Konferenz in Brüssel mit VDI-Direktor Ralph Appel

Wie trägt der VDI zu mehr Klimaschutz bei?

Die EU verfolgt eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels. Bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40% sinken. Im Fokus einer Konferenz in Brüssel standen die Bemühungen der EU zur Reduktion von Treibhausgasen in energieintensiven Industrien. Welchen Beitrag der VDI dazu leistet, erläuterte VDI-Direktor Ralph Appel.

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Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de

Die energieintensiven Industrien bilden den industriellen Kern unserer Volkswirtschaft. Sie liefern die Grund- und Werkstoffe für wichtige Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie, den Maschinenbau oder die Bauwirtschaft. Für ihre Produktionsprozesse benötigen sie überproportional viel Energie – entsprechend hohe Mengen klimaschädlicher Treibhausgase werden emittiert. Zur genauen Messung dieser Emissionen sollen auf europäischer Ebene technische Standards entwickelt werden. Dazu hat die EU 2010 ein Mandat (M/478) an das Europäische Komitee für Normung CEN vergeben.

Wie arbeitet die „Kommission Reinhaltung der Luft“?
Im Auftrag des CEN erarbeitet die Kommission Reinhaltung der Luft- im VDI und DIN – Normenausschuss KRdL Standards. Auf der von der Europäischen Kommission, CEN und VDI/DIN organisierten Konferenz „Greenhouse gas emissions in energy-intensive industries“ am 24. November in Brüssel, wurden erste Ergebnisse dieser Standardisierungsarbeiten zu Messungen der Emissionen in fünf Branchen – Stahl und Eisen, Zement, Aluminium, Kalk und Ferrolegierung – präsentiert.

Ziele zum Klimaschutz mit ingenieurwissenschaftlichem Know-how
VDI-Direktor Appel beschrieb in seiner Eröffnungsrede die Arbeit der „Kommission Reinhaltung der Luft“ im Rahmen des Mandats M/478: Sie umfasst die Entwicklung von methodischen Ansätzen zur genauen Quantifizierung der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen in energieintensiven Industrien – ermittelt durch die Erfassung der unternehmensspezifischen Produktionsprozesse. Die Messungen in den einzelnen Unternehmen sollen stellvertretend als Referenz für eine gesamte Industriebranche europa- bzw. weltweit gelten und so als Vergleichswerte dienen. Der VDI trägt auf diese Weise dazu bei, dass bei der Formulierung künftiger klimapolitischer Ziele auf EU-Ebene eine ingenieurwissenschaftlich fundierte Methode zur Quantifizierung von Emissionen als Basiswerte herangezogen wird.

Mit VDI-Richtlinien zu intelligenter Nutzung von Energie
Auch im Bereich Energie, Bauen und technische Gebäudeausrüstung leistet der VDI mit seiner Richtlinien- und Normungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Appel wies auf die technischen Statusreporte über die Entwicklung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung hin. Mit den Richtlinien zur Wärme- und Kältedämmung von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und der Abwärmenutzung, konzentriert sich die Arbeit des VDI auf die Reduktion von Wärmeverlusten und die intelligente Nutzung von Abwärme als elektrische Energie. Das senkt den Energiekonsum und damit die CO2-Emissionen, so Appel.

Mehr Ressourceneffizienz auch für KMUs
In der verarbeitenden Industrie entfallen rund 45 Prozent aller Ausgaben auf die Materialkosten. Diesen Kostenfaktor gilt es im Sinne von Wirtschaftlichkeit und Umweltschonung zu reduzieren. Wie Material und Ressourcen eingespart und in Produktionsprozessen effizienter eingesetzt werden können, ist Bestandteil der Beratungsleistung des im Auftrag des Bundesumweltministeriums tätigen VDI Zentrum Ressourceneffizienz (ZRE) für kleine und mittlere Unternehmen. Damit leistet das ZRE einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen, Verminderung von Treibhausgasen und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit im Einklang zueinander
Der Eröffnungsrede von VDI-Direktor Appel folgten Redebeiträge von Vertretern der EU-Kommission aus den Bereichen Industrie, Unternehmen und Klimaschutz. Einig waren sich die Konferenzteilnehmer, dass die Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase in für die europäischen Volkswirtschaften wichtigen Industriebranchen auf kosteneffizientem Wege und bei Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit erfolgten sollte. Die Erkenntnisse aus den Standardisierungs- und Normierungsarbeiten können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

In dieser Übersicht sind alle Präsentationen, die auf der Konferenz gezeigt wurden, einsehbar.

Annika_LanderAutorin: Annika Lander
Position im VDI: Referentin politische Öffentlichkeitsarbeit im VDI e.V.

 

 

 

 

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