VDI-ZUKUNFTSPILOTEN in Nürnberg

Schüler wenden Wissen praktisch an

Kennen Sie schon unsere VDI-ZUKUNFTSPILOTEN? Dieses Projekt richtet sich speziell an Jugendliche. Unter anderem in lokalen Clubs widmen sich die Nachwuchs-Tüftler technischen Problemen und erarbeiten gemeinsam Lösungen. Unser Ziel ist es, so den Nachwuchs zu fördern und  Begeisterung für Technik zu wecken. Wie das konkret aussieht, hat uns Thomas Luft, Leiter der Zukunftspiloten Nürnberg, erzählt.

Bild: privatFoto_Thomas_LuftHerr Luft, bitte stellen Sie sich in ein paar Sätzen vor.
Mein Name ist Thomas Luft, ich bin 28 Jahre alt und wohne in Erlangen. Während meines Studiums zum Diplom-Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität München (TUM) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) habe ich als Praktikant und Werkstudent bereits viele Erfahrungen in der industriellen Praxis bei renommierten Unternehmen im In- und Ausland gesammelt. Seit Ende 2011 arbeite ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Konstruktionstechnik der FAU Erlangen-Nürnberg. Seit April 2012 absolviere ich zudem den Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik (in Teilzeit) an der FernUniversität in Hagen.
Ehrenamtlich engagiere ich mich unter anderem als Mentor im Mentoring-Programm ARIADNEtech der FAU, um Studentinnen in ihrer wissenschaftlichen Karriereplanung zu unterstützen. Zusammen mit vier anderen Clubmanagern habe ich aktuell die VDI-ZUKUNFTSPILOTEN Nürnberg gegründet, um Jugendliche bei der Realisierung technischer Projekte zu unterstützen und zu betreuen.

Wie sind Sie auf das Projekt VDI-ZUKUNFTSPILOTEN gekommen?
Auf das Projekt VDI-ZUKUNFTSPILOTEN bin ich von Herrn Holger Gerlach aufmerksam gemacht worden. Dieser vertritt unter anderem die Studenten und Jungingenieure im Vorstand des Bezirksvereins Bayern Nordost e.V. (Vorstandsressort Studium und Beruf). Daraufhin habe ich mich auf der Homepage der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN über dieses Projekt informiert. Schon die Leitfrage des VDI-Jugendclubs „Kann man das nicht besser machen?“ fand ich von Beginn an inspirierend und gleichzeitig herausfordernd. Dadurch wurde mein Interesse geweckt und infolgedessen habe ich an der Kick-off-Veranstaltung in Nürnberg teilgenommen. Im Rahmen dieser Kick-off-Veranstaltung hat Herr Neußer, wissenschaftlicher  Mitarbeiter im VDI e.V. der die Clubs der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN betreut, das Projekt vorgestellt. Im Anschluss haben wir den bayernweit ersten Club der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN in Nürnberg gegründet.

Zukunftspiloten_VDI

Warum haben Sie sich entschlossen einen Zukunftspiloten-Club zu gründen?
Bereits während meines Studiums habe ich mich als studentisches Mitglied des VDI aktiv bei den Studenten und Jungingenieuren in Erlangen eingebracht. Es bereitet mir große Freude, mit anderen motivierten und technikbegeisterten Menschen verschiedene Projekte zu gestalten, unterschiedliche Sichtweisen kennen zu lernen und dadurch auch selbst mein Wissen zu erweitern. Deshalb habe ich mich entschieden, einen VDI-ZUKUNFTSPILOTEN-Club in Nürnberg zu gründen, um Jugendliche für technische Fragestellungen zu motivieren und sie bei der Durchführung technischer Projekte zu unterstützen bzw. zu betreuen. Gerade bei Jugendlichen handelt es sich um eine Zielgruppe, die zwar im Schulunterricht immer mehr mit technikrelevantem Wissen konfrontiert wird, für die es aber bislang noch kein Forum zur praktischen Anwendung dieses Wissens gibt – und das wollen wir ändern.

Die Zukunftspiloten Nürnberg starten direkt mit fünf Clubmanagern. Wie ist es gelungen, so viele Kolleginnen und Kollegen zum Mitmachen zu motivieren?
Bei der Kick-off-Veranstaltung waren die vier weiteren Clubmanager bereits dabei und wir alle waren nach einer intensiven Diskussion vom Projekt der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN begeistert. Auch die anderen vier Clubmanager sind bereits seit einigen Jahren im VDI aktiv. Sie engagieren sich bei den Studenten und Jungingenieuren in Nürnberg und im VDIni-Club in Nürnberg. Da wir fünf Clubmanager alle unterschiedliche Studiengänge absolvieren oder absolviert haben sind wir ein interdisziplinäres Team, das sich sehr gut ergänzt und daher bestens für verschiedene herausfordernde Projekte mit den Jugendlichen gerüstet ist.

Was finden Sie an den Zukunftspiloten interessant? Was genau fasziniert Sie an der Arbeit mit Jugendlichen?
Ich finde es sehr wichtig, dass mit dem Projekt der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren angesprochen werden, die sich für technische Themen interessieren. Gerade in dieser Entwicklungsphase, in der bei vielen erste konkrete Überlegungen zum Berufswunsch entstehen, ermöglichen wir es technikbegeisterten Jugendlichen, sich in technische Projekte einzubringen und darin auszuprobieren. Indem wir sie bei der Erarbeitung von Lösungen für technische und gesellschaftliche Probleme unterstützen, können wir sie ein Stück weit in ihrer Entwicklung begleiten und ihre eigenen, individuellen Fähigkeiten und Talente fördern.
Zudem finde ich es interessant und sinnvoll, dass die Schülerinnen und Schüler durch das Projekt VDI-ZUKUNFTSPILOTEN die Möglichkeit bekommen, sich im Team mit Gleichgesinnten über interessante Themen auszutauschen, technische Ideen anzustoßen und gemeinsam an spannenden Projekten zu arbeiten. Und wer weiß, vielleicht entwickeln wir bei den VDI-ZUKUNFTSPILOTEN Konzepte, die die Welt ein Stückchen besser machen.

Sie hatten vor ein paar Tagen die  Auftaktveranstaltung der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN Nürnberg. Was steht als nächstes bei dem lokalen Club Nürnberg an?
Bisher sind wir dabei, Jugendliche über verschiedene Kanäle anzusprechen und für eine Mitgliedschaft zu begeistern. Da unser Fokus darauf liegt, die Jugendlichen auch selbst aktiv eigene Ideen entwickeln zu lassen, werden wir nach Abschluss dieser Phase konkrete Projekte in Abstimmung mit den Jugendlichen entwickeln. Ob wir nun Skateboard fahrende Roboter selbst bauen oder vielleicht sogar eigene Apps programmieren werden, das richtet sich nach den Wünschen und Interessen unserer Zukunftspiloten – denn hier ist deren Kreativität gefragt!
Herr Luft, herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen und viel Erfolg mit den Zukunftspiloten in  Nürnberg!

Zur Person:
Die Forschungsergebnisse von Thomas Luft wurden bereits auf einer Vielzahl renommierter internationaler und nationaler Konferenzen sowie in Fachzeitschriften publiziert und zudem durch zwei Best Paper Awards ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er aufgrund seiner fachlichen Kompetenz zum Gutachter für das „International Journal of Product Lifecycle Management“ berufen. Seine fachliche Expertise bringt er sowohl als Mitglied des VDI-Richtlinienausschusses „Wissensbasierte Konstruktion“ als auch als Mitglied der Special Interest Group „Decision Making“ der Design Society ein. Nach seiner Promotion und seinem Masterstudium will er in der wissenschaftlichen oder industriellen Forschung und Entwicklung an der Schnittstelle zwischen Ingenieurswissenschaften und Wirtschaftsinformatik arbeiten.

Braumann_Lisa_236x309Das Interview führte: Lisa Braumann,
Projektbüro VDI-ZUKUNFTSPILOTEN

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*