Baden-Baden Spezial

Die kleine Schwester der #ELIV

Die „Elektronik im Fahrzeug“ fand erstmals im Jahr 1984 statt. Sie hat sich seitdem zu einem bedeutenden Branchentreffpunkt entwickelt, bei dem sich jedes zweite Jahr inzwischen über 1.400 Experten treffen. In den geraden Jahren hat sich die „Baden-Baden Spezial“ – auch als kleine Schwester der „Elektronik im Fahrzeug“ bekannt – mit zwei parallelen Veranstaltungen etabliert. Wegweisend bei Trends und Innovationen sind die „Elektronik im Fahrzeug“ und die „Baden-Baden Spezial“ mittlerweile unverzichtbar für die Automobilindustrie geworden. Insgesamt über 20.000 Teilnehmer aus mehr als 15 Ländern in fast 30 Jahren unterstreichen diese internationale Führungsposition.

Im Laufe der Jahre haben sich die Veranstaltungen weiterentwickelt. Seit Sommer 2013 gehören sie beide dem Marktplatz Elektronik an, der sich unter dem Namen ELIV (Electronic In Vehicles) präsentiert. In diesem Jahr beinhaltet die ELIV drei Veranstaltungen, die unter einem Dach zur gleichen Zeit stattfinden. Dr. Wolfgang Runge von Runge-Consult war lange Jahre der Leiter beider Veranstaltungen und führte zusammen mit der VDI Wissensforum GmbH den Marktplatz ELIV ein. Im vergangenen Jahr übergab er die Leitung der „Elektronik im Fahrzeug“ an Uwe Michael von Porsche. Bei der „Baden-Baden Spezial“ ist er weiterhin Vorsitzender und wählt gemeinsam mit dem Programmausschuss und Dr. Wolfgang Frech, Abteilungsleiter der Fahrzeugindustrie der VDI Wissensforum GmbH, die inhaltlichen Schwerpunkte aus.

Herr Dr. Frech, Sie als Abteilungsleiter der Fahrzeugindustrie bei der VDI Wissensforum GmbH begleiten die Veranstaltung bereits seit einigen Jahren. Was genau sind die „Elektronik im Fahrzeug“ und die „Baden-Baden Spezial“?
Bild: VDI WIssensforum GmbHDr. Wolfgang_FrechDr. Frech: Die „Elektronik im Fahrzeug“ bietet eine einmalige Plattform für Experten der Branche, um sich zwei Tage über Elektronikentwicklungen und aktuelle Anwendungen zu informieren. Der Programmausschuss, der mit hochrangigen Vertretern seitens der Automobilhersteller und großen Zulieferer besetzt ist, wählt mit einem Call for Papers mit etwa 220 Einreichungen für 75 mögliche Vorträge die fachlichen Inhalte aus. Bei der zweizügigen „Baden-Baden Spezial“ hingegen sprechen wir die Vortragenden direkt an. Die Fachleute präsentieren und diskutieren intensiv ausschließlich Pkw Themen. Eine Besonderheit des „Baden-Baden Spezial“ Konzeptes sind die synchron verlaufenden Parallelveranstaltungen.

Und wie sehen konkret die Inhalte der beiden Veranstaltungen aus, Herr Dr. Runge? Was unterscheidet sie? Oder was verbindet sie?
Bild: privatWolfgang Runge Runge ConsultDr. Runge: Die beiden Veranstaltungen sind eine Einheit. Vom Programmausschuss haben wir uns bereits vor Jahren entschieden, den jährlich identischen Veranstaltungen mit einem inhaltlich spezifischen Konzept zu begegnen. Die Veranstaltungen haben zunächst alle Themen der Fahrzeugelektronik umfasst, um der damalig jungen Technologie eine Heimat zu geben. Sie beinhalteten alle Fachgebiete: Pkw, Nkw und mobile Arbeitsmaschinen. Im Laufe der Jahre fand eine Konzentration auf den Pkw statt. Bei der „Elektronik im Fahrzeug“ konzentrieren wir uns jetzt auf die wesentlichen allgemeinen Trends mit Übersichts- und technischen Detailvorträgen. Bei der „Baden-Baden Spezial“ reagieren wir kurzfristig auf zwei bis drei Schwerpunkthemen im Pkw und gehen viel stärker ins Detail. Zusätzlich gehen wir auf die aktuellen Schwerpunkthemen des Nutzfahrzeuges und der mobilen Arbeitsmaschinen durch parallele Veranstaltungen ein.

Seit kurzem laufen beide Veranstaltungen unter der Dachmarke ELIV. Was bedeutet dies für die Veranstaltungen?
Dr. Runge: Die Abkürzung ELIV steht für Electronic In Vehicles. Der Name ist Programm. Bei jeder ELIV betrachten wir das gesamte Spektrum der Fahrzeugelektronik – allerdings in den verschiedenen Jahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wenn wir es auf den Punkt bringen wollen, haben wir bei der ELIV 2014 – zwei Tage – drei Events.

Dr. Frech: Die ELIV steht vor allem für den Netzwerkgedanken. Neben den strategischen Plenarvorträgen, präsentieren hier über 70 Fachreferenten der Fahrzeughersteller, Zulieferer und Dienstleister Innovationen und Trends. Ergänzt durch über 100 Fachaussteller ergibt sich eine einmalige Konzentration von Elektronikspezialisten.

ELIV 2014 – zwei Tage – drei Events, haben Sie es genannt, Herr Dr. Runge. Welche drei Events finden denn in diesem Jahr konkret statt?
Dr. Runge: Zum einem findet die Elektronik im Pkw statt, die so genannte „Baden-Baden Spezial“, deren diesjährige Schwerpunkte MultiCore Architekturen und Human Machine Interface (HMI) sind. Ergänzt wird die Veranstaltung durch die „Elektronik im Nutzfahrzeug“ und die „Elektronik in mobilen Arbeitsmaschinen“, die auf die Besonderheiten der jeweiligen Branche eingehen.

Was ist der Vorteil daran, die Fachleute aus der Pkw-, Nfz- und Arbeitsmaschinenbranche zusammenzubringen?
Dr. Runge: Die Herausforderungen in den einzelnen Branchen sind im Prinzip identisch. Die aktuellen Schwerpunktthemen unterscheiden sich allerdings zum Teil. Außerdem ist es momentan so, dass der Pkw-Branche der Technologietreiber zu sein scheint. Hier werden Technologien entwickelt die kurze Zeit später auch im Nutzfahrzeug oder in der Arbeitsmaschine eingesetzt werden. Der Ansatz ist auch, durch diesen Gedankenaustausch den Hochtechnologie-Standort Deutschland zu stärken. Ich muss es ganz deutlich sagen, dass ein wesentlicher Standortvorteil vor allem der offene Gedankenaustausch zwischen Wettbewerbern und Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist. Dazu wollen wir einen essentiellen Beitrag liefern. Diesen integrierten Ansatz haben wir in dieser Form erstmals in 2012 in Baden-Baden durchgeführt und er wird hervorragend angenommen.

Dr. Frech: Ich kann mich Dr. Runge nur anschließen. Der Netzwerkgedanke ist ein ganz wichtiger Aspekt. Die Experten aus den verschiedenen Branchen können sich so austauschen und ihre Erfahrungen teilen. Die jeweiligen Bereiche sind zwar unterschiedlich, aber sie haben auch einige Überschneidungspunkte. Es gilt voneinander zu lernen.

Der Austausch zwischen den unterschiedlichen Disziplinen wird also immer wichtiger werden. Wo möchten Sie die ELIV im Markt positionieren?
Dr. Frech: Die ELIV ist mittlerweile der Treffpunkt für Fahrzeugelektroniker. Alle zwei Jahre treffen sich etwa 1.400 Experten in Baden-Baden. Unser Ziel ist es, auch in den geraden Jahren noch mehr Experten nach Baden-Baden zu holen. Denn die Technologie entwickelt sich immer rasanter und aus meiner Sicht ist ein jährlicher Austausch notwendig.

Jennifer_RittermeierDas Interview führte: Jennifer Rittermeier
Position im VDI: Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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