#vdiww - Adventsaktion / Tag 10

Wohin verschwindet das Wasser nach einem Hochwasser?

Wir kennen alle die Bilder zumindest aus dem Fernsehen: Hochwasser aufgrund von Schneeschmelze oder Unwettern setzen ganze Städte und Landstriche unter Wasser. Nach einer gewissen Zeit fließt das Wasser wieder ab und die Aufräumarbeiten können beginnen. Aber wohin verschwinden die Wassermassen eigentlich?

Bild: Dariush M / Shutterstock.comVDI_WW_Thema_Hochwasser-blog

„Land unter“
Unsere VDI-Experten Simon Jäckel, Marc Scheibel und Adrian Treis wissen mehr:
„´Land unter´ heißt es oft, wenn nach langen oder besonders starken Regenfällen das Wasser wild an der Oberfläche abfließt, die Bäche über die Ufer treten und das Grundwasser steigt. Das Wasser breitet sich dann nach allen Seiten aus und ganze Landstriche werden zu riesigen Seeflächen. Dabei sind meistens natürliche oder landwirtschaftlich genutzte Flächen genauso betroffen und überflutet wie auch die Siedlungsbereiche.

Abfluss dauert mehrere Tage
Regnet es nur in einem kleinen Gebiet, fließt das Wasser dann auch relativ schnell wieder ab. In den Tiefpunkten des Geländes findet sich ein Bach oder Fluss, der das Wasser aufnehmen und weiter transportieren kann. Regnet es in einem größeren Gebiet lange oder besonders stark, ufern die Bäche aus, der Grundwasserspiegel steigt und es kann je nach Einzugsgebiets- und Gewässergröße auch einige Tage dauern, bis die Wasserspiegel wieder sinken.

Ein Anteil versickert im Boden
Der Aufstau und das Ausufern der Bäche entstehen durch die nicht ausreichende Kapazitäten das ganze Wasser auf einmal abzuleiten. So läuft es nach und nach erst wieder aus den betroffenen Gebieten. Stellen Sie sich eine Dusche vor, die leicht verstopft am Ablauf ist und Sie drehen den Brausekopf richtig stark auf: die Duschwanne wird sich füllen. Drehen Sie jedoch das Wasser wieder ab, leert sich die Wanne nur sehr langsam. In der Natur wird ein großer Teil dann über die Bäche wie gewohnt in den nächsten Fluss und letztendlich ins Meer fließen: Ein Anteil versickert auch im Boden und wird über das Grundwasser – allerdings sehr viel langsamer – in die Bäche ablaufen.

Wasserkreislauf
Das Wasser geht nach einem Hochwasser also nicht verloren. Auf seinem Weg durch den Boden und durch die Flüsse bewegt es sich im sogenannten Wasserkreislauf und wird bei entsprechender Energiezufuhr in Form von Verdunstung wieder in die Atmosphäre transportiert. Dort wird es von Wolken oder in Form von Niederschlägen sichtbar, die letztendlich auch wieder zu einem Hochwasser führen können.“

Wasser verdunstet in die Atmosphäre
Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst fasst ähnlich zusammen: „Das Wasser, das als Regen vom Himmel fällt, versickert entweder in nicht versiegelten Böden oder es strömt oberflächlich direkt in Flüsse oder Seen. Oder es gelangt auf dem Umweg der Kanalisation in Flüsse und Seen. Dort kann es dann zu Hochwasser führen. Über Fläche und Flüsse werden dann die Wassermassen weiter transportiert und landen irgendwann in einem Meer. Neben diesem Abtransport verdunstet auch flüssiges Wasser in die Atmosphäre, so dass auch dadurch zum Beispiel ein Hochwasser in einem See abgebaut werden kann. Zusätzlich versickert auch ein Teil des Wassers im Erdboden.“

Über #vdiww
„VDI Wissenswertes Wissen“ (#vdiww) ist ein neues Themenformat des VDI. Darin geht es um alltägliche Themen, die uns interessieren und beschäftigen. Mit #vdiww schafft der VDI Abhilfe und beantwortet gemeinsam mit seinen Partnern Fragen des täglichen Lebens.

Autorin: Hanna Büddicker
Position im VDI: Assistentin der Bereichsleitung Strategie und Kommunikation
Aufgabe im VDI: Kümmert sich um den Außenauftritt des VDI in Form von Reden, Präsentationen, Ausstellungen. Projektleiterin des Jugendsenders tectv und Redakteurin der Mitarbeiterzeitung

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