VDI-Wettbewerb nachhaltiges Holzhotel

„Alle Einzelteile zu einem Ganzen zusammensetzen“

Unser VDI-Wettbewerb „Nachhaltiges Holzhotel“ war für alle teilnehmenden Teams eine spannende Erfahrung. Am besten gemeistert hat diese das Siegerteam von der RWTH Aachen. Warum das so war, haben uns die Teammitglieder selbst erzählt:

Bild: Team RWTH AachenDas Gewinnerteam bei der Preisverleihung

Das Gewinnerteam von der RWTH Aachen bei der Preisverleihung

Wir sind Sven (28), Kathrin (23) und Elisa (25) und haben zusammen das „Musikbox Hotel“ entworfen.

Der Realität des Arbeitsalltags näher kommen
Vor ziemlich genau einem Jahr haben zwei von uns in einem gemeinsamen Urlaub beschlossen, am VDI Studentenwettbewerb „Nachhaltiges Holzhotel“ teilzunehmen und konnten nach dem Rückflug auch die Dritte im Bunde dafür gewinnen. Das Thema wurde zuvor bei einem Informationstag zum Semesterprogram vorgestellt und hat uns sofort begeistert. Unser aller Motivation am Wettbewerb teilzunehmen war es, zu lernen, ein nachhaltiges Gebäude zu planen, es mit nachwachsenden Rohstoffen zu entwerfen und unsere unterschiedlichen Vorkenntnisse im Holzbau aus Praktika und Hiwi-Arbeit auszubauen. Außerdem erhofften wir uns, der Realität unseres späteren Arbeitsalltages ein wenig näher zu kommen. In diesem Zusammenhang dachten wir vor allem an die nötige interdisziplinäre Zusammenarbeit in Bezug auf die Komplexität von Bauprojekten, aber auch an die Eigenheiten und Bedingungen von Wettbewerbsteilnahmen.

Bauingenieur und Architekt finden zusammen
Zurzeit studieren wir alle an der RWTH Aachen, mittlerweile im 3. Mastersemester, und stehen kurz vor unserer Masterarbeit. In unseren Köpfen waren zu Anfang die Rollen unseres Teams relativ klischeehaft und klassisch verteilt. Der Mann studiert Bauingenieurswesen und ist für Technik und Tragwerk verantwortlich, die Frauen studieren Architektur und widmen sich erst mal den schönen Dingen des Entwerfens. Doch schon in den ersten Zügen der gemeinsamen Arbeit kristallisierte sich heraus, dass der Entwurf von einem regen Austausch unter den beiden Fachdisziplinen stark zu profitieren schien. Dabei kam uns zu Gute, dass wir schon längere Zeit befreundet waren und somit ehrlicher diskutieren und offener Ideen sammeln konnten.

Zukunftsweisende Fassadengestaltung
Nach sechs Monaten anstrengender Bearbeitungszeit, diversen Zeichnungen und zahlreichen Rechercheordnern, hatten sich dann die Puzzelstücke unseres Entwurfes zusammengesetzt. Als wir anschließend in Berlin unser Hotel vorstellen durften, setzten wir auf drei besondere Teile dieses Puzzles: Herausarbeitung und Umsetzung eines starken Themas, detailliert abgestimmte Gebäudetechnik und eine zukunftsweisende Fassadengestaltung. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir damit auch die Jury überzeugen konnten.

Pflichtprojekt trug zum Erfolg bei
Was dabei genau unser Erfolgsgeheimnis war, muss man eigentlich die Jury fragen. Was wir jedoch festhalten können ist, welche Erfahrungen uns bei der Bearbeitung geholfen haben. Auffällig ist, dass diese vor allem im Studium wieder zu finden sind, denn schon im Bachelorstudium Architektur an der RWTH wird die integrale Planung durch ein Pflichtprojekt gefördert. Dadurch erlangen die Architekturstudenten ein besseres Verständnis und eine sehr große Anschlussfähigkeit zu den Themen Tragwerk und Gebäudetechnik. Hierdurch lässt sich in Diskussionen schneller ein gemeinsames Ziel definieren. Sicherlich ist es auch von Vorteil, dass wir alle schon im Master studieren, somit viele Arbeitsschritte routinierter machen können und zum Schluss die Möglichkeit haben, tiefer ins Detail zu gehen.

Große Hürde: Die Einbingung aller Einzelaspekte
Aber natürlich lässt sich jeder auf dem Weg zum Ziel verunsichern, so auch wir. Die großen Hürden im Entwurfsprozess waren für uns vor allem die sinnvolle Einbindung aller Einzelaspekte einer sehr komplexen Aufgabenstellung, die den Wettbewerb jedoch auch besonders reizvoll machten. Darüber hinaus war es die erste Situation in unserem Studium, in der wir nicht wussten, was unsere Konkurrenten entwickelten und uns somit selber nicht einschätzen konnten. Erschwerend hinzu kam dann noch, dass die beiden Architektinnen unter uns den Wettbewerb auch zeitgleich als eins der wichtigen Projekte im Masterstudium bearbeiteten. Folglich mussten wir unsere Ideen mit der Meinung unserer Betreuer und unserer Vorstellung, von dem was der Bauherr (in diesem Fall der Auslober VDI) erwartet, überein bringen. Aus diesem Spannungsdreieck haben wir gelernt, dass es besonders wichtig ist, hinter dem eigenen Entwurf zu stehen, seinem Bauchgefühl zu vertrauen und dass man ruhig mal etwas stur sein darf, solange die Einzelteile des Entwurfes schlüssig zu einem Ganzen zusammenzusetzen sind.

Bild: Team RWTH AachenHolzhotel_Modell_Gewinner

So sieht das „Musikbox Hotel“ im Entwurf aus.

Wir wünschen allen interessierten Studenten viel Spaß beim nächsten Wettbewerb des VDI. Es war eine einzigartige Erfahrung in die Wettbewerbsbranche reinzuschnuppern und eine tolle Vorbereitung auf unsere zukünftige Arbeit als Architekten und Ingenieure.

Euer „Musikbox Hotel“-Team

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