Gemeinsame Nachwuchsprojekt von VDI und ASME

Internationales Team gesucht

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. lanciert gemeinsam mit der ASME American Society of Mechanical Engineers ein Nachwuchsprojekt zum Thema „Advanced Manufacturing Technology“. Das internationale Projektteam besteht aus insgesamt zehn Personen. Für die Besetzung des fünfköpfigen deutschen Teams suchen wir derzeit noch Bewerber. Damit Ihr Euch besser vorstellen könnte, wobei es in dem Projekt geht, haben wir mal mit Franco Schubert und Jan Oliver Kammesheidt zwei Beteiligte dazu befragt.

Bitte stellt Euch kurz in 140 Zeichen vor.
Franco Schubert: Ich bin 27 Jahre alt und Masterstudent der Energie und Umwelttechnik an der HTWK Leipzig. Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zum KFZ-Mecharoniker und im Anschluss mein Fachabitur gemacht.
Jan Oliver Kammesheidt: Ich bin 33 Jahre alt und wohne in Lübeck. Nach Abitur und Bundeswehr habe ich zunächst eine Ausbildung als Industriekaufmann bei GE absolviert und danach an der Technischen Universität Clausthal Wirtschaftsingenieurwesen mit der Studienrichtung Energie und Rohstoffe auf Diplom studiert. Seit 2010 arbeite ich bei der Rittal GmbH & Co. KG.

Bild: privatSchubert_Kammheidt

Jan Oliver Kammesheidt (links) und Franco Schubert (rechts)

 

Der VDI lanciert gemeinsam mit der ASME (American Society of Mechanical Engineers) ein Nachwuchsprojekt mit dem Titel „Advanced Manufacturing Technology“. Erklärt uns doch bitte mal das Projekt.
Franco Schubert: Es dreht sich alles um den Bereich der Automatisierungstechnik. Als Endprodukt soll ein White-Book mit Vorschlägen und Ideen für die Industrieproduktion in der Zukunft erarbeitet werden. Was genau betrachtet wird, ist noch nicht klar, denn das richtet sich nach den Mitgliedern der Projektgruppe. Das ist das Tolle daran: Die Gruppe kann selbst entscheiden woran sie arbeiten möchten. Es wird ein nationales Treffen der deutschen Mitglieder geben, gefolgt von Treffen in den USA und Düsseldorf zusammen mit den amerikanischen Mitgliedern. Am Ende sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Ihr wart bis zum letzten Jahr Teil des internationalen Projektteams. Was hat Euch motiviert, dabei mitzumachen?
Franco Schubert: Es ging in dem Gemeinschaftsprojekt mit der ASME um die Energieversorgung der Zukunft. Es war keine weitere Einschränkung gegeben bzw. es wurde kein spezielles Fachwissen gefordert ähnlich wie in dem neuen Projekt. Gerade diese offene Herangehensweise hat mich ermutigt mitzumachen. Als ich mich für das Projekt beworben habe war ich ja noch ganz am Anfang von meinem Studium. Ich erhoffte mir also schon ein bisschen was für später mitnehmen zu können und auch Kontakte für die Zukunft zu knüpfen. Außerdem interessierte und interessiert mich immer noch das Thema Energieversorgung der Zukunft brennend.

Was war Euer persönliches Highlight im Rahmen der Projektarbeit?
Franco Schubert: Ganz klar die Zusammenarbeit mit den Amerikanern! Wir von der deutschen Projektgruppe hatten in unserem ersten Treffen schon ein paar Vermutungen angestellt, wie die Amerikaner wohl auf unsere Themenwahl 100% Erneuerbare Energieversorgung bis 2050 reagieren würden. Beim ersten Treffen in Washington D.C. waren wir dann doch alle überrascht wie gut sie den Vorschlag aufnahmen. Es wurde ein wirklich sehr tolles Projekt, da wir uns alle sehr gut verstanden haben und alle am gleichen Strang zogen, was ich persönlich nie so erwartet hatte. Da wurde mir erstmals so richtig klar, wie viel man als Ingenieur doch gemeinsam hat und wie gut man sich auch über Sprachgrenzen hinweg verständigen kann.

Was ist Euer Tipp für Ingenieurstudenten bzw. junge Ingenieure, die zum ersten Mal in einem internationalen Team arbeiten?
Jan Oliver Kammesheidt:
Seid offen und höflich und versucht auf jeden Fall am Anfang herauszufinden, wo die Interessensschwerpunkte und Zielvorstellungen Eurer amerikanischen Pendants liegen. Für den Erfolg des Projektes wird entscheidend sein, dass Ihr Euch alle auf ein oder mehrere Ziele Eures Projektes einigen könnt. Wir waren damals positiv überrascht, wie schnell wir uns mit den Amerikanern auf das Ziel unserer Projektgruppe „100 Prozent erneuerbare Energieversorgung in 2050“ einigen konnten.

Auf welche Weise hat der VDI das deutsch-amerikanische Projekt unterstützt bzw. aktiv gefördert?
Jan Oliver Kammesheidt: Die Unterstützung des VDI und der Studenten und Jungingenieure war die ganze Zeit über hervorragend. Wir hatten sowohl von ehrenamtlicher Seite als auch von hauptamtlicher Seite jederzeit feste Ansprechpartner, die aktiv mitgeholfen haben, unser Projekt voranzutreiben. Die hauptamtliche Mitarbeiterin des VDI, Claudia Rasche, hat uns z. B. sämtliche Organisation rund um unsere Treffen und Reisen abgenommen und uns auch sonst jederzeit prima unterstützt. Gleiches gilt auch für die amerikanische Seite und die Unterstützung der Geschäftsführungen von VDI und ASME.

Wie hoch war Euer zeitlicher Aufwand?
Franco Schubert: Nicht so hoch wie ich am Anfang gedacht habe. Die Deutschen haben sich einmal im Monat in einer Telefonkonferenz abgesprochen wer an was arbeitet, was noch gemacht werden sollte und wie es weiter geht. Dazwischen wurde selbständig gearbeitet was ganz flexibel jeder je nach seinem Arbeitspensum einteilen konnte. Natürlich wurde vor und nach den Treffen mehr gemacht als zwischendurch aber aus meiner Sicht war das als Student locker zu stemmen. Man hat ja definitiv noch etwas dabei gelernt.

Wie helfen Euch die Ergebnisse aus dem Projekt für Euer Studium/Job/Jobsuche?
Franco Schubert: Einerseits habe ich einen tieferen Einblick für die Materie der Energieversorgung gewonnen als ich es zu damaligen Zeitpunkt durch mein Studium hätte erlangen können. Andererseits habe ich bis jetzt nur positive Rückmeldungen bei Bewerbungsgesprächen oder dergleichen für das ehrenamtliche Engagement bekommen. Da es ein internationales Projekt war zeigt man auch ein Stück internationale Kompetenz und beweist glaubwürdig seine Sprachkenntnisse.
Jan Oliver Kammesheidt: Das VDI-ASME-Projekt war eine einzigartige Erfahrung, die mich sowohl persönlich als auch beruflich enorm weitergebracht hat. Zu nennen ist z. B. die Zusammenarbeit in einem interkulturellen Team (die amerikanische Seite hatte ja z. B. auch Teammitglieder mit asiatischen Wurzeln mit dabei), ein erheblicher Zugewinn an Fachkompetenz und Wissen im bearbeiteten Themengebiet und natürlich neue transatlantische Freundschaften, die auch nach zwei Jahren noch halten, sowie zu guter letzt neue Geschäftskontakte.

Wer Lust hat, sich an dem Projekt zu beteiligen, der kann sich noch bis 25. Mai dafür bewerben. Alle Infos dazu gibts auf der Homepage des VDI.

Bild: privatFoto Hagen BröhlDas Interview führte: Hagen Bröhl
Position im VDI: (Vorstands-)Vorsitzender des Netzwerks der Studenten und Jungingenieure im VDI
Aufgabe im VDI: Vertreten des Netzwerks in verschiedenen Gremien und Koordinierung der bundesweiten Projekte

 

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