Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz

Gefährliche Stoffe erfassen und minimieren

Deo, Haarspray, Parfum – gleich nach dem Auftragen sind wir umhüllt von einer unsichtbaren Wolke, stellen aber bald fest, dass der anfangs doch etwas penetrante Duft um uns herum verflogen ist. Lüften wir anschließend das Badezimmer, ist die Konzentration der Aerosole so gering, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen. Die Luft ist quasi wieder rein. So einfach geht das aber nicht überall.

Bild: Audi AGAuto_Fertigung_Nebel_Bildschirm

In Produktionsstätten stellen luftfremde Stoffe ein gesundheitliches Risiko für die Mitarbeiter dar. In der Industrie beispielsweise gelangen bei Prozessen wie Erwärmen, Schweißen, Kleben oder Reinigen die unterschiedlichsten Schadstoffe in die Luft. In Form von Gasen, Dämpfen, Stäuben oder Aerosolen können sie sogar die Gesundheit der Mitarbeiter und die Umwelt gefährden, wenn sie die am Arbeitsplatz zulässigen Konzentrationen übersteigen. Und das tritt meist an der Stelle auf, an der sie auch entstehen. Würde man, wie im Badezimmer, einfach ein Fenster öffnen, würden sich die Stoffe zwar verteilen, die Gefahr, die von ihnen ausgeht, bliebe aber bestehen. Daher müssen die Schadstoffe aus der Luft entfernt werden. Die Richtlinienreihe VDI 2262 zeigt, wie man diese Stoffe erfasst und ihre Ausbreitung verringert.

Auf die richtige Erfassung kommt es an

Um die Fremdstoffe entfernen zu können, müssen sie zunächst ermittelt werden. Wie gut das gelingt, wirkt sich nicht nur auf die spätere Luftbeschaffenheit, sondern auch auf die laufenden Betriebskosten aus. Schadstoffbelastete Abluft lässt sich nur unter hohem Energieeinsatz aufbereiten. Mit der richtigen Auswahl der Erfassungseinrichtung kann die Absaugluftmenge bereits auf ein Minimum begrenzt werden. In welchen Ausführungen diese Erfassungseinrichtungen erhältlich sind und wie diese ausgelegt werden, erläutert Blatt 4 der Richtlinienreihe VDI 2262. Eigenschaften wie chemische Zusammensetzung, Aggregatzustand oder Partikelgröße sind dann ausschlaggebend dafür, ob sich die luftfremden Stoffe mittels Filter, Wäscher oder thermische Abluftreinigungsanlagen entfernen lassen. Hierfür informiert die Richtlinienreihe in den Blättern 2 und 3 über den Stand der Technik, um die Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz zu verbessern.

Weitergehende Informationen über die unterschiedlichen Anforderungen an Luftqualität zeigt der VDI-Film „Gesundes Raumklima der Zukunft“.

Iris_LindnerAutorin: Iris Lindner
Die Diplom-Ingenieurin (FH) ist für uns in Sachen Berichterstattung rund um die VDI-Richtlinien in den sozialen Netzwerken unterwegs.

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