VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau 2014"

Kunststoffe und Automobiltechnik von morgen

Am 2. und 3. April findet in Mannheim die VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau 2014“ statt. Wir haben uns im Interview mit Prof. Rudolf C. Stauber vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) über die Tagung sowie die Trends in der Branche unterhalten.

Bild: privatStauberHerr Stauber, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.
Nach meinem Chemiestudium in Mainz und Würzburg mit anschließender Promotion auf dem Gebiet der Organischen und Analytischen Chemie arbeitete ich bis 2012 bei der BMW Group München in unterschiedlichen Funktionen, zuletzt als Hauptabteilungsleiter für Werkstoffentwicklung und Betriebsfestigkeit im Kraftfahrzeugbau. Seit 2012 bin ich Geschäftsführer der Projektgruppe IWKS, Hanau/Alzenau am Fraunhofer Institut für Silicatforschung (ISC) in Würzburg. Bereits seit 1999 leite ich den VDI-Fachbereich „Kunststoffe im Automobilbau“.

Wie beeinflussen aktuell Innovationen in der Kunststofftechnik die fahrzeugtechnischen Konzepte von morgen?
Kunststoffe sind etablierte Konstruktionswerkstoffe in allen Fahrzeug-Teilbereichen. Sie unterstützen gezielt den Automobil-Leichtbau, die aktive und passive Sicherheit von Kraftfahrzeugen. Sie sind unverzichtbar für innovative, aerodynamische Formgebung, hochwertiges Innenraumdesign  und multifunktionale mechanische-elektrische Baugruppen. Aktuelle Neuerungen umfassen vor allem Faserverbundanwendungen für den Karosseriebau, Lichttechnologien auf Basis der LED-Technik sowie den Einsatz von rezyklierten technischen Kunststoffen.

Welche neuartigen Bauweisen für Karosseriestrukturen und Anbauteile sind derzeit auf dem Markt?
Erste Anwendungen auf dem Markt umfassen insbesondere Carbonfasertechnologien in der Karosseriestruktur für Elektrofahrzeuge sowie  thermoplastische und duroplastische  Anbauteile, vor allem für Kleinserien.

Wo liegen die aktuellen Herausforderungen des Marktes? Auf welche künftigen Entwicklungen müssen Hersteller und Zulieferer reagieren?
Kurze Entwicklungszeiten, Kostendruck und globale Automobilproduktionen bestimmen das Automobilgeschäft von heute und auch von morgen. Leichtbau und bestmögliche Funktionsintegration im Bauteil eröffnen enorme Potenziale für den Kunststoff im Wettbewerb der Automobilwerkstoffe. Kunststoffverbunde verlangen mehr denn je neue Konzepte für die stoffliche Verwertung der verwendeten Werkstoffe.

Wie lassen sich Sicherheit und Komfort mit Fahrdynamik und Effizienz im Automobil verbinden?
Diese Themen stehen nicht im Widerspruch und sind neben Leichtbau die zentralen Anforderungen im Automobilbau von morgen.

Unter welchem Motto steht die VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau 2014“ und wo liegen die thematischen Schwerpunkte ?
Schwerpunkte sind die Themen Leichtbau durch CFK und Elektromobilität,  das Motto lautet: Kunststoffe und Automobiltechnik von morgen. Im Vordergrund steht der Leichtbau, sowohl im PKW- als auch im Nutzfahrzeugbau. Darüber hinaus dominieren neue, recyclingoptimierte Interieurkonzepte, sowie die Kapitel Wohlfühlambiente und Licht.

Welche Höhepunkte bietet die Tagung „Kunststoffe im Automobilbau 2014“?
Im Vordergrund steht der BMW i3. Besonders informiert wird auch über innovative Leichtbaukonzepte für Kleinserien, sowie über Kunststoffinnovationen im Nutzfahrzeugbau. Neben einem breiten Spektrum von aktuellen Serienanwendungen aus dem Automobilbau wird besonders informiert über neueste Ergebnisse aus der Kunststoff-Faserverbundforschung.

Jennifer_RittermeierDas Interview führte: Jennifer Rittermeier
Position im VDI: Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

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