Karriereberater auf der Hannover Messe 2015

„Soziale Medien stellen Bewerbungsprozess auf den Kopf“

Karriereberatung speziell für Ingenieure gibt es auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Hannover Messe vom 13. bis 17. April auf dem VDI-Stand. Bis dahin stellen wir Euch in regelmäßigen Abständen unsere Karriereberater vor und fragen schon einmal nach Tipps und Anregungen in Sachen Karriereplanung. Heute: Alexander Rahl von der HR Management Consultants GmbH.
Bild: privatFoto_Rahl_2013Warum engagieren sie sich im Rahmen der Hannover Messe in Sachen Karriereberatung am VDI-Stand?
Der Fachkräftemangel – insbesondere im Ingenieursektor – nimmt stetig zu. Unternehmen haben zusehends Schwierigkeiten, gute Nachwuchskräfte und Experten zu finden. Die Jobaussichten für Absolventen sind seit geraumer Zeit – auch aufgrund einer sehr guten Konjunktur exorbitant gut. Gleichzeitig erleben wir scheinbar paradoxer Weise im Dialog mit Studenten oder Jungingenieuren, die sich nach ihrem Studium am Arbeitsmarkt erstmalig orientieren ein hohes Maß an Desorientierung: Was ist für mich der richtige Weg, wie komme ich an die richtige Einstiegsposition/das richtige Unternehmen? Wir erleben z.T. exellent qualifizierte Absolventent, die diese Fragen stellen. Das Wissen ist großartig vorhanden – das Wissen wie hingegen wenig bis gar nicht.
Meine Kollegen bei HR und ich wollen hier für die stets zahlreich interessierten Besucher auf dem VDI-Messestand sehr gern Aufklärung leisten und Ihnen gezielte Handlungsempfehlungen geben, damit qualifizierter Ingenieur (m/w) und suchendes Unternehmen möglichst zügig und zielgerichtet zusammen kommen.

Was ist ihr „Spezialgebiet“ wenn es um die Beratung geht?
In dem Geschäft der Personalberater geht es darum, für die vom beauftragenden Unternehmen ausgelobte Vakanz den passgenauen Kandidaten zu finden. Verantwortungsbewusstsein und den Blick für Nachhaltigkeit in der Besetzung spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle – schließlich haben wir es stets mit Menschen zu tun, die unserer Expertise im Auswahlprozess vertrauen. Ich denke, dass meine Expertise in der Karriereberatung darin liegt, im Dialog mit den Probanden auch sehr genau auf die Zwischentöne zu achten, die bei der Frage „Welchen Weg sollte ich jetzt einschlagen?“ eine  zentrale Rolle spielen. Es ist fast eine Banalität, aber Du solltest lieben, was Du 2/3 Deines Lebens tust – nur dann wirst Du glücklich sein… Darum geht es in meinen Gesprächen neben allen fachlichen Qualifikationen.

Was raten Sie Studierenden, wie sie sich bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten können?
Zunächst einmal möchte ich mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen: Den  richtigen Weg zur Vorbereitung gibt es nicht! Er ist stets individuell zu betrachten und zu planen, hängt er doch von vielen individuellen Gegebenheiten, die den Studenten umgeben, ab. In jedem Falle macht ein Student, der nach dem für sich besten Einstieg sucht, alles richtig, wenn er

  • sein Studium zügig und bestmöglich abschließt
  • während seines Studiums sich nach Möglichkeit rechtzeitig vor Studienabschluss klar darüber wird, wo seine Neigungen und Interessen liegen und darauf abgezielt passende Praktikumsplätze oder studentische Aushilfsjobs sucht, um bereits erste gezielte Praxiserfahrungen zu sammeln.
  • stets „die Augen offen hält“, mit potenziellen Arbeitgebern – beispielsweise auf Job- oder Branchenmessen – in den Dialog geht und sich vor allem über interessante Adressen qualifizierte Informationen einholt und nicht zuletzt
  • Wert auf eine ordentliche und vollständige Bewerbungsunterlage legt.

Wie beurteilen Sie die Rolle der sozialen Medien im Bewerbungsprozess?
Die sozialen Medien haben den Bewerbungsprozess quasi „auf den Kopf gestellt“ – Unternehmen bewirbt sich bei Kandidat, nicht umgedreht. Diese Tendenz ist seit einigen Jahren klar erkennbar, und mit einem Ende ist allein aus demographischer Sicht nicht zu rechnen. Social Media ist zwischenzeitlich fester Bestandteil unserer weltweiten Kommunikation geworden. Die Generation Z telefoniert beispielsweise gar nicht mehr – sie trifft sich mit Gleichgesinnten im Internet, in Foren, auf Plattformen. Dieses hat natürlich auch auf den Bewerbungsprozess dergestalt Einfluss genommen, dass sich der Marktplatz, auf dem sich Anbieter und Nachfrager für Arbeitsplätze treffen, weitestgehend ins Internet verlagert hat. Dass der Stellenmarkt in Tageszeitungen stark eingebrochen ist und es bereits Großunternehmen gibt, die in ihren HR-Abteilungen sog. Active Sourcing-Einheiten gebildet haben, die auf einschlägigen Plattformen nach qualifizierten Arbeitskräften fahnden, beschreibt diesen Trend sehr gut. Diese Entwicklung der Kommunikation ist nicht mehr umkehrbar – unsere Gesellschaft entwickelt sich stetig weiter. Wir bei HR rechnen deshalb damit, dass mit dem Einzug verbesserter Technologien sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Auch der Arbeitsmarkt wird davon betroffen sein.

Welche drei Dinge sollten Bewerber unbedingt mitbringen, wenn sie die Karriereberatung am VDI-Stand nutzen möchten?
Ihren Lebenslauf, eine klare Zielsetzung, die mit dem Besuch verbunden ist und vorbereitete Fragen.

Rosemarie_SchmidtDas Interview führte: Rosemarie Schmidt
Bereich Beruf und Gesellschaft im VDI e.V.

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