Auslandsaufenthalte von Ingenieurstudierenden

Der richtige Weg ins Ausland

Kaum eine Zeit bietet sich besser an, um ins Ausland zu gehen als die im Studium. Ingenieurstudierende nutzen diese Chance noch zu wenig.

Sie sind das Schlusslicht, wenn es darum geht für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland zu gehen. Lediglich 16 Prozent der Ingenieurstudierenden an Fachhochschulen und 19 Prozent an Universitäten gehen laut einer Umfrage des HIS-Instituts für Hochschulforschung ins Ausland. Was für eine vertane Chance! Gerade Ingenieure sind im In- und Ausland als Fachkräfte gefragt. Je mobiler sie sind, desto höher sind ihre Chancen im Berufsleben.

Studium_Vorlesung

Also los, hinaus in die Welt! Wir haben mal festgehalten, welche Schritte auf den Weg ins Ausland führen – und siehe da: sie sind leicht zu gehen und versprechen eine spannende und lehrreiche Zeit jenseits altbekannter Pfade.

Ca. 18 Monate vorher

  • Beratung des Akademischen Auslandsamts deiner Heimathochschule in Anspruch nehmen!
  • Art des Auslandsaufenthalts klären (Auslandssemester, Auslandspraktikum, Auslandsstudium)
  • Was ist deine Motivation und was versprichst du dir vom Auslandsaufenthalt?
  • Wie lange möchtest du im Ausland bleiben?
  • Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt in deinem Studiengang?
  • Frage deine Professorinnen und Professoren!
  • Was ist dein Zielland?
  • Gibt es Erfahrungsberichte von Kommilitonen?
  • Kommen Austauschprogramme für dich infrage? (z.B. International Association for the Exchange of Students for Technical Experience)
  • Hat deine Hochschule ausländische Partner-Hochschulen bzw. Partner-Unternehmen?
  • Reichen deine Sprachkenntnisse?

Ca. 12-15 Monate vorher

  • Wie kannst du dich finanzieren? (Ersparnisse, Erasmus, Stipendien, Auslands-Bafög)
  • Welche Studienprogramme kommen im Zielland für dich in Frage?
  • Gibt es Zugangsvoraussetzungen? Wenn ja, welche?
  • Wird deine Hochschulzugangsberechtigung (z.B. Fachabitur) anerkannt?
  • Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?
  • Welche Fristen musst du beachten?
  • Musst du vorab einen Aufnahmetest absolvieren?
  • Benötigst du einen Sprachnachweis? Musst du einen Sprachtest absolvieren? Kannst du vor Ort einen Sprachkurs besuchen?
  • Welche weiteren Unterlagen benötigst du für die Bewerbung? (Referenzschreiben vom Professor, Übersetzungen etc.)
  • Werden im Ausland erbrachte Studienleistungen an deiner Heimathochschule anerkannt?
  • Frage dein Prüfungsamt und den Austauschkoordinator deines Instituts!
  • Welche Einreise- oder Aufenthaltsbestimmungen gibt es? Welche Visabedingungen gelten? Benötigst du beim Auslandspraktikum eine Arbeitserlaubnis?
  • Evtl. Konsulat des Ziellandes kontaktieren
  • Welche Impfungen sind notwendig?

Ca. 9 Monate vorher

  • Sind dein Personal- und Reisepass bis zu deiner Rückkehr gültig?
  • Bestehende Verträge auf automatische Verlängerung überprüfen und ggf. kündigen.
    (Handy, Festnetztelefon, Fitnessstudio etc.)
  • Wie kannst du deine Finanzen im Zielland regeln? (Bankkonto im Ausland eröffnen, Kreditkarte beantragen etc.)
  • Wie und wo findest du vor Ort ein WG-Zimmer, Studentenwohnheimplatz etc.
  • Benötigst du eine Auslandskrankenversicherung?
  • Benötigst du einen Auslandsführerschein?
  • Wie und wo bekommst du die „International Student Identity Card“?

Ca. 6 Monate vorher

  • Deine Wohnung kündigen oder Zwischenvermieten?
  • Anreise planen: Wo bekommst du günstigste Bahn- und Flugtickets?
  • Wer ist dein Ansprechpartner im Ausland?
  • Wirst du am Flughafen bzw. Bahnhof abgeholt?
  • Reiseapotheke planen! Musst du wichtige Medikamente mitnehmen?
  • Stromadapter besorgen!
  • Urlaubssemester an deiner Heimathochschule beantragen.

Kurz vor der Abreise

  • Wenn du deine Wohnung gekündigt hast, Zwischenlagerung deiner Möbel klären.
  • Koffer packen
  • Abschiedsparty!
    Das letztes Mal mit deiner Familie sowie Freunden feiern und auf ins Abenteuer…

Anerkennung von Leistungen nach deiner Rückkehr

I.    Wenn du eine gewisse Zeit an einer ausländischen Partnerhochschule deiner Heimathochschule verbringst, ist zwischen diesen beiden Vertragspartnern geregelt, welche Studienleistungen wechselseitig anerkannt werden.
Der Austauschkoordinator deines Instituts kann dir diese Module und Ansprechpartner am Institut der Partnerhochschule nennen.
II.    Wenn du an eine Hochschule wechselst die keine ausländische Partnerhochschule ist, dann kannst du für die Anerkennung wie folgt vorgehen:
1.    Nutze dazu das Modulhandbuch deines Studiengangs im Ausland und vergleiche es mit dem Modulhandbuch an deiner Heimathochschule.
2.    Identifiziere inhaltlich passende Module und nehme Kontakt mit deinem Prüfungsamt und dem Austauschkoordinator deines Instituts auf!
3.    Lasse dir vor deiner Abreise von diesen schriftlich bescheinigen, welche im Ausland erbrachten Studienleistungen dir anerkannt werden.
4.    Lege nach deiner Rückkehr deine Bescheinigungen umgehend an deiner Heimathochschule vor und verweise auf die Bescheinigung vor deiner Abreise.

Kathrin Sevink_BGAutorin: Kathrin Sevink
Aufgabe beim VDI:
Kümmert sich um Themen zur Ingenieurausbildung

Kommentare & Pingbacks

6 Gedanken zu “Der richtige Weg ins Ausland

  1. Pingback: Auslandaufenthalte im Studium positiv für das spätere Berufsleben | bildungsdoc-Blog | News & Wissenswertes zum Thema Bildung 

  2. Eine sehr gute Aufstellung!! Insbesondere den Punkt der Krankenversicherung im Ausland halte ich für sehr wichtig. Denn schließlich möchte man seinen Auslandsaufenthalt mit schönen Erlebnissen gestalten ohne sich Sorgen um den Krankenschutz machen zu müssen. Daher kann der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung durchaus sinnvoll sein: http://www.testsieger-berichte.de/2015/06/24/richtig-versichert-ins-ausland/.

    Denn wird das Auslandssemester innerhalb Europas verbracht, erhält man dieselben medizinischen Versicherungsleistungen, wie sie auch einem Einheimischen gewährt werden. Reist man dagegen ins außereuropäische Ausland, werden dieselben Versicherungsleistungen ermöglicht, die auch in Deutschland zu erwarten sind, jedoch zu einem sehr viel höheren Preis. Bei der Auswahl einer Auslandsversicherung sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass sie in dem jeweiligen Land gültig ist und einen eventuellen Rücktransport auch dann ermöglicht, wenn er medizinisch sinnvoll ist und nicht erst zur Notwendigkeit wird.

  3. Eine sorgenlose Zeit als Angestellter und selbstständiger Arbeiter wird im Ausland kaum möglich sein. Zu unterschiedlich sind in der Regel die Kulturen. Eine PKV oder andere Versicherungen werden in diesem Fall nicht darüber hinweg helfen können.

  4. Es gibt schon einiges, worauf zu achten ist. Insbesondere aber die finanzielle Seite muss gut abgesichert sein, damit dem ganzen nichts in Weg steht. Ich glaube, dass viele das Thema eher unterschätzen und das es oftmals allein aus finanziellen Gründen scheitert.

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