VDI Themenradar Automobil

Vernetzung von Fahrzeugen

Nachdem mit Ethernet im Auto die letzte Hürde für eine schnelle und für alle Domänen sinnvolle Vernetzung der unterschiedlichsten Fahrzeugsysteme genommen wurde, stehen wir inzwischen vor der nächsten Herausforderung: Die Vernetzung aller Fahrzeuge untereinander. Unterschiedliche Konzepte liegen vor, großflächige Tests sind bereits abgeschlossen.

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(Foto: Thomas Ernsting / LAIF)

Automobilindustrie hat in den letzten Jahren gezeigt, wie hoch die Innovationskraft der Ingenieure hier ist. Zwar möge so mancher vor einigen Jahren noch wegen der großen Kluft gelächelt haben, die zwischen der Unterhaltungselektronikindustrie und der Fahrzeugelektronik geherrscht hat. Tatsächlich sieht der Stand heute in den Autohäusern anders aus: Wer sich richtig beraten lässt, der findet mit seinem Smartphone direkten Anschluss an sein Fahrzeug. Damit nicht genug: Drahtloses Laden des Smartphones, das Benutzen der eigenen Fahrzeugantenne zur Verstärkung des Handy-Antennensignals und die nahtlose Integration der Smartphone-Apps in die Fahrzeugumgebung wird in den nächsten Jahren zum Standard.

Umfrageergebnis
Die Umfrage des VDI Themenradar Automobil auf den Webseiten der VDI Wissensforum GmbH hat ergeben, dass fast zwei Drittel (61,5 Prozent) der Teilnehmer der Umfrage die größere Sicherheit als wichtigsten Anwendungsbereich für die Vernetzung in Fahrzeugen sehen. Für effizientere Transportsysteme stimmten 27 Prozent und nur 11,5 Prozent rechnen dem Komfort eine bedeutende Rolle zu.

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Helmut Matschi (Bild: VDI Wissensforum)

„Die Umfrage unter den Besuchern der VDI-Seiten spiegelt deutlich eines der wichtigsten Aufgabenfelder von uns Ingenieuren wieder: Die Sicherheit“, erklärt Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands von Continental. „Die Vernetzung wird mit Entwicklungen wie dem ‚elektronischen Horizont‘ sogar den Blick in die Zukunft der vorausliegenden Strecke ermöglichen. Auch das bringt Sicherheit und bahnt gleichzeitig den Weg für intelligente Transportsysteme. Was wir Ingenieure jedoch nicht aus dem Auge verlieren dürfen, das sind die immer selbstverständlicheren Wünsche der Autofahrerinnen und Autofahrer nach kontinuierlicher Vernetzung. Hier müssen wir unsere Anstrengungen für nahtlose Lösungen über Fahrzeugklassen-, Hersteller- und Industriegrenzen hinweg noch weiter verstärken. Das steigert am Ende nicht nur den Komfort unserer Entwicklungen. Wenn die vielfältigen Funktionen unserer Smartphones ganz einfach über die Bedienelemente des Fahrzeugs gesteuert werden, dann unterstützt dies am Ende wiederum den Ergebnissieger der Umfrage, die Sicherheit.“

Vernetzung
Die Vernetzung bietet dabei zusammen mit den immer leistungsfähigeren Fahrerassistenz-Systemen und der schon heute ständig leistungsfähigeren Motorelektronik vielfältige Möglichkeiten, die sich im Hinblick auf Intelligente Transport Systeme noch vergrößern werden:

Sicherheit: Vernetzte Fahrzeuge, vernetzte Objekte wissen in Zukunft einfach früher darüber Bescheid, ob ein mögliches Fahrmanöver zu einer Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden kann. So werden Unfälle, bei denen der Fahrzeuglenker zum Beispiel den schwächeren Fahrrad- oder Motorradfahrer beim Abbiegen oder Überholen übersehen hat in einer weiter vernetzten Welt spürbar weniger häufig vorkommen.

Komfort: Die Zeit, in der das Auto die letzte internetfreie Zone war, ist endgültig vorbei. Dabei wird jedoch in den meisten Fällen das Internet über das Smartphone ins Auto gebracht – und auch oftmals rechtswidrig noch während der Fahrt in der Hand gehalten. Die Integration der Smartphone-Fähigkeiten in alle Fahrzeugklassen ist eine der wichtigsten Stellschrauben, um die Konzentration des Fahrers auf das Wesentliche mit dem berechtigten Wunsch nach ständigem Kontakt zur digitalen Welt zu verbinden.

Effizienz: Nicht nur bei heutigen modernen Lkw hilft ein elektronischer Horizont mit Angaben über die vorausliegende Topographie beim Einsparen von Kraftstoffen. Zukünftig werden ganze Lieferketten auf Basis der Vernetzung unterschiedlichster Datenquellen noch effizienter werden. Ganz gleich, ob es die automatische Meldung des Austauschbedarfs eines Transportbandes in einem Bergwerk, die Laufleistungsinformation von Reifen oder die Verfügbarkeit von Lkw-Parkplätzen zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sind: Die Vernetzung wird den Energie- und Ressourcenbedarf weiter optimieren können.

Die aktuelle Umfrage des VDI Themenradars Automobil im Januar befasst sich mit dem Recycling von Faserverbundwerkstoffen und ist unter anderem auf www.vdi.de/autokat zu finden.

Jennifer_RittermeierAutorin: Jennifer Wienand
Position im VDI: Referentin PR/Öffentlichkeitsarbeit bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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