Interview mit Prof. Marina Schlünz

Neues VDI-Präsidiumsmitglied und Vorsitzende des Regionalbeirats

Zum 1. Januar 2015 rückte Prof. Dr.-Ing. Marina Schlünz für drei Jahre neu ins Präsidium des VDI und übernimmt den Vorsitz des Regionalbeirats. Sie ist Vizepräsidentin für Lehre, Studium, Qualität, IT und Bibliothek der Hochschule Hannover. Neben ihrer Lehrtätigkeit war Frau Schlünz bereits seit langem ehrenamtlich im VDI tätig, darunter als Vorsitzende des VDI-Bezirksvereins Hannover, als Mitglied des Herausgeberbeirats der VDI nachrichten und zuletzt als Rechnungsprüferin des VDI e.V. Wir haben mit ihr über Ehrenämter, Netzwerke und ihre neue Rolle gesprochen.

Bild: privatVDI-Präsidium_HS-Hannover_SchlünzFrau Prof. Schlünz, was hat Sie damals zu Ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit im VDI bewogen?
Ich bin relativ spät Mitglied im VDI geworden, erst nachdem ich an die Hochschule Hannover berufen wurde und mit der Professur im Studiengang Technische Redaktion einen beruflichen Neuanfang gestartet habe. Die Stellenanzeige für meine Professur habe ich übrigens in den VDI-Nachrichten entdeckt.
Durch den Standortwechsel von Süddeutschland nach Hannover musste ich mir ein neues fachliches Netzwerk aufbauen. Da erschien mir der VDI genau richtig. Ich habe den persönlichen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen anderer Hochschulen, zu Wirtschaft und Industrie gesucht und mich im VDI/VDE-DGQ-Gemeinschaftsarbeitskreis Qualitätsmanagement engagiert. Nach kurzer Zeit der eher passiven Teilnahme wurde ich dann angesprochen, ob ich mich nicht mehr engagieren möchte.
Als Vorstandsmitglied im Bezirksverein Hannover war ich für unsere Mitgliederzeitschrift „Technik und Leben“ verantwortlich. Daraus wurde dann immer mehr: von der Organisation berufspolitischer Veranstaltungen bis zur Testamentsvollstreckung war alles dabei. Mir hat es immer viel Freude bereitet, mich mit den ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen für die Technik und den VDI zu engagieren. Das Ehrenamt bedeutet aber nicht nur Geben, der Einsatz lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Und so soll es jetzt auch weitergehen.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihren Vorsitz des Regionalbeirats gesetzt?
Ingenieurinnen und Ingenieure stehen für technische Kompetenz und für politische Neutralität. Unsere Mitglieder geben damit dem VDI ein Gesicht und können damit wesentlich zur Gestaltung unserer Zukunft beitragen. Mit seiner regionalen Struktur hat der VDI eine unglaubliche Kraft technisch-wissenschaftliche und berufspolitische Themen in die Breite zu bringen. Hier sind die Landesverbände und Bezirksvereine in ihren Regionen sehr gut unterwegs. Dieses Netzwerk wollen wir weiter vervollständigen und stärken. Es gibt so viele tolle Projekte, mit denen wir Ehrenamtlichen die Marke VDI noch weiter nach vorne bringen wollen. Meine Aufgabe verstehe ich hierbei als Netzwerkerin zwischen der Hauptgeschäftsstelle und den engagierten Mitgliedern vor Ort.

Warum ist eine enge Vernetzung des VDI in die Regionen für Sie so wichtig?
Die regionale Organisation des VDI ist ein Abbild der politischen Struktur unseres Landes. Viele Themen werden in den Regionen oder auf Landesebene diskutiert. Hier sind die Kontakte der Bezirksvereine und Landesverbände zu Politik und Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Dennoch müssen wir voneinander wissen und uns gegenseitig unterstützen.
Mit der Collaboration Platform und der Toolbox haben wir die richtigen Werkzeuge, um in den Regionen effizient zu arbeiten und die Inhalte voran zu bringen. Jetzt können wir verstärkt und auf schnellen Wege Konzepte für die Gewinnung von Mitgliedern, für große und kleine Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit etc. austauschen und müssen nicht 45 Räder immer wieder neu erfinden.
Wir Ingenieurinnen und Ingenieure müssen uns unserer Bedeutung für unsere Gesellschaft bewusst und damit sichtbar sein. So können wir uns – egal wo – dafür einsetzen, dass wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft schaffen.

Stephan Berends_2_qDas Interview führte: Stephan Berends
Position beim VDI: Pressereferent
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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