Rückblick auf die LAND.TECHNIK 2014

Landtechnik kann Welternährung sichern!

Zur diesjährigen Tagung „LAND.TECHNIK 2014“ des VDI Wissensforums reisten vergangene Woche mehr als 600 Teilnehmer nach Berlin. Branchentreffpunkt der Agrartechnik war Deutschlands größtes Hotel, das Hotel Estrel in Neukölln. Genau dort fand auch die Pressekonferenz mit dem Thema „Sichert Landtechnik die Welternährung der Zukunft?“ statt. Diese Frage war nach der Expertenrunde mit einem eindeutigen „ja“ zu beantworten. Die Landtechnik kann in der Tat einiges für die Welternährung tun. Was genau, klärten die Experten Dr. Rob Smith, Senior Vice President & General Manager bei der AGCO International GmbH, Herbert Coenen, Uniparts India Ltd, Peter Pickel, Deputy Director bei John Deere European Technology Innovation Center und Stefan Böttinger, Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik.
Landtechnik kann entscheidenden Beitrag leisten
Ausgangslage ist, dass derzeit über sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben und rund 805 Millionen davon nicht genug zu essen haben – ein nicht akzeptabler Zustand angesichts heutiger Produktionskapazitäten. Während in den Industrieländern ein gut funktionierendes Versorgungssystem vorherrscht, fehlt es in Entwicklungsländern oft an grundlegenden Voraussetzungen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Pressekonferenz hat gezeigt, dass die Landtechnik einen entscheidenden Beitrag für eine deutliche Verbesserung der Welternährung leisten kann. Rob Smith von ACGO berichtete über die ungenutzten Flächen in Afrika, die sich bestens für die Landwirtschaft eignen würden: Das Klima und die Bodenbeschaffenheiten des Kontinents dienen sehr gut zum Ackerbau, doch leider fehlt es an nötigem Know-how und Equipment für eine effektive Landwirtschaft. Fast 50 Prozent der Ernte gehen beispielsweise durch falsche Lagerung verloren.

Technologischen Wandel herbeiführen
Außerdem gibt es eindeutig zu wenige Traktoren: Auf einen Hektar kommt lediglich ein Traktor, in Deutschland sind es 65 Traktoren. ACGO hat nun 100 Millionen Dollar in Afrika investiert und Ausbildungszentren geschaffen, in denen die Menschen lernen, wie man richtig Landmaschinen bedient, wie man sie in Stand hält und wie man richtig mit Saatgut umgeht. Entscheidend sei, dass Bildung in die Länder dort fließe. Ebenfalls in Planung seien Ersatzteillager in der Türkei und französischsprachige Ausbildungszentren für die Regionen in Nordafrika. Rob Smith meint: „Afrika wird in den nächsten 20 Jahren doppelt so viele Menschen beherbergen wie heute. Wenn wir es schaffen, den technologischen Wandel in der afrikanischen Agrarwirtschaft herbeizuführen, hat der Kontinent alle Möglichkeiten, ein entscheidender Player auf den globalen Agrarrohstoffmärkten zu werden.“
Ähnlich sieht es in Indien aus, worüber Herbert Coenen berichtete. Obwohl Indien den größten Traktorenherstellermarkt der Welt habe, seien die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Landwirtschaft nicht gut. Auch hier fehle es an notwendiger Ausbildung, um die Mechanisierung voranzutreiben. Auch hier muss die Lebensmittelversorgung gesichert sein, denn die demografische Entwicklung, Bildung und steigende Kaufkraft führen deutlich zu einem steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln.

Weniger Emissionen
Peter Pickel von John Deere berichtete auf der Pressekonferenz von einer Methode, Landmaschinen ohne Diesel zu betreiben. So sei der vermehrte Einsatz von Landtechnik machbar, um die Versorgungssicherheit von Nahrungsmitteln zu erhöhen. Bislang wurde in Motoren Diesel mit Rapsöl vermischt, doch John Deere gelang im Forschungsprojekt PraxTrak der Nachweis, dass der Einsatz von Pflanzenöl als Dieselersatz auch in Einklang mit aktuellen Abgasemissionsvorschriften steht. „Das Forschungsprojekt hat nachgewiesen, dass Pflanzenölkraftstoffe in modernen Dieselmotoren ohne technische Einschränkungen einsetzbar sind. Die Lösungen sind absolute High-Tech-Motoren.“

Ausblick: Planungen sind in vollem Gange
Die Lösungsansätze der Referenten zeigen: Die Landtechnik hat einige Möglichkeiten, die Welternährung der Zukunft zu sichern. Pläne, wie man die Mechanisierung vorantreiben kann und was getan werden muss, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind bereits in vollem Gange.

Passfoto Hanna BüddickerAutorin: Hanna Büddicker
Position im VDI: PR-Volontärin
Aufgabe im VDI: Pressearbeit, interne Kommunikation

 

 

Landtechnik_Feld_Korn_TiM Caspary_pixelio de

Foto: TiM Caspary /pixelio.de

 

Kommentare & Pingbacks

Ein Gedanke zu “Landtechnik kann Welternährung sichern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*