Mehr Talente – weniger Abbrecher

Veranstaltung „Erfolgreich studieren“ mit Svenja Schulze und Ralph Appel

Am 3. November fand in Köln eine vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF) organisierte Veranstaltung mit dem Titel „Mehr Talente – weniger Abbrecher“ statt, auf der rund 80 Vertreter aus Hochschulen, Stiftungen und Verbänden gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) über bessere Studienbedingungen und Bildungsgerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen debattierten.

Bild: MIWFMehr_Talente_weniger_Abbrecher_Streitgespräch_Appel

Bild: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF)

 

Fachkräftemangel und hoher Anzahl an Studienabbrechern vorbeugen
Ministerin Schulze machte in ihrer Begrüßung auf drei alarmierende Zahlen aufmerksam: 630.000 Fachkräfte fehlen laut einer aktuellen Prognos-Studie bis 2020 in Nordrhein-Westfalen. Rund ein Drittel aller Studierenden der Ingenieurwissenschaften brechen ihr Studium ab und nur 23 Prozent aller Studierenden kommen aus nicht akademischen Haushalten. Diese Defizite, der Fachkräftemangel einerseits und die hohen Abbrecherquoten andererseits, motivierten das MIWF zu seiner Leitinitiative „Erfolgreich studieren“. Mit dieser sollen die Studienbedingungen in NRW verbessert und mehr Studierende, insbesondere auch nicht akademischer Herkunft, zum erfolgreichen Studienabschluss geführt werden.

Appel: Ingenieurwissenschaften als „Aufsteigerstudium“ begreifen
Nach der Eröffnungsrede von Ministerin Schulze diskutierte VDI-Direktor Ralph Appel gemeinsam mit Katja Urbatsch, der Gründerin von Arbeiterkind.de, über die These des „Akademisierungswahns“ und die Frage, wie man mehr talentierten Nachwuchs für MINT-Studienfächer und technische Berufe begeistern kann. Appel machte auf den fehlenden Ingenieurnachwuchs aufmerksam und widersprach der These des Akademisierungswahns: 60.000 Absolventen der Ingenieurwissenschaften stehen einem jährlichen Bedarf von rund 80.000 Ingenieuren gegenüber, der künftig bedingt durch den demographischen Wandel, das Wirtschaftswachstum und dem Wechsel hin zu innovativen Technologien weiter steigen wird. Man benötige mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, sowohl „nach oben“, als auch für Studienabbrecher und deren erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt „nach unten“, so Appel. Um mehr Nachwuchs für technische Berufe zu gewinnen, dürfe man die berufliche und die akademische Ausbildung nicht gegeneinander ausspielen. Gerade das besonders praxis- und berufsnahe Studium der Ingenieurwissenschaften sei für einen sozialen Aufstieg durch Bildung für Kinder aus nicht-akademischen Haushalten geeignet, waren sich Appel und Urbatsch einig.

10 Prozent der Mittel aus dem „Hochschulpakt 2020“ gegen frühzeitigen Studienabbruch
NRW-Wissenschaftsministerin Schulze wies im Anschluss bei der Diskussion über Wege gegen die hohen Abbruchquoten darauf hin, dass künftig von den für nordrhein-westfälischen Hochschulen im „Hochschulpakt 2020“ in der Periode 2015 – 2023 veranschlagten 7.6 Milliarden Euro etwa zehn Prozent für jeden neuen Studienplatz für Maßnahmen gegen Studienabbruch verwendet werden.

Zur Einführung in das Thema hat das MIWF auch ein Video erstellt:

Annika_LanderAutorin: Annika Lander
Position im VDI: Referentin politische Öffentlichkeitsarbeit im VDI e.V.

 

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