Wir sind VDI

Als Ingenieur die Welt verbessern

Wir möchten Euch heute wieder wie an jedem ersten Freitag im Monat eines unserer 152.000 VDI-Mitglieder einmal genauer vorstellen. In diesem Monat haben wir uns für Prof. Dr. Martin Wagner entschieden. Prof. Wagner ist erst 36 Jahre alt und wurde kürzlich mit dem Ehrenring des VDI ausgezeichnet.

Bild: privatMartin_WagnerHerr Professor Wagner, bitte stellen Sie sich kurz vor.
36 Jahre alt. Verheiratet. 4 Kinder. Werkstoffwissenschaftler an der TU Chemnitz. Forschung: mechanische Eigenschaften und Mikrostrukturen.

Beschreiben Sie kurz den Moment in dem Sie wussten: Ich werde Ingenieur?
Ein erschreckender, aber guter Moment: Mein Vater ist Maschinenbau-Ingenieur – ein richtig guter Konstrukteur. Und als Kind will man Dinge ja doch immer anders machen als seine Eltern. Ein Jahr vor dem Abitur habe ich mich gefragt: Was kann ich mit meinem Leben anfangen, um die Welt ein wenig besser zu machen (so ist man als junger Mensch). Und damit kam die Erkenntnis: Wenn man konstruktiv etwas zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen oder Umweltschutz beitragen oder den Wohlstand im Land erhöhen will, dann ist ein Ingenieursstudium genau das Richtige. Mein Vater hat das mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen und mir (natürlich) nicht widersprochen. Bald 20 Jahre später sollte ich ihn eigentlich mal fragen, ob er sich im Stillen gefreut hat…

Was bedeutet es für Sie, Ingenieur zu sein?
Kompetent nach Lösungen zu suchen, statt abstrakt, naiv oder ideologiegetrieben Veränderungen nur zu fordern. Im positivsten Fall: die Welt ein wenig besser zu machen.

Welche Rolle spielt für Sie der VDI?
Bislang ehrlich gesagt eine recht geringe – ich bin Neumitglied. Ich habe den VDI immer als Interessenvertretung der deutschen Ingenieure wahrgenommen, der – als Universitätsprofessor muss ich das mal sagen – die FHs ganz schön in den Vordergrund stellt. Wir brauchen in Deutschland ja beides: starke FHs und starke Universitäten.

Was wünschen Sie sich in Zukunft vom VDI?
Ich lasse mich überraschen. Freuen würde ich mich über weiterhin konstruktive Beiträge zur Rolle von Ingenieuren in Industrie und Gesellschaft. Das war in den letzten Jahrzehnten sicher eine Stärke des Vereins. Und – nicht überrascht sein – eine noch stärkere Förderung von Ingenieurinnen. Dass man gerade (im Jahr 2014!) die erste Frau ins Präsidium des VDI gewählt hat, ist schon bezeichnend. Gerade der VDI hat hier eine Vorbildfunktion und muss aktiver etwas gegen das unsägliche Klischee „Technik = Männerdomäne“ tun. Dazu zählt auf jeden Fall auch das Besetzen von mehr wichtigen Positionen mit Ingenieurinnen.

Herr Professor Wagner, am 18. November erhielten Sie den Ehrenring des VDI. Was bedeutet die Auszeichnung für sie persönlich?
Ich arbeite sowohl mit den Naturwissenschaften als auch mit den Ingenieurwissenschaften eng zusammen. Daher freut mich eine Anerkennung aus beiden Sphären. In den letzten Jahren bin ich vor allem in Fachgesellschaften im Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik wahrgenommen worden. Dass meine bisherigen Tätigkeiten in Forschung und Lehre nun auch auf der Seite der Ingenieure gewürdigt worden sind, freut mich sehr – und es bestätigt mich in meiner grundsätzlichen Ausrichtung, mit Werkstofftechnik im Ingenieurbereich, mit der Werkstoffwissenschaft aber auch in Richtung Naturwissenschaften zu arbeiten.

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Wegener_DominikDas Interview führte: Dominik Wegener
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Foto: Thomas Ernsting / LAIF

 

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