Wie gewinnt man einen VDI-Preis?

RWTH Aachen baut das beste Holzhotel

„Mitten im Herzen Berlins im Hinterland der Köpenickerstr./Michaelkirchstr. beabsichtigt die Fühl-Dich-Wohl GmbH, ein Hotel in gehobener Ausführung zu errichten. Die direkt an die Spree grenzende Baufläche soll Heimat für ein Holzhotel sein, das in Holz- oder Holzmischbauweise geplant werden soll. Das Hotel soll sich durch eine material- und konstruktionsgerechte Architektur auszeichnen. Ein Gebäudeteil soll mindestens 4 Etagen aufweisen. Insgesamt soll das Hotel über ca. 100 Zimmer sowie einen zugehörigen Veranstaltungs- bzw. Konferenzbereich verfügen.“

Bild: Ed. Züblin AG; Fotograf: Tom PhilippiFassade Holzhotel

Bild: Ed. Züblin AG; Fotograf: Tom Philippi

So lautete die Aufgabe des VDI-Wettbewerbs Integrale Planung „Nachhaltiges Holzhotel“, den die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik im Wintersemester 2013/2014 auslobte. Bereits zur Kick-Off-Veranstaltung im Oktober 2013 kamen mehr als 120 Teilnehmer, sodass kurzfristig neue Räumlichkeiten gesucht werden mussten. Am Ende reichten 89 Teams von 34 Hochschulen mit insgesamt 297 Studierenden ihre Entwürfe ein. Für die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik ein sensationeller Erfolg. Aber wie viel Arbeit steckt eigentlich dahinter?

Am Anfang stand die Recherche
Welche Kontakte zu Hochschulen und Universitäten hat der VDI bereits? Wo gibt es Lehrstühle, die sich mit dem Thema Holzbau oder Holztechnik befassen? Ganz wichtig, die richtigen Ansprechpartner an den Hochschulen zu finden, damit die Information zum Wettbewerb auch ankommt. Der Versand der Information erfolgte vor Semesterbeginn, sodass der Wettbewerb wenn möglich mit in den Lehrplan aufgenommen werden konnte. In einem ersten Mailing wurden mehr als 500 Professoren angeschrieben wurden, an etwas mehr als 300 wurden auch Plakate und Postkarten verschickt.
Die Kick-Off-Veranstaltung im Oktober 2013 zeigte erstmals, wie groß das Interesse am Wettbewerb war. Ursprünglich mit maximal 50 Teilnehmern geplant, musste kurzfristig ein neuer Raum gefunden werden, der Platz für 120 Teilnehmer bot, wobei die Teilnahme pro Team auf 2 Personen begrenzt werden musste.

Das passierte nach dem Einsendeschluss
Deadline für die Einreichung der Entwürfe war der 31. März 2014. Die Teams mussten jeweils eine max. 8-seitige Ausarbeitung ihres Entwurfs inklusive TGA- und Energiekonzept abgeben sowie zwei Pläne in der Größe DIN A0. Alle Unterlagen ebenfalls digital. Am Ende waren es 89 Teams, die einen Entwurf einreichten. 89 Einreichungen bedeuteten 89 Rollen oder Kartons mit Plänen und ebenso viele Umschläge mit Unterlagen.

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Die Einreichungen wurden zunächst auf formale Richtigkeit geprüft und erfasst. Dann bekam die 12-köpfige Jury alle Pläne und Beschreibungen zugeschickt, um die Entwürfe fachlich zu prüfen. Die acht Seiten Ausarbeitung  und zwei Pläne (die auf DIN A3 verkleinert wurden) pro Team füllten insgesamt  26 Ordner.

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Die besten 30 Teams wurden zur Jurysitzung ins Deutsche Architekturzentrum (DAZ) nach Berlin eingeladen. Dort bekam jedes Team noch einmal 10 Minuten Zeit, seinen Entwurf der Jury anhand der erstellten Pläne zu präsentieren. An dieser Stelle geht ein Dank an die perfekte Organisation im DAZ und die Mitglieder der Jury, die sich die Zeit für alle Entwürfe nahm und nach intensiven Diskussionen die Sieger gekürt hat.

Bild: VDIJurysitzung

Am Ende hatte ein Team der RWTH Aachen mit seinem Entwurf „Musikbox-Hotel“ die Nase vorn. Es folgten Teams der Universität Stuttgart und der TU Wien auf den Plätzen 2 und 3. Zudem wurden vier Anerkennungspreise verliehen, davon je einer an die TU Wien und die TU Graz und zwei an Teams der HafenCity Universität Hamburg.

Bild: VDISiegerteam Aachen

Das Siegerteam von der RWTH Aachen

Nach dem Holzhotel kommt das Hochhaus. Der VDI-Wettbewerb „Integrale Planung“ geht im Wintersemester 2014/2015 mit dem Thema  „Energieeffizientes Hochhaus“ in die nächste Runde (www.vdi.de/hochhaus).

Bild: VDIChristof Kerkhoff_TW2Autor: Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff
Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik

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