EU-Zulassung für Gen-Mais

Wie können mögliche Umweltwirkungen erkannt werden?

Mit “Mais 1507″ steht eine neue gentechnisch veränderte Pflanze (GVP) vor der Zulassung in der Europäische Union. Bei einer Abstimmung der EU-Staaten am 11. Februar gab es keine ausreichende Mehrheit gegen eine Anbauerlaubnis (Deutschland enthielt sich), so dass die Zulassung nun sehr wahrscheinlich ist.  In einer eigenen Richtlinienreihe hält der VDI ein umfangreiches Methodenwerk bereit, um mögliche Umweltwirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) frühzeitig und sicher erkennen zu können.

Wie können mögliche Umweltwirkungen erkannt werden?
Bei jedem Antrag auf Zulassung einer gentechnisch veränderten Pflanze (GVP) muss ein zugeschnittener Monitoringplan erstellt werden, um mögliche Umweltwirkungen des GVP-Anbaus erkennen zu können (nach 2001/18/EG). Hierbei muss das Monitoring standardisiert durchgeführt werden, also so, dass Reproduzierbarkeit und Datenvergleichbarkeit sichergestellt sind.

VDI-Richtlinienreihe zum GVP-Monitoring
Der VDI ist im staatsentlastenden Auftrag damit befasst, für das Monitoring von GVP geeignete Verfahren zu entwickeln und zu beschreiben. Diese standardisierten Verfahren werden in einer eigenen VDI-Richtlinienreihe zum GVP-Monitoring veröffentlicht. Die Erstellung der Richtlinienreihe wurde durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Was leistet die Richtlinienreihe VDI 4330 bis VDI 4333?
Die Richtlinienreihe umfasst insgesamt 13 Blätter, von denen 11 bereits im Weißdruck erschienen sind und 2 in Kürze folgen. Die Methodenbeschreibungen reichen vom Pollenmonitoring über Nachweisverfahren für gentechnisch veränderte Nukleinsäuren und insektizide Bt-Proteine bis zur standardisierten Erfassung wichtiger Indikatorarten wie Amphibien, Wildbienen und Schmetterlinge. Damit liegt ein umfassendes und standardisiertes Instrumentarium vor, um die geforderten Monitoringpläne zu erstellen und mögliche Folgen für die Umwelt frühzeitig und sicher zu erkennen.

Martin FollmannAutor: Dr. Martin Follmann
Position beim VDI: Technisch-Wissenschaftlicher Mitarbeiter der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (TLS) und der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (GVC)
Aufgabe beim VDI: Betreuung der Fachbereiche „Biotechnologie“ und „Biodiversität, GVO-Monitoring und Risikomanagement“

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