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Internationaler Motorenkongress 2015

Bereits zum zweiten Mal findet am 24. und 25. Februar 2015 in Baden-Baden der „Internationale Motorenkongress“ statt. Gemeinsam mit ATZlive hat die VDI Wissensforum GmbH in 2014 den Kongress ins Leben gerufen. Prof. Dr. Peter Gutzmer ist stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes und Vorstand Technologie bei Schaeffler und kennt die Entwicklungen der Branche. Als Mitglied im Programmbeirat des Internationalen Motorenkongresses hat er gemeinsam mit anderen Fachleuten ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Wir haben mit ihm gesprochen, um mehr über die aktuellen Trends der Branche und den Internationalen Motorenkongress zu erfahren.

Bild: VDI Wissensforum GmbHProfDr_Peter_Gutzmer_Querformat_6212Herr Prof. Dr. Gutzmer, was sind Ihre Aufgaben als Vorstand Technologie bei Schaeffler?
Als Vorstand Technologie verantworte ich die langfristigen, strategischen Themen sowie die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten der Schaeffler Gruppe. Die Informationstechnolgie (IT) nimmt vor dem Hintergrund der funktionalen Erweiterungen der Elektronik und Elektrifizierung aber auch dem zunehmenden Fokus rund um Industrie 4.0 eine immer wichtigere Rolle ein, weshalb dieser Bereich ebenfalls in mein Ressort fällt. IT wird vom Dienstleister zum integralen Bestandteil der Wertschöpfungskette. Die Aufgabe meines Teams ist, die Schaeffler Gruppe für zukünftige Technologietrends richtig aufzustellen, um unseren nachhaltigen Unternehmenserfolg sicherzustellen.

Welche Trends beobachten Sie derzeit in der Motorenbranche?
Zunächst einmal möchte ich betonen, dass der Verbrennungsmotor, auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung, noch eine lange Zukunft  haben wird. Die Trends gliedern sich im wesentlichen auf die weitere Optimierung der Verbrennung durch Einspritz- und Abgastechnologien, des weiteren aber auch auf die Reibungsreduktion, variable Ventiltriebssysteme, Zylinderabschaltung oder variable Verdichtung. Auch Trends wie Downsizing und Aufladung werden zur Effizienzsteigerung beitragen. Auf der anderen Seite wird die Hybridisierung kommen, um die strikten CO2-Richtlinien erfüllen zu können. Übrigens nach 2020 sehen wir auch ein regional differenziertes Wachstum von Elektrofahrzeugen. In allen Bereichen wird zukünftig immer stärker der gesamte Antriebsstrang und damit auch das Getriebe die diversen Antriebsvarianten stark beeinflussen. Aber auch das Thema Kraftstoffe dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren.

Schaeffler ist in fast 50 Ländern präsent. Welche Unterschiede erkennen Sie bei den Entwicklungen des Motors? Ist Deutschland (immer noch) Vorreiter?
Deutschland ist und wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren einnehmen. Allerdings muss sich auch die deutsche Automobilindustrie, trotz ihrer historischen Vorreiterolle, am internationalen Markt orientieren, da die Mobilitätsbedürfnisse weltweit grundlegend verschieden sind. Aufgrund sehr komplexer Systeme wird es für die Industrie immer wichtiger auf Synergien und gemeinsame vorwettbewerbliche Forschung zu setzen. Ein gutes Beispiel ist das kürzlich in Japan zwischen verschiedenen Automobilherstellern gegründete Projekt „AICE“, um unter hoher finanzieller Unterstützung der Regierung die Effizienz von Verbrennungsmotoren bis 2020 um 30 Prozent zu steigern. Wir sind hier mit der FVV Vorbild und Partner.

Sie sitzen im Programmbeirat des Internationalen Motorenkongresses. Was hat Sie dazu bewegt, die Veranstaltung mitzugestalten?
Für mich ist es ein integraler Bestandteil meiner Funktion als Vorstand Technologie das Forschungs- und Entwicklungsumfeld zu kennen und wenn möglich aktiv mitzugestalten. Die Funktion als Programmbeirat ist hierfür natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit, interessante und innovative Themen für die Tagung auszuwählen.

Wo liegen die thematischen Schwerpunkte des diesjährigen Kongresses?
Der thematische Schwerpunkt liegt für mich vor allem in der Beantwortung der Frage, wie die ambitionierten Umweltziele erreicht werden. Es gibt wie beschrieben verschiedene Ansätze und nicht den einen goldenen Weg. Vor diesem Hintergrund liegt für mich der Fokus auf der Auswirkung einzelner Maßnahmen zur Effizienzsteigerung auf den gesamten Antriebsstrang und die Ausnutzung von Synergiepotentialen.

Warum würden Sie Ihren Kollegen und Geschäftskontakten empfehlen den Internationalen Motorenkongress zu besuchen?
Der Motorenkongress hat sich seit der ersten Runde  im letzten Jahr als hervorragende Veranstaltung mit interessanten Vorträgen und Diskussionen etabliert. Auch für dieses Jahr kann ich Ihnen als Programmbeirat versichern, dass die Vorträge sorgfältig ausgewählt wurden, um sich zu allen wesentlichen Zukunftsthemen rund um Verbrennungsmotoren in einem hochkarätigen Experten-Umfeld auszutauschen.

Jennifer_RittermeierAutorin: Jennifer Wienand
Position im VDI: Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

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