem auch Schülerinnen immer noch als Angstfach gesehen. Die Motivation bei den Schülern ist häufig gering, denn die Mathematik hat nach wie vor ein Imageproblem. Um das zu ändern brauchen wir Lehrer, die den Mathematik-Unterricht entsprechend attraktiv gestalten und die Faszination, die die Mathematik eigentlich hat, vermitteln. Dazu muss es mehr und vor allem im pädagogischen Bereich besser geschulte Mathematiklehrer geben.

Auswirkungen auf den Standort Deutschland
Wir dürfen uns nicht auf den Ergebnissen der aktuellen PISA-Studie ausruhen, sondern müssen die positive Entwicklung weiter voran treiben. Denn eine gute schulische Ausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften ist die Basis für ein erfolgreiches Ingenieurstudium. Immer noch brechen rund 40% der Ingenieurstudenten ihr Studium ohne Abschluss ab, davon ein Drittel aus Leistungsgründen. Eine gute schulische Basisausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften kann hier Abhilfe schaffen. Ebenso wie die Integration von mehr technischer Bildung in den bestehenden Fächerkanon. Denn Nachwuchs-Ingenieure brauchen wir nach wie vor. Auch wenn man nicht mehr von einem akuten Ingenieurmangel sprechen kann, kommen derzeit immer noch nur rund 50.000 Absolventen auf gut 60.000 offene Ingenieurstellen. Nimmt man den demographischen Wandel hinzu, wird sich dieses Missverhältnis in den nächsten Jahren vergrößern.

Nach wie vor ist „Druck auf der Pipeline“
Damit wird deutlich: Wir haben in Bereich der schulischen Bildung in Mathematik und den Naturwissenschaften nach wie vor „Druck auf der Pipeline“ und müssen die Entwicklung weiterhin entschieden vorantreiben, um den Standort Deutschland langfristig zu festigen.

Bild: VDILars Funk_BGAutor: Lars Funk
Position beim VDI: Bereichsleiter Beruf und Gesellschaft im VDI e.V.

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