Gewaltiger Veränderungsprozess

Industrie-Revolution 4.0

„Industrie 4.0“ geistert seit Anfang 2010 durch die deutsche Industrielandschaft und durch die Medien. Von der vierten industriellen Revolution in Zusammenhang mit Cyber Physical Systems war und ist da die Rede. Bis auf wenige Experten wusste aber kaum einer so ganz genau, was sich wirklich dahinter verbirgt.

Bild: Thomas Ernsting / LAIFSMS_Produktion_Fabrikhalle

Vernetzung spielt tragende Rolle
Es ist auch ziemlich schwer zu erklären, was alles in diesem Begriff steckt. Wikipedia hat es ganz gut zusammengefasst und das Wort Vernetzung spielt dabei eine tragende Rolle. Heute, vier Jahre später, spricht in der Fachwelt jeder von Industrie 4.0 und die Bedeutung ist unumstritten. Die neue Bundesregierung hat das Thema im Koalitionsvertrag verankert, die Erwartungen sind hoch und steigen monatlich. Google gibt für 2013 über 1.300 Artikel zu diesem Thema an. Der VDI hat bereits im Januar 2012 in Düsseldorf einen ersten Fachkongress zu diesem komplexen Thema veranstaltet, am 4. Februar folgt nun der zweite. Dort wird es sehr viel mehr ins Detail gehen, weil die Überlegungen und die technischen Vorstellungen inzwischen gereift sind. Und, ganz wichtig: Die Frage der Wirtschaftlichkeit darf nicht erst am Ende der Entwicklungszeit beantwortet werden. Was wird Industrie 4.0 für konkrete Auswirkungen haben? Was wird anders? Was wird besser?

Schlüssel für Beschäftigung
Der VDI geht davon aus, dass Industrie 4.0 ein Schlüssel für die Stabilisierung von Beschäftigung  am Standort Deutschland sein wird. Auch wenn es im ersten Moment so aussieht, als würde die durchgängige Vernetzung dazu führen, dass menschliche Arbeitskraft dann immer weniger gebraucht wird, ist dies ein Trugschluss. Der Mensch wird aus der Fabrikhalle nicht verschwinden, denn er hat ganz andere sensorische und mentale Fähigkeiten als Maschinen. Er bringt die unschätzbare Fähigkeit der Kreativität ein und die Kompetenz flexibler Lösungsfindung. Allerdings werden sich die Arbeitsplätze verändern. Mit steigender Komplexität der Anlagen, wird der Mensch in der Fabrik mehr Wissen benötigen. Neben den bisherigen Qualifikationen werden Kenntnisse in IT-Infrastruktur, Software und IT-Sicherheit unumgänglich sein. Insbesondere der IT-Sicherheit kommt bei der Umsetzung von Industrie 4.0 eine Schlüsselrolle zu. Sicherheit im Sinne von Security, das heißt Schutz vor Datenmissbrauch und Spionageangriffen.

Cyberangriffe kosten 50 Mrd. Euro
Heute schon ein Riesenproblem: die Anzahl von Cyberangriffen auf Industrie- und Infrastrukturanlagen großer wie kleiner Unternehmen ist weit höher, als uns die Nachrichtenlage glauben lässt. Viele Unternehmen verschweigen Cyberangriffe aus Angst vor noch größerem Schaden und sinkendem Kundenvertrauen. Die deutsche Wirtschaft nennt eine Schadensumme von 50 Mrd. Euro.

Trotzdem: Industrie 4.0 wird kommen und muss kommen. Über die effiziente Umsetzung und über noch notwendige Entwicklungsarbeit auf dem Weg dahin, wird der VDI auf dem Kongress im Februar in Düsseldorf mit den wichtigsten Experten intensiv diskutieren und den Prozess mitgestalten.

Bild: VDIMarco Dadomo_3Autor vom VDI: Marco Dadomo
Aufgabe beim VDI: Für den VDI sprechen
Position beim VDI: Pressesprecher
Interessensfelder: mein Job, viel reisen und gut essen

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Industrie-Revolution 4.0

  1. Industrie 4.0 ist ein sehr interessantes Thema, über das ich auch auf meinem Blog schreibe.

    Mittlerweile habe ich schon viele Kritiker gehört, wobei immer wieder der Begriff „Enthumanisierung der Arbeitswelt“ in den Raum geworfen wird. Sicherlich sollte man diese Entwicklung auch kritisch betrachten und es ist unumstritten, dass sich unsere Arbeitsweise in der Industrie verändern wird. Wir neigen ja immer mehr zu einer Wissensgesellschaft.
    Ein Argument gegen die vierte industrielle Revolution, das ich kurz aufgreifen möchte, ist der hohe Bedarf an Wissen und Know-How, den man benötigt, um auch nur „einfache“ Tätigkeiten zu verrichten. Wie im Artikel beschrieben – Kenntnisse in der IT.
    Wir werden dieses Wissen benötigen. Was für viele aber jetzt noch nicht vorstellbar ist, wird in der nahen Zukunft ganz anders aussehen. Für mich als Teil der Generation Y, ist der Computer selbstverständlich. Ich bin mit dieser Technologie aufgewachsen. Zukünftige Generationen werden dies noch viel intensiver tun. Also was ich damit sagen will, wir stehen am Anfang der Industrie 4.0. Die vierte industrielle Revolution ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geschieht.
    Jobs werden abgebaut, manche Berufe sterben womöglich aus, aber durch die neuen Technologien und Prozesse entstehen ganz neue Berufe und somit auch wieder neue Jobs.

    • Es ist absolut richtig, die Entwicklung bei Industrie 4.0 auch mit einem kritischen Auge zu betrachten. Denn eines sollte klar, eine „Enthumanisierung der Arbeitswelt“ sollte auf keinen Fall stattfinden. Das wird sie auch nicht, denn ohne den Menschen und seine Fähigkeiten wird es keine Industrielle Revolution 4.0 geben können. Dass sich die Arbeitswelt und der Arbeitsmarkt an solch umfassende Entwicklungen anpassen muss, und dass sich Anforderungs- und Qualifikationsprofile ändern werden, ist der Lauf der Dinge – auch in allen anderen Berufsbranchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*