FAQ und relevante Informationen

VDI-Berichterstattung zum Ingenieurarbeitsmarkt

Immer wieder erreichen uns über die verschiedensten Wege Rückfragen und teilweise auch Kritik zu unserer Berichterstattung über den Ingenieurarbeitsmarkt in Deutschland. Wir haben die häufigsten Fragen einmal gesammelt und von Lars Funk, VDI-Bereichsleiter Beruf und Gesellschaft, beantworten lassen.

Lars Funk_BGHerr Funk, immer wieder kommt bei unseren Lesern die Frage auf, wie unsere Arbeitsmarktzahlen zu Stande kommen. Besonders die Meldequote wird immer wieder teils auf Basis falscher Aussagen diskutiert. Erklären Sie uns doch bitte, wie die Arbeitsmarktzahlen, die wir als VDI kommunizieren, recherchiert werden.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln bereitet die Zahlen nach einer wissenschaftlich abgesicherten Methode auf Basis einer umfangreichen Unternehmensbefragung und Daten der Bundesagentur für Arbeit auf. Die Meldequote besagt, wie viele offene Stellen ein Unternehmen an die Bundesagentur für Arbeit meldet – das macht nämlich längst nicht jedes Unternehmen für alle Stellen, trotz Meldepflicht. Die Meldequote wird, wenn notwendig, aktualisiert und der Faktor wird angepasst. Momentan melden Unternehmen im Schnitt nur jede fünfte offene Stelle für Ingenieure.

Der VDI wird immer wieder beschuldigt, mit seiner Berichterstattung Lohndumping zu ermöglichen, unter anderem durch die Förderung der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte.
Ein Blick in Einstiegsgehaltsstudien (siehe zum Beispiel Studien der VDI nachrichten oder des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) zeigt, dass ein in Deutschland ausgebildeter Berufsanfänger in den Ingenieurwissenschaften durchschnittlich über 40.000 € pro Jahr verdient. Damit liegen die Ingenieurgehälter am oberen Rand der Einstiegsgehälter von Akademikern. Die Gehälter steigen dabei, wenngleich moderat. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn wir befinden uns auf einem internationalen Arbeitsmarkt, auf dem Löhne über Deutschlands Grenzen hinaus wettbewerbsfähig sein müssen. Sonst riskieren wir ein Abwandern von Produktionen oder (Teil-)Verlagerungen in andere Länder, was die heimische Wirtschaft und damit auch die Arbeitsmarktsituation schädigen würde.

Die Ingenieurdienstleister sind oft Gegenstand der Kritik unserer Leser. Inwiefern kann eine Beschäftigung bei einem Ingenieurdienstleister einen wertvollen Beitrag zu Karriere leisten und was gilt es dabei für die Bewerber zu beachten?
Um Licht ins Dunkel der öffentlichen Diskussion zu bringen hat der VDI sich intensiv mit diesem Thema befasst. Vor allem die Unterschiede zwischen regulierten Ingenieurdienstleistungen und Werkverträgen sowie Karriereoptionen finden Sie ausführlich beschrieben unter www.vdi.de/ingenieurdienstleistungen. So kann sich jeder ein eigenes Bild machen und entscheiden, ob eine Beschäftigung bei einem Dienstleister für die eigene Karriere förderlich sein kann.

Wir werden häufig als „Verband“ der Ingenieure bezeichnet, in diesem Zusammenhang unterstellt man uns, hauptsächlich die Interessen der Industrie zu vertreten.
Oft ist fälschlicherweise vom Verband Deutscher Ingenieure die Rede und nicht vom Verein Deutscher Ingenieure. Der Begriff Verband kann den Eindruck suggerieren, der VDI vertrete einseitig die Interessen von Unternehmen. Das ist falsch: Der VDI ist ein gemeinnütziger Verein, in dem ausschließlich Privatpersonen persönliche Mitglieder sind, und der sich als technisch-wissenschaftlicher Verein für die Belange aller Ingenieurinnen und Ingenieure einsetzt.

Ein Wort zu dem Thema Arbeitslosigkeit: Einige unserer Leser sind der Meinung, dass sich ein Ingenieurstudium heute nicht mehr lohnt weil am Ende die Arbeitslosigkeit winkt. Wie sieht die Realität aus?
Wir haben vor kurzem unsere jungen Mitglieder befragt und erfreulicher Weise festgestellt, dass über 70 Prozent binnen der ersten drei Monate im Job sind , nach 6 Monaten sind es fast 100%. Zu Verzögerungen beim Jobeinstieg kommt es insbesondere dann, wenn sich die Absolventen erst nach ihrer Abschlussarbeit auf dem Arbeitsmarkt orientieren. Suchzeiten von einigen Monaten lassen sich dann natürlich nicht vermeiden. Der VDI unterstützt beim Weg auf den Arbeitsmarkt, bspw. durch individuelle Bewerbungschecks und Karriereberatung – völlig kostenfrei für Mitglieder. Weiteres finden Sie unter www.vdi.de/karriere.

Warum würden sie jungen Menschen dazu raten, ein ingenieurwissenschaftliches zu Studium zu ergreifen?
Die MINT-Fächer sind der Motor der deutschen Wirtschaft, die ja von ihren Innovationen lebt. Ingenieure sind im europäischen Vergleich durchschnittlich am Ältesten – somit werden langfristig die Berufsaussichten aufgrund des demographischen Wandels gut bleiben.

IMG_5226-QuAutorin: Eva Holden
Position beim VDI: Referentin für Social Media
Aufgabe beim VDI:  Kümmert sich um die Social-Media-Strategie des VDI sowie die Betreuung der Auftritte des Vereins in facebook, Blogs, Twitter und Co.

 

Bild: VDI / Thomas ErnstingFertigungsstrasse_Auto_Männer

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