Weniger Material und eine völlig neue Konstruktion

LED-Lampen ressourcenschonend hergestellt

LEDs als Alternative zu herkömmlichen Energiesparlampen sind auf dem Vormarsch. In punkto Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Beleuchtungsqualität sind sie ihnen überlegen. Einem hessischen Unternehmen ist es gelungen, LED-Lampen nun auch deutlich ressourceneffizienter herzustellen als bislang.

LED_Lampen_ZRE

LED-Lampen können nun auch deutlich ressourcenschonender hergestellt werden.

 

Video zeigt Innovationen im Detail
Der aktuelle Film „Materialeffiziente Produktion von LED-Lampen“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) zeigt die Innovationen im Detail: Ein neuartiges Fertigungsverfahren des mittelständischen Unternehmens Carus aus Marburg und ein anderer Aufbau des LED-Leuchtmittels aus weniger Komponenten ermöglicht Materialeinsparungen von 260 Tonnen Aluminium, 20 Tonnen Zinn, 40 Tonnen Kupfer und 10 Tonnen Kunst- und Klebstoffen pro Jahr. Das Gewicht reduziert sich schließlich um bis zu 60 Prozent. Darüber hinaus vereinfachen eine geringere Anzahl an Bauteilen sowie weniger unterschiedliche verbaute Materialien das spätere Recycling. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu herkömmlichen Energiesparlampen bei LED-Leuchtmitteln auf Quecksilber und Schwermetalle verzichtet werden kann.

Das Entwicklungsteam der Firma Carus erreicht diese Materialeffizienz durch einfache Steckverbindungen. Die Komponenten der Lampe müssen nicht mehr geklebt oder gelötet werden. Zugutekommen bei der Entwicklung Erfahrungen aus der Metallverpackungsindustrie. Die Kühlkörper für die LEDs bestehen aus einem tiefgezogenen Aluminiumblech – also einem umgeformten Blech. Im Vergleich zu Aluminiumgusskörpern, die normalerweise die Kühlung der LEDs übernehmen, wird beim Blech nur rund die Hälfte des Materials benötigt.

Tool des Umweltbundesamtes im Einsatz
Bei der Abschätzung des Einsparpotenzials der eingesetzten Materialien nutzen die Ingenieure von Carus auch ein Tool des Umweltbundesamtes. Mit einer Berechnungsmatrix können Umwelteffekte abgeschätzt werden, die sich aus den Vorketten der eingesetzten Materialien ergeben. Denn bevor ein Werkstoff, wie zum Beispiel Aluminium, eine Produktionsanlage erreicht, hatte seine Herstellung bereits Auswirkungen auf die Umwelt: Abbau des Erzes Bauxit aus dem Aluminium gewonnen wird, Reinigungsprozess, Produktion von Aluminiumoxid, Transport in Industrieländer, in denen das Aluminiumoxid weiter verarbeitet wird. Wird recyceltes Aluminium wie bei den neuen LED-Lampen eingesetzt verbessert sich die Energie- und Rohstoffbilanz.

Made in Germany
Carus setzt in punkto Nachhaltigkeit auch auf seinen Standortvorteil: Die Lampen werden ausschließlich in Deutschland hergestellt. „Wir wollen zeigen, dass Massenproduktion in Deutschland geht und besonders dann, wenn man mit einem Ansatz von Ressourceneffizienz das Thema entwickelt“, sagt Firmenchef Andreas Ritzenhoff zu seiner LED-Produktion. Durch die heimische Produktion entfallen im Vergleich zur Konkurrenz aus Fernost sowohl die hohen Transportkosten als auch die auf dem langen Transportweg entstehenden CO2-Emissionen.
Aufgrund seiner positiven Umweltauswirkungen wird das Projekt durch das Förderprogramm „Materialeffizienz in der Produktion“ im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Der Kurzfilm, der die innovative  LED-Produktion vorstellt, ist ab sofort auch auf dem YouTube-Kanal des VDI Zentrums Ressourceneffizienz „Ressource Deutschland TV“ oder auf der Website www.ressource-deutschland.tv zu sehen.

Sebastian_HöingAutor: Sebastian Höing
Position beim VDI Zentrum Ressourceneffizienz: Online-Redakteur

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*