Erfahrungen weitergeben und davon lernen

Mentoring – Ziele, Inhalte, Nutzen

Mentoring ist heute eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente in der Arbeitswelt, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und Erfahrungen weiterzugeben.

Wir haben uns deshalb gefragt, wann und wie Mentoring eigentlich begonnen hat, was die Mentoren und die Mentees davon haben und welche Voraussetzungen es braucht, um ein erfolgreiches Mentoring auf die Beine zu stellen. Außerdem stellen wir eines unserer Mentoring-Angebote im VDI vor.

Bild: Thomas Ernsting / LAIFLabor_Mann_Frau_Gespraech

(Bild: Thomas Ernsting / LAIF)

Mentoring – aus der Antike überliefert
Der Begriff Mentor kommt aus der Antike. Ein älterer, erfahrener Mentor begleitet als Lehrer und Vorbild einen jüngeren Menschen und lässt ihn an seinem Erfahrungswissen teilhaben. Dies tat zum Beispiel der Namensgeber Mentor während der Abwesenheit von Odysseus mit dessen Sohn.

Mentoren lassen Mentees an ihren Erfahrungen uneigennützig teilhaben und geben eigenes Wissen oder Kontakte weiter. Sie begleiten Mentees auf ihrem Weg hin zum selbstgesteckten Ziel. Oft ist die Freude an den Lern- und Entwicklungsprozessen der Mentees eine zentrale Motivation für die Mentoren. Wichtig für eine gelingende Mentoring-Beziehung ist, dass sich beide Seiten freiwillig beteiligen und sie nicht in einer hierarchischen Beziehung zueinander stehen. Grundlage eines Mentorings ist immer eine vertrauensvolle Beziehung.

Mentoring – Ziele, Inhalte und Nutzen
Ziele und Inhalte des Mentoring-Prozesses werden zu Beginn individuell festgelegt und können vielfältig sein: die Entwicklung individueller Karrierestrategien, der Erfahrungsaustausch, die persönliche Entwicklung, die Vernetzung oder Einblick in Wirtschafts- oder Wissenschaftssystemen. Wie so oft im Leben kann es auch hier sein, dass das Ziel im Laufe des Mentoring-Prozess nachjustiert wird. Die Mentoren geben Feedback hinsichtlich der Stärken und Schwächen des Mentees, reflektieren aber auch ihren eigenen Berufsweg. Nicht nur die Mentees erlangen wertvolle Erkenntnisse. Auch die Mentoren könnten ihre Beratungskompetenz schulen und gewinnen durch Selbstreflektion neue Einblicke.

Voraussetzungen für ein gelingendes Mentoring
Im Mittelpunkt für ein gelingendes Mentoring steht die Beziehung zwischen Mentee und Mentor. Das erfordert besondere Kompetenzen von beiden Gesprächspartnern: Empathie, Bereitschaft sich selbst in Frage zu stellen, Offenheit, Feedback-Kompetenz, Zuhören-Können und eine ausgeprägte Lernmotivation.

Wie finde ich einen Mentor oder ein Mentee?
Mentoring ist in vielen verschiedenen Lebens-Etappen und Karriereabschnitten denkbar. Es gibt zum einen institutionalisierte Mentoring-Programme. Mentoring-Partner werden in solchen Programmen meist von einer zentralen Koordinationsstelle einander zugeteilt und bei Zielvereinbarung und Gesamtablauf über einen meist definierten Zeitraum unterstützt. Informelle Mentoring-Beziehungen finden wiederum außerhalb von institutionellen Strukturen statt und entstehen in der Regel durch persönliche Beziehungen und Netzwerke. Ein bekanntes Beispiel für derartige Verbindungen ist Konrad Adenauer, der politischer Ziehvater und Mentor von Helmut Kohl war.

Mentoring-Programm der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN
In diesem Herbst startet im Rahmen der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN ein Mentoring-Programm für junge Menschen mit Technik-Interesse. Die persönliche Entwicklung sowie die Berufs- und Studienwahl der Jugendlichen sind zentrale Schwerpunkte des Mentorings. Studierende der Ingenieurwissenschaften und berufstätige Ingenieurinnen und Ingenieure stehen Jugendlichen ab 15 Jahren als Impuls- und Ratgeber auf ihrem Weg ins Berufs- und Erwachsenenleben zur Seite. Der VDI sucht hier Mentoren, insbesondere in den Regionen, in denen es bereits ZUKUNFTSPILOTEN-Clubs gibt.

Bild: VDITina Lackmann_quadratAutorin: Tina Lackmann
Position beim VDI: Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Aufgaben beim VDI: Programmleitung Mentoring VDI-Zukunftspiloten, Projektleitung MINTalente

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