Aktion "Ingenieurgeschichten"

„Wenn andere vor Glück schreien, kann ich nur müde lächeln.“

Mathias Thomas entwickelt hochkomplexe Verfahren im Bereich Logistik und
E-Commerce. Er ist nur einer von vielen deutschen Ingenieuren, die unsere
Welt jeden Tag ein Stückchen besser machen. Der VDI sucht ihre Geschichten auf ingenieurgeschichten.vdi.de um zu zeigen, wie wichtig Ingenieurinnen und Ingenieure für uns alle im Alltag sind. Mathias Thomas ist der Protagonist unserer ersten verfilmten Ingenieurgeschichte. Wir haben mit ihm über seinen Antrieb, das Ingenieur-Sein und die Logistikbranche gesprochen.

Was hat nach der Schule den Ausschlag für die Wahl eines Ingenieurstudiums gegeben?
Ich war schon in jungen Jahren sehr interessiert daran, Zusammenhänge zu verstehen und die Möglichkeiten der Technik in eigenen kleinen Projekten auszutesten. Die Verbindung aus kreativer Arbeit und technischen Herausforderungen hat sich dadurch für mich schnell als roter Faden herauskristallisiert. Die Nähe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als Kaderschmiede hat dann das Ganze besiegelt.

Und wie ist es zu der Faszination für Logistik gekommen?
Das Grundinteresse „etwas bewegen zu wollen“ wurde mir ja von meinem Vater quasi in die Wiege gelegt. Daher hatte ich bereits in jungen Jahren enge Berührung mit der Logistik in all ihren spannenden Facetten und auch mit der Bedeutung von Teamwork in Logistik-Projekten. Im Laufe meines Werdegangs ist mir dann auch klar geworden, dass die Logistik ein sehr zukunftsträchtiges Thema ist, dessen generelle Bedeutung auf unabsehbare Zeit stetig zunehmen wird.

Das Traumprojekt im Bereich Logistik, dass ich auf jeden Fall mal gerne realisieren würde, ist…
… die Revolutionierung der urbanen Logistik. Eine der ganz großen Herausforderungen in den kommenden Jahren wird es sein, die Ballungsgebiete vor dem Verkehrsinfarkt zu bewahren – und das bei stetig wachsendem Verkehrsaufkommen durch LKW, Versand-Dienstleister und privaten Fahrzeugen. Wir müssen unsere urbane Infrastruktur nach logistischen Problemstellungen planen und deutlich effektivere Lösungen für den innerstädtischen Personen und Gütertransport erarbeiten. Wieso sitzt beispielsweise so oft nur eine Person in einem Auto, anstatt dass mehrere oder alle Sitzplätze belegt sind?

Was ist die größte Herausforderung in der Logistik in den kommenden 20 Jahren?
Ganz klar die Abwicklung des wachsenden E-Commerce. Die Strecke von Hamburg nach München wird auch in 20 Jahren noch knapp 800 km betragen und der Transport von Gütern entsprechend Zeit und Ressourcen brauchen. Bis irgendjemand das Beamen erfindet oder 3D-Drucker essbare Nordseekrabben drucken können werden wir auf beschränkter Fläche immer mehr Waren transportieren müssen. Ich nenne es „E-Commerce – oder das Problem des Weges / der Entfernung“ – und dafür müssen Lösungen her.

Die Arbeit als Geschäftsführer und Dozent, das ehrenamtliche Engagement im VDI und anderen Gremien sowie die ganz eigenen Herausforderungen eines jungen Vaters? Wie lässt sich das alles zeitlich vereinbaren?
Das ist eigentlich ganz einfach: Man trennt klar und bewusst zwischen Arbeit und Freizeit. Nur so kann man sich aktiv Freiräume für beide Seiten schaffen. Eine wichtige Grundlage dafür ist sicher, dass man Vertrauen zu seinen Kollegen hat und sich selbst eingesteht, dass nicht zwangsläufig der Tag des Jüngsten Gerichts bevorsteht, wenn man mal nicht bis 20 Uhr im Büro sitzt. Und das eigentlich Wichtigste, was leider viel zu oft außer Acht gelassen wird: Alles was Du erfolgreich anpacken willst, muss Dir selbst Spaß machen. Dann wird das vermeintlich große Problem schnell zu einer spannenden Herausforderung.

Bild: VDIStephan Berends_2_qDas Interview führte: Stephan Berends
Position beim VDI: Pressereferent
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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