Experteninterview zur Landtechnik 2014

Afrika – Nahrungsmittelproduzent der Zukunft?

Vision Afrika – Nahrungsmittelproduzent der Zukunft? Bei unserem Pressegespräch zur Landtechnik 2014 geht es um die Welternährung. Wir haben im Vorfeld schon einmal mit Dr. Rob Smith Senior Vice President & General Manager Europe, Africa and Middle East bei der AGCO International GmbH, über die Rolle Afrikas zu diesem Thema gesprochen.

Bild: AGCO International GmbHPortrait_Dr  Rob SmithHerr Smith, wie ist die weltweite Lage der Nahrungsmittelversorgung einzuschätzen?
Bereits heute leiden täglich etwa eine Milliarde Menschen Hunger und die Versorgung mit Nahrungsmitteln stellt eine enorme Herausforderung dar. Um den weltweiten Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken, muss die Produktion in den nächsten Jahren um mindestens 70 Prozent steigen – denn die Bevölkerung wächst stetig. Wir brauchen auf jeden Fall Ansätze, wie unser Planet im Jahr 2050 knapp10 Milliarden Menschen ernähren kann.

Welche Rolle spielt Afrika in dem Zusammenhang?
Eine entscheidende! Es ist der Kontinent mit der höchsten Bevölkerungswachstumsrate weltweit. Afrika wird in den nächsten 20 Jahren doppelt so viele Menschen beherbergen wie heute. Außerdem liegen 60 Prozent der weltweit theoretisch verfügbaren Anbaufläche in Afrika. Und die Bodenbeschaffenheit sowie das Klima eignen sich in weiten Teilen sehr gut für die Landwirtschaft. Das Problem ist allerdings, dass ein Großteil dieser Fläche nicht genutzt wird, nicht produktiv genug ist oder nicht über die notwendige Infrastruktur verfügt.

Bild: Tim Caspary / pixelio.deLandtechnik_Feld_Korn_TiM Caspary_pixelio de

Foto: TiM Caspary_pixelio de

Wie steht AGCO zu der Situation?
Wir bei AGCO nehmen die Chancen, die der Kontinent für eine effizientere Landwirtschaft birgt, sehr ernst. Wenn wir es schaffen, den technologischen Wandel in der afrikanischen Agrarwirtschaft herbeizuführen, hat Afrika alle Möglichkeiten, ein entscheidender Player auf den globalen Agrarrohstoffmärkten zu werden.
Wie kann sich denn die Ernährungssituation in Afrika Ihrer Meinung nach verbessern?
Derzeit ist es so, dass die landwirtschaftlichen Erträge 70 Prozent unter dem weltweiten Durchschnitt liegen und häufig gerade so für den Eigenbedarf reichen. Effizientere Anbaumethoden könnten die Erträge signifikant steigern. Moderne Transport- und Lagersysteme könnten helfen, Ernteverluste zu verhindern. In der Folge wären die Länder Afrikas weniger auf importierte Erzeugnisse angewiesen. Das würde die Ernährungssituation auf dem Kontinent und weltweit maßgeblich verbessern.
Das heißt, dass Afrika einen sehr wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welternährung leisten könnte?
Absolut. Afrika befindet sich in einer Schlüsselposition, wenn es um die nachhaltige Sicherung der Nahrungsmittelproduktion geht – allerdings nur, wenn mithilfe der Industrieländer eine neue Vision für Landwirtschaft entwickelt wird, bei der die Fachkenntnisse des privaten Industriesektors weltweit und das Wissen der lokalen Bevölkerung gezielt genutzt werden. Wir betrachten es als globale Verantwortung, innovative Technologien zu entwickeln, die langfristig die Effizienz, die Produktivität und die Profitabilität der Landwirte in Afrika und weltweit steigern. Nur so können die nötigen Nahrungsmittel in Zukunft zu einem bezahlbaren Preis produziert werden. Doch die Grundlagen hierfür müssen wir heute legen.

Passfoto Hanna BüddickerDas Interview führte: Hanna Büddicker
Position im VDI: PR-Volontärin
Aufgabe im VDI: Pressearbeit, interne Kommunikation

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