Über die robotergesteuerte OLED-Installation im BMBF

robOLED: Hightech-Industrie trifft auf Maker

Was macht eine robotergesteuerte OLED-Installation im Bundesministerium für Bildung und Forschung?

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Bild: BMBF / Wolfgang Reiher

In der Eingangshalle des kürzlich eingeweihten Neubaus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin macht eine ganz besondere Lichtinstallation die Besucher auf sich aufmerksam: robOLED. Dabei handelt es sich um eine 2,55 Meter lange und 1,40 Meter hohe Wand, die aus 1.152 kleinen, rechteckigen Organischen Leuchtdioden (sogenannte OLEDs) besteht.

Tablet als Schnittstelle
Das Besondere daran: Ein computergesteuerter Roboterarm bedient ein Tablet, das wiederum die Wand ansteuert. Dieses Tablet bildet also die Schnittstelle zwischen der OLED-Wand und dem Nutzer. Auf dem Tablet wird eine vorhandene App für die OLED-Wand „ferngesteuert”, die es erlaubt, einfache Textzeilen auf der Wand auszugeben.

„Lumiblades“
Die OLEDs kommen von dem Lichthersteller Philips, der sie als „Lumiblades“ kommerziell vertreibt. Auch die komplette OLED-Wand wird von Philips vertrieben. Sie hat für Maker jedoch einen riesengroßen Nachteil: sie verfügt über keine offenen Schnittstellen zur direkten Ansteuerung. Daher wurde der Trick mit der Ansteuerung über das Tablet von einem drei Mann starken Team aus dem FabLab Aachen ausgehe(a)ckt: Professor Jan Borchers, René Bohne und Jan Zimmermann. „robOLED ist eine einzigartige Symbiose aus modernster Hightech und Do-It-Yourself Enthusiasmus“, erklärt Jan Borchers, der das Projekt an der RWTH Aachen bzw. dem FabLab Aachen betreut. Vor einigen Monaten hatten sich die Maker aus Aachen mit den OLED-Experten von Philips getroffen und im dortigen OLED-Demonstrationsraum die Technik angeschaut und sich besprochen.

3-D-Druck und Lasercutting
In den kommenden Wochen arbeiteten die Maker dann das robOLED-Konzept aus. In liebevoller Kleinstarbeit wurde der Roboterarm in seinem Kasten in Steampunk-Optik mit Hilfe von 3-D-Druckverfahren und Lasercutting hergestellt und ein Anwendungsprogramm für das Tablet programmiert.

Open Innovation
Das im Berliner BMBF installierte System zeigt die aktuelle Wettervorhersage aus dem Internet als Text auf der OLED-Wand an. Doch im Sinne des Open-Innovation-Gedankens ist die OLED-Wand für weitere Projekte zugänglich und für neue, kreative Inhalte geöffnet. Dazu entwickelten die Maker eine Reihe weiterer Anwendungen, die die vorhandene OLED-Wand und den Roboter nutzen und sinnvoll ergänzen, um neue Formen der Interaktion mit dem System zu ermöglichen.

Weitere Funktionen geplant
In Zukunft sind einige neue Funktionen vorgesehen, wie etwa die Wettervorhersage für einen Wunschort über SMS oder Tweet. Zudem kann der BMBF-Besucher sich die Wettervorhersage über ein Mikrofon von robOLED ausgeben lassen. Eine witzige Idee sind die Saison-Events. Zur Weihnachts-, Oster- oder Sommerferienzeit werden besondere Features verfügbar, die für Abwechslung sorgen. So könnte man beispielsweise zu Weihnachten das Wetter am Nordpol anstelle des Wetters in Berlin als Standard anzeigen lassen.

Wahlergebnisse auf der OLED-Wand
Bei anstehenden Landtags- und anderen Wahlen wird die OLED-Wand zur Wahlwand, die die Wahlergebnisse und Hochrechnungen in Textform und einfachen Balkendiagrammen anzeigt. Aber damit noch nicht genug. In Lehrveranstaltungen oder Workshops könnten Informatikstudenten Ideen und Prototypen für ganz neue Apps für das vorhandene Exponat entwickeln. Die besten Ideen könnten ausgewählt werden und hätten die Chance, als permanente Erweiterungen installiert zu werden.

Bild: © VDI Technologiezentrum GmbHRobOLED_Making-of_12Fotos_Blog

© VDI Technologiezentrum GmbH, Ausschnitte aus Film: Making of robOLED, Video München GmbH

Hier ein paar Eindrücke vom Making-Off der OLED-Wand:

Die robOLED-Installation wird vom BMBF im Rahmen der Make Light-Initiative unterstützt.

Daniela_MetzAutorin: Daniela Metz
Seit fünfeinhalb Jahren (Mitte März 2009) bin ich im VDI Technologiezentrum tätig. Als Mitarbeiterin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmere ich mich hauptsächlich um Artikel / Inhalte (z. B. News aus Forschungsprojekten) für unsere BMBF-Projektträgerseite (Förderprogramm „Photonik Forschung Deutschland“) und um unsere Nachwuchsseite der BMBF- und Brancheninitiative „Photonik Campus Deutschland“, in dessen Rahmen dieser Artikel auch gehört. Neben Twitter für die Projektträgerseite kümmere ich mich mit Kollegen dann noch um die Photonik-Nachwuchs Facebookseite. In meiner Freizeit betreibe ich seit acht Jahren begeistert Kampfkunst.

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