Internationaler Motorenkongress 2015

Spezialgebiet Antriebstechnik

Mit Spannung warten wir auf den „2. Internationalen Motorenkongress“, der am 24. und 25. Februar 2015 wieder in Baden-Baden stattfinden wird. Die angekündigte Podiumsdiskussion zum Thema „Einfluss der neuen Legislative auf die Motorenentwicklung“ wird sicher einer der Höhepunkte der Tagung werden. Zusammen mit weiteren Teilnehmern nimmt Prof. Dr. Jens Hadler, Geschäftsführer der APL Group, an der Diskussion teil. Er war langjährig Entwicklungschef in verschiedenen Funktionen bei Volkswagen und gilt als einer der versiertesten Kenner der Antriebstechnik. Zusätzlich zum Podiumsbeitrag wird er in einer Keynote-Adresse zu den Aussichten eines Zero Impact Emission Antriebs referieren. Wir wollten vorab mehr zum Thema und zum kommenden Kongress erfahren und sprachen mit Herrn Prof. Hadler.

Bild: privatProf  Hadler_kleinHerr Prof. Dr. Hadler, die APL Group mit ihren verschiedenen Beteiligungsgesellschaften arbeitet als neutraler und unabhängiger Engineering-Dienstleister für einen weltweiten Kundenkreis. Was genau machen Ihre Mitarbeiter täglich?
Die APL Group ist ein unabhängiger Entwicklungsdienstleister mit breitem Angebotsportfolio in Testing und Engineering inklusive Anwendung modernster Simulationstools und ist anerkannter und zertifizierter Dienstleister im Bereich der Öl- und Kraftstoffindustrie. Seit mehr als 25 Jahren sind wir Partner der O.E.M.-, Mineralöl-  und Zulieferindustrie rund um den Motor und den Antriebstrang. Schwerpunkte sind, neben smartem Powertrain-Testing jeglicher Ausprägung, Themen der Motormechanikentwicklung,  Thermodynamik, Öl- und Kraftstoffchemie. Ergänzt wird dies durch diverse Simulations-Kompetenzen. Unsere Mitarbeiter unterstützen mit ihrem Know-How und unseren modern ausgestatteten Labor- und Prüffeldeinrichtungen unsere Kunden in Fragen der Wissensgenerierung und Problemlösung. Sie kennen ihre Tools und Einrichtungen  in deren funktionaler Tiefe, da ein wesentlicher Teil in Inhouse-entwickelt, hergestellt und auch betreut wird. Verbunden mit unserem „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“ ist dies ein deutlicher Vorteil für unsere Kunden, was sich auch in unseren kurzen Reaktionszeiten zeigt.

In Ihrem Keynote-Vortrag beim Internationalen Motorenkongress stellen Sie die Frage, ob ein „Zero Impact Emission Antrieb“ möglich ist. Um was für einen Antrieb handelt es sich?
Kurzgefasste Antwort: „Das ist noch nicht in allen Facetten festgelegt!“ Mir geht es um eine offene Diskussion bei diesem Thema.
„Zero Impact“ meint, es ist alles erlaubt, was nicht nachhaltig schadet. Unsere Gesellschaft verlangt in der Frage der Mobilität nach Interessenausgleich zwischen den Anforderungen der Gesundheit, des globalen Klimas, des schonenden Umgangs mit Ressourcen und den Wünschen einer wachsenden Weltbevölkerung. Wenn wir regenerative Energie für unsere Wandlungsprozesse nutzen, ist der Wirkungsgrad aus rein energetischer Sicht eventuell zweitrangig.  Ein Zahlenbeispiel für die Größenordnung: „Die Sonne strahlt heute pro Stunde mehr Energie auf die Erde ein, als  die Menschheit im ganzen Jahr in Form aller genutzten Energieträger umsetzt“.  Das sind eher wirtschaftliche Gesichtspunkte, welche die Effizienz in den Vordergrund rücken. Welche Form der Energieträger in der Zwischenform annimmt ist auf der heutigen Wissensbasis derzeit nicht final zu entscheiden. Letztlich wird es zu einer Koexistenz unterschiedlicher Energieträger kommen.
Ökologisch relevant sind die CO2-Neutralität und ein gesellschaftlich akzeptiertes Emissions-  und Immissionsniveau entlang der Well-To-Wheel-Kette.

Welche Entwicklungsstrategien bei Verbrennungsmotoren werden derzeit verfolgt?
Der erste Weg beim Verbrennungsmotor muss sein, die unerwünschten Emissionen weiter zu reduzieren (weltweit) und stetig die Effizienz in weiten Kennfeldbereichen zu verbessern. Die Summe der vielen kleinen Maßnahmen, die dann als Paket eine Verbesserung bringen, zeigt den Weg in die Zukunft. Die Stichworte lauten: Turboaufladung, Direkteinspritzung, Einspritzdruckerhöhung, Einspritzflexibilität,Variabilität bei Nebenantrieben, variable Ventiltriebe, variable geometrische Verdichtung, Vermeiden von Reibungsverlusten jeder Art, integrale Abgasnachbehandlung, Einsatz modernster Regelalgorithmen verbunden mit zunehmender Elektrifizierung im Antriebsstrang.  Das 48 Volt Zusatzbordnetz wird uns einen Schritt nach vorne bringen. Und die Einbindung des Verbrennungsmotors in die Welt des vernetzten Powertrains, sowie des vernetzten Fahrens in einem Umfeld extremen Informationsaustausches wird uns weitere Verbesserungspotentiale erschließen.

Bild: VDI Wissensforum GmbHMotorenkongress_Männer_Motor

Einblicke in die Praxis gibts es beim Internationalen Motorenkongress im Rahmen einer Ausstellung.

Sie nehmen an der Podiumsdiskussion „Einfluss der neuen Legislative auf die Motorenentwicklung“ beim Internationalen Motorenkongress teil. Warum hat der Programmbeirat dieses Thema gewählt?
Unsere Welt wird immer komplexer und schnelllebiger. Bewährte Technologien wollen wir ausrollen, um durch Skaleneffekte Kostendegression zu erreichen. Dazu ist es notwendig, dass nicht in jeder Region dieser Welt neue Hürden durch gesetzliche Vorgaben aufgebaut werden, sondern Leitplanken vorhanden sind, die in die gleiche Richtung weisen. Eine solche Podiumsdiskussion ist sicher ein Forum, um die Bedeutung und vielschichtige Einflussnahme gesetzlicher Vorgaben auf den Entwicklungsrahmen aufzuzeigen und aus den verschiedenen Blickrichtungen zu diskutieren.
Bezüglich Emissionierung und Testprozedur haben die neuen legislativen Regulierungen einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung und Verbreitung moderner Antriebe.  Sowohl im Pkw- und Nfz-Sektor sowie auch im Offhighway-Bereich implizieren die zukünftigen Regelungen große technische und finanzielle Herausforderungen aber auch Möglichkeiten.
Sowohl auf der Produktseite selber, aber auch auf der Produkt- und Prozessentwicklungsebene, fordern beispielsweise Euro6, Tier4final (ff), der WLTP oder die RDE-Anforderungen entsprechende ingenieurmäßige Leistungen.

Welche Vorträge möchten Sie selbst beim Internationalen Motorenkongress hören?
Das werde ich spontan entscheiden. Am liebsten natürlich alle

Jennifer_RittermeierAutorin: Jennifer Wienand
Position im VDI: Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Spezialgebiet Antriebstechnik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*