Zum Weltfrauentag 2014

„Lassen Sie sich nicht verunsichern!“

Heute ist Weltfrauentag! Ein schöner Anlass für uns, einmal die Vorsitzende unser VDI Frauen im Ingenieurberuf (fib) zu Wort kommen zu lassen. Wir haben mit Frau Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui über Frauen in Ingenieurberufen, ihr ehrenamtliches Engagement im VDI und die Arbeit der fib gesprochen.

Bild: privatSONY DSCFrau Wieneke-Toutaoui, bitte stellen Sie sich doch kurz vor.
Studiert habe ich Maschinenbau-Fertigungstechnik an der TU Berlin, war dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin im Bereich Ablaufoptimierung von Fertigungssystemen tätig. Über dieses Thema habe ich promoviert. Seit 1990 war ich dann Professorin für Industrial Engineering an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, 8 Jahre dort Vizepräsidentin. Seit 2013 leite ich die Fachhochschule Brandenburg. Daneben bin ich Sprecherin für die Frauen im Ingenieurberuf im VDI und Vorsitzende des VDI Bezirksvereins Berlin Brandenburg. Meine drei Kinder stehen schon im Beruf bzw. studieren noch.

Wie sind Sie dazu gekommen, sich ehrenamtlich im VDI zu engagieren?
Ich wollte mit dafür sorgen, dass Mädchen und Frauen mehr über den Ingenieurberuf informiert werden und sich für dieses Berufsfeld entscheiden. Und auf der anderen Seite die Bedingungen verändern, sodass sie sich auch in diesem Beruf als Frauen wohl fühlen können.

Beschreiben Sie kurz, was das Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf“ (fib) ausmacht.  
Wir bieten vor Ort und deutschlandweit ein Netzwerk, in dem sich Ingenieurinnen über ihre beruflichen Bedingungen austauschen können, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

Warum sollten Ingenieurinnen am fib-Kongress, der am 18./19. Juli 2014 in Nürnberg stattfindet, teilnehmen?
Es ist immer wieder faszinierend zu erfahren, dass wir nicht einige wenige, sondern inzwischen eine ganze Menge Kolleginnen sind, uns in unserer Vielfalt erleben und gemeinsam lernen und auch Spaß haben können.

Warum gibt es Ihrer Meinung nach immer noch weniger Frauen als Männer in den Ingenieurberufen?
Da gibt es viele Gründe, das würde ein ganzer Beitrag werden. Interessant und vielfach unbekannt ist, dass die Anteile vor allem in den deutschsprachigen Ländern unterdurchschnittlich sind. Das wird auch mit der spezifischen Technik-Kultur in diesen Ländern zu tun haben.

Was raten Sie jungen Frauen, die sich für ein Ingenieurstudium entscheiden?
Sie können es mindestens so gut wir Ihre Kommilitonen, lassen Sie sich nicht verunsichern, versuchen Sie Netzwerke mit anderen Studentinnen aufzubauen. Und natürlich auch mit den Studenten.

Erzählen Sie uns kurz von dem Moment, in dem Sie entschieden haben, dass Sie Ingenieurin werden wollen.
Das habe ich im Jahr vor dem Abitur gemacht; ich habe systematisch alle Studienmöglichkeiten analysiert und mich dann für Maschinenbau entschieden und nie bereut.

Bild: VDITatjana_BelovencevaDas Interview führte: Tatjana Belovenceva

Aufgabe im VDI: Koordinatorin des VDI-Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf (fib)

Kommentare & Pingbacks

Ein Gedanke zu “„Lassen Sie sich nicht verunsichern!“

  1. Liebe Frau Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui, vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Durchsetzungskraft. Der Ingenieurberuf hat Frauen viel zu bieten und zukünftig werden in diesem aussichtsreichen Beruf auch mehr Frauen in Deutschland benötigt. Bitte machen Sie weiter so!

    Mit besten Grüßen
    S. Braun

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