Erfolgsfaktoren und Lerneffekte

Mentoring – gewusst wie

In unserer Mentoring-Reihe haben wir im ersten Artikel erklärt, was genau Mentoring ist, welche Ziele es verfolgt und welche Inhalte von Mentor und Mentee besprochen werden. In dem zweiten Teil gab die Mentorin Natalia Balcazar Einblicke in ihre Tätigkeit. Im letzten Teil unserer Serie fassen wir die wichtigsten Erfolgsfaktoren und Lerneffekte im Mentoring zusammen.

Vernetzung untereinander
Ein großer Vorteil des Mentorings ist, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, zu denen man nicht unmittelbar Kontakt hat. Hier erproben Mentees die Zusammenarbeit und Abstimmung mit einer erfahrenen Fach- oder Führungskraft. In der geschützten, vertrauensvollen Beziehung können Mentees lernen, wie Fach- und Führungskräfte denken und kommunizieren, erhalten Einsichten in andere Perspektiven und Tipps aus erster Hand. Denn Mentoring bietet oft die Möglichkeit, Kontakt zu Menschen über Hierarchiegrenzen und Geschäftsbereiche hinweg zu erhalten.

Ziel klären und regelmäßig reflektieren
Das A und O eines erfolgreichen Mentorings ist die Zielklärung. Denn ohne Ziel kann kein gemeinsamer Weg beschritten werden. Ziele und Inhalte des Mentoring-Prozesses werden zu Beginn individuell festgelegt und können vielfältig sein: die Entwicklung individueller Karrierestrategien, der Erfahrungsaustausch, die persönliche Entwicklung, die Vernetzung oder Einblick in Wirtschafts- oder Wissenschaftssystemen. Dabei lernen Mentees Methoden und Strategien kennen, wie Ziele zunächst geklärt werden und dann Wege, wie man sich dem Ziel Schritt für Schritt nähern kann. Ob das ursprüngliche Ziel mit der aktuellen Situation noch übereinstimmt sollten Mentee und Mentor regelmäßig reflektieren und das Ziel gegebenenfalls anpassen.

Labor_Mann_Frau_Gespraech

Von- und miteinander lernen
Bei einem gelungenen Mentoring wachsen beide Seiten miteinander. Die Mentees bekommen Einblicke in bisher unbekannte Arbeitsbereiche und profitieren von der Erfahrung eines Mentors. Andersrum erhalten die Mentoren frische Ideen und Impulse vom Nachwuchs. Beide Seiten lernen im Mentoring viel über sich selbst – über die eigene Person und die Art und Weise, wie man handelt. Mentoren geben den Mentees konstruktives Feedback und spiegeln ihre Stärken aber auch die Schwächen. Aber auch die Mentoren erhalten durch die Reflektion des eigenen Lebenswegs wertvolle Erkenntnisse. So erweitern beide Seiten ihre Fach-, vor allem aber auch Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen.

Mentoringprozess monitoren
Das Wort Prozess macht es deutlich. Beim Mentoring kommt es auf die Beziehung und das Vertrauen zwischen Mentee und Mentor an. Das wird nach und nach aufgebaut, mit der Zeit wächst und reift die Beziehung. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass es zu Missverständnissen oder Konflikten kommt. Hier hilft es, wenn beide einen Schritt zurücktreten und sich gegenseitig ihre Sicht der Dinge schildern. Dabei sollte man die Verhaltensweisen des anderen nicht bewerten und möglichst Ich-Botschaften senden. Wenn es nötig sein sollte, können bei formellen Mentoring-Programmen die Koordinatoren zur Klärung herbeigezogen werden.

Die Haltung macht‘s
Es ist gar nicht so leicht, (manchmal auch kritische) Rückmeldungen zur eigenen Person und Verhaltensweisen zu bekommen. Hilfreich für Mentees ist hier die Haltung, dass Hilfe sinnvoll ist und eine andere Perspektiven sowie Feedback gewünscht sind. Denn der Blickwinkel einer weiteren Person erweitert dabei oft den eigenen Horizont und zeigt neue Handlungsmöglichkeiten auf. Letzten Endes entscheidet jedoch jeder selbst, ob er einen Tipp oder Ratschlag annimmt oder sich bewusst dagegen entscheidet. Das betont auch Mentorin Natalia Balcazar im Interview.

Tina Lackmann_quadratAutorin: Tina Lackmann
Position beim VDI: Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Aufgaben beim VDI: Programmleitung Mentoring VDI-Zukunftspiloten, Projektleitung MINTalente

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*