Günstig heizen

Was tun, wenn die Heizkostenabrechnung zu hoch ist?

Wer glaubt, dass trotz des strengen Winters die Heizkosten aufgrund des gesunkenen Ölpreises dieses Mal geringer ausfallen müssten, der irrt. Warum das so ist und wie sich Heizkosten einsparen lassen, erklären wir in diesem Beitrag.

Bild: Sascha Preussner / Shutterstock.com20150224_VDI_RL_702x363-V1-T2

Was tun, wenn die Heizkostenabrechnung zu hoch ist?

Viele Mieter denken, dass sich die Heizkosten ausschließlich aus den Verbräuchen für die Brennstoffe ergeben. Ein Irrtum, der einem die Heizkostenabrechnung grundsätzlich zu hoch erscheinen lässt. Zwar sind Vermieter verpflichtet, Heizöl kostengünstig einzukaufen, aber auch das Warten, Ablesen und Mieten der Heizkostenverteiler, die Wartung sowie Monitoring, Pflege und Bedienung der Heizungsanlage, der Strom für deren Betrieb und die Pflichtmessungen durch den Schornsteinfeger sind umlagefähig. Eichkosten dürfen ebenfalls an die Mieter weitergegeben werden.
Heizkosten dürfen weder in die Warmmiete miteinfließen, noch sind Pauschalen dafür zulässig. Die Gründe dafür liegen darin, dass jeder Haushalt andere Heizgewohnheiten hat, und zum anderen sind die Heizkosten abhängig davon, wie hart oder mild der Winter ausfällt. Die Regelungen zur Heizkostenabrechnung sind in der Heizkostenverordnung festgeschrieben. Diese besagt unter anderem, dass zumindest die Hälfte der in einem Jahr anfallenden Heizkosten verbrauchsabhängig zu berechnen ist. Mit Heizkostenverteilern an den Heizkörpern lässt sich der Verbrauch erfassen (Ausnahmen bestehen in bestimmten Situationen).

Wie lassen sich Heizosten einsparen?
Sicherlich nicht dadurch, indem man zu wenig heizt! Zwar spart man bei jedem Grad weniger etwa sechs Prozent an Heizkosten ein, doch lässt man den Raum zu weit abkühlen, dauert es jedoch viel zu lange, um die Räume wieder aufzuheizen. Und behaglich wird es auch nicht, wenn man immer nur kurz aufheizt, denn für thermische Behaglichkeit ist nicht die Lufttemperatur allein entscheidend, sondern auch die durch die Wandtemperatur bestimmte Strahlungstemperatur. Hinzu kommt, dass durch das Kondensieren der Luftfeuchtigkeit Schimmelbefall droht. Eine Zimmertemperatur von 20 °C in Wohnräumen wird von den meisten Menschen als ideal empfunden. Im Kinder- und Badezimmer dürfen es auch 2 bis 3 °C mehr sein, im Schlafzimmer können kühlere 15 bis 16 °C auch reichen. In der Küche tragen Herd, Backofen und andere Wärmequellen zur Beheizung bei, sodass auch hier weniger geheizt werden kann. Nachts kann die Temperatur in den Wohnräumen um etwa drei Grad reduziert werden.
Ungenutzte Räume sollten ebenfalls minimal beheizt und die Türen geschlossen gehalten werden. Hier schlummert Einsparpotenzial.
Mithilfe einer Kerze kann man versuchen, Luftströmungen zum Beispiel an Türen zu kalten Treppenhäusern zu erkennen: Die Flamme neigt sich in Richtung der Strömung. Mit aufklebbaren Schaumstoffstreifen oder Zugluftstoppern kann man hier schnell Abhilfe schaffen. Doch Vorsicht: Wer glaubt, mit der Kerzenflamme eine Undichtigkeit bei Fenstern nachweisen zu können, kann schief liegen: An kalten Fenstern wird sich immer eine Fallströmung ausbilden, die die sehr empfindliche Kerzenflamme zum Flackern bringt.

Wie richtig lüften?
Längere Lüftung mit gekippten Fenstern ist energetisch ungünstig. Lieber kurz, aber richtig, das heißt Stoßlüften. Thermostatventile sollte man dabei schließen, elektronische Ventile schließen bei plötzlichem Temperaturabfall mitunter selbsttätig.
Apropos Lüften: Gluckert der Heizkörper oder wird er nicht mehr richtig warm, dann ist es höchste Zeit, ihn zu entlüften: Heizung ganz aufdrehen, Ventil öffnen, vorsichtshalber eine Tasse darunter halten und warten, bis die Luft entwichen ist. Allein dadurch lassen sich (manchmal) die Heizkosten erheblich senken!

Unterstützung durch Technik
Einfacher gelingt die optimale Regelung der Heizung mit programmierbaren Thermostaten, die sich ganz einfach nachrüsten lassen. (Sogar beim Discounter bekommt man sie inzwischen mitunter.) Die Wunschtemperatur lässt sich in Abhängigkeit von Wochentag und Uhrzeit vorgeben. Programmierbare Thermostate sind vor allem in der Ferienzeit von Vorteil. Denn auch wenn niemand zu Hause ist, sollten die Heizkörper nicht komplett heruntergefahren werden. Aber Achtung: Ist die Batterie leer, kann es sein, dass das Ventil voll geöffnet bleibt. Also vor dem Urlaub nötigenfalls Batterien wechseln!

Maßnahmen an der Heizungsanlage
Wichtig, aber oft vergessen wird der hydraulische Abgleich der Anlage nach VDI 2073. Er sorgt dafür, dass alle Heizkörper gut versorgt werden. Zeigt sich, dass Heizkörper trotz vollständig geöffneten Ventils nicht richtig warm werden, ist dies oft der Grund. Hier gilt: Den Vermieter ansprechen und Abhilfe fordern.
Die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich, jedoch so hoch wie nötig eingestellen.
Wer die Heizungsanlage jährlich warten lässt, wozu auch die genaue Einstellung des Brenners gehört, kann bis zu fünf Prozent an Heizkosten einsparen.
Ist die Heizungspumpe älter als zehn Jahre, so sollte geprüft werden, ob sich durch einen Austausch Sparpotenzial erschließt. Weil moderne Pumpen ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf anpassen, verbrauchen sie pro Jahr weniger als veraltete Pumpen.

Für wen die Verbrauchskostenabrechnung nach diesem kleinen Exkurs immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist, dem empfehlen wir einen Blick in die Richtlinienreihe VDI 2077. Darin werden nicht nur die Ermittlung der umlagefähigen Wärmeerzeugungskosten von KWK-Anlagen beschrieben, sondern auch die Kostenaufteilung in solchen Anlagen beschrieben, die zur Beheizung und Trinkwassererwärmung dienen, sowie die Kostenaufteilung bei Solaranlagen.

Iris_LindnerAutorin: Iris Lindner
Die Diplom-Ingenieurin (FH) ist für uns in Sachen Berichterstattung rund um die VDI-Richtlinien in den sozialen Netzwerken unterwegs.

Kommentare & Pingbacks

9 Gedanken zu “Was tun, wenn die Heizkostenabrechnung zu hoch ist?

  1. Sehr geehrte Frau Lindner,

    folgender Aussage bitte ich kritisch zu hinterfragen und ggf. zu korrigieren:

    Gluckert der Heizkörper oder wird er nicht mehr richtig warm, dann ist es höchste Zeit, ihn zu entlüften: Heizung ganz aufdrehen, Ventil öffnen, vorsichtshalber eine Tasse darunter halten und warten, bis die Luft entwichen ist. Allein dadurch lassen sich (manchmal) die Heizkosten erheblich senken!

    In diversen Gesprächen mit Heizungsbauern wurde den Bewohnern empfohlen, das Thermostatventil vor dem Entlüftungsvorgang zu schließen, damit die Luftblasen nicht von dem zirkulierenden Heizungswasser mitgerissen werden und tatsächlich am Entlüftungsventil austreten.

    Freundliche Grüße Rudolf Rill

  2. Ihr Artikel wiederholt alt bekannte Dinge in sehr guter Weise (ich bin „alt“ und kenne diese Dinge daher, junge Leute müssen diese Dinge erst mal lernen). Eine kleine Anmerkung habe ich jedoch zum Thema „Entlüften der Heizung“:

    Nach meinem (veralteten?) Wissen macht man das Ventil sogar bewusst zu und entlüftet den Heizkörper dann. So wird die Luft über das nachlaufende Wasser des Rücklaufs aus dem Heizkörper gedrückt.
    Grund: Das Wasser des Rücklaufs ist relativ kalt und man vermeidet die Gefahr des Verbrühens. Nebenbei wird auch nicht unnötig Heizenergie verbraucht, weil der Heizkörper ja nicht aufgeheizt wird.

  3. Lieber Herr Rill, lieber Herr Mähnß,
    die Meinungen der Fachleute sind nicht einheitlich hinsichtlich der Ventilstellung zum Entlüften. Beides wird empfohlen.

    Strömendes Wasser kann Luft mitreißen, was den Erfolg der Entlüftung schmälert. Optimalerweise wird daher eine Stunde vor Entlüftung die Umwälzpumpe abgestellt. Das kann der einzelne Nutzer in einem Mietshaus natürlich nicht tun. Was er tun kann, ist seinen Heizkreislauf oder mindestens seinen Heizkörper zu trennen. Allerdings ist das Mitreißen von Luft eher bei kleinen Luftmengen ein Problem; diese machen sich allerdings auch thermisch nicht wirklich bemerkbar, sondern eher nur akustisch, sprich: es gluckert. Wenn der Heizkörper aufgrund eingeschlossener Luft nicht richtig warm wird, dann geht es nicht um ein bisschen Luft in Form von mitgerissenen Bläschen, sondern um viel Luft.

    Zur Verbrühungsgefahr: Wenn man nach dem Schließen des Ventils so lange mit dem Entlüften wartet, bis sich der Heizkörper hinreichend abgekühlt hat, ist die Verbrühungsgefahr in der Tat geringer. Da jedoch das Wasser beim Entlüften auch durch den Rücklauf in den Heizkörper strömt, ist abhängig von der Rücklauftemperatur diese Gefahr nicht völlig ausgeschlossen.

  4. Wie richtig lüften?
    Liebe Frau Iris Lindner, schön wie sie die Heizkosten angehen! Das Thema Lüften ist leider vom VDI im Bereich „Heizung-Klima-Lüftungstechnik“ und das Recht bei Gerichten zu Lasten von Mietern bei Schimmel u.ä. in der Wohnung in den letzten 40 Jahren arg gebeugt worden. Hier haben Technik und Gerichte schlicht weg versagt, nur ich habe nach 8 Jahren bis zum Oberlandesgericht Recht erhalten! Aber der Reihe nach.
    Ich wohne seit 1978 in der 10. Etage in einem Hochhaus mit Blick auf das Hermes-Hochhaus in Hamburg, das im Gegensatz zu unserem Haus(1969) erst 1981 mit wunderschönen Verblendkachel unter meiner Blickkontrolle gebaut wurde und nun leider wg. 5 € /m2 Energiekosten 2016 abgerissen wird, glaube aber eher wg. Asbest! 1000 „hochwertigste“ Arbeitsplätze werden nun in die Ebene verlegt. Für vorübergehende Flüchtlingsunterbringung vor dem Winter angeblich nicht geeignet, trotz 6 Etagen, die schon frei sein sollen?
    Ich hatte in meiner NE-3-Zimmerwohnung nie Schimmel, nur 1x wurde wg. Feuchtigkeit 1 Trennfuge zur unteren Etage neu abgespritzt, weil diese Plattenbauten je nach E-/W-Wind sich wie Kartenhäuser bewegen. Wir hatten aber Jahrelang ein ausgewachsenes Schwerkraft- Lüftungsproblem derart, dass ich mit „ ihrer Methode Kerze“ Luftströmungen an der einzigen „Wohnungs-Entlüftung im Badezimmer“ nachweisen konnte, und zwar in beiden Richtungen, wobei die Entlüftung in die Wohnung sehr unangenehm war und dem Hochhaus-Ruf „Geruchsbelästigungen im Hochhaus“ alle Ehre machte! Mindestens 4 Richter mussten sich mit mir „beschäftigen“, bis ich nach 8 Jahren Recht bekam und der Vermieter uns 15 übereinanderliegenden Parteien nach Reinigung des Asbest-Lüftungsschachtes oben am Ausgang so ein professioneller, optisch panzerfaustähnlicher, Ventilator installiert wurde. Ein Oberlandesgericht-Richter rief mich mal an und sagte, er habe viel gelernt und so die Fehler im eigenen Haus abgestellt, die er sich vordem (ich müsste nie persönlich vor Gericht erscheinen!) nicht erklären/nur riechen konnte. Der Vermieter (Stadt) dachte wohl immer, der Kläger zieht bald aus! Puste Kuchen! Haben noch versucht, den Ventilator mit Zeitschaltuhr von 8-16 Uhr zu betreiben. Seit Anfang 2005 nun immer im 24h-Betrieb. Weil sie mir keine einstellbare Lüftungsklappe gönnten, habe ich die alte gemäß Foto (geht leider nicht) bis heute, manuell schnell einstellbar, je nach Außentemperatur, simpel erweitert. 1-2 Schlitze offen sind die Winter-Einstellung, bis 4 im Sommer. Der Ventilator läuft schon seit 2005 im 24h-Betrieb ohne Beanstandung, d.h. ohne Geruchsbelästigung!!!!Keine Wartung? Hat der Vermieter wohl aus dem Auge verloren! Abstellen/Ausfallen des Ventilators würde „online“ durch Abfallen der gelben „Regelklappe“ signalisiert werden! Natürlich habe ich die Haustür nach „ihrer Empfehlung“ schon 1980 mit aufklebbaren Schaumstoffstreifen zum Hausflur abgedichtet. Von da kommt daher schon lange keine Belästigung mehr! Da machen wir und meine Nachbarn gelegentlich die Außentür/Stoßbelüftung auf. Natürlich hat unser Vermieter nach dieser Maßnahme keine der anderen 5 Wohnungsstränge weiter so nachgerüstet, geschweige denn bei den weiteren 3 Hochhäusern, obwohl es 2007 große Sanierungen gab und 2015 schon wieder 5 Mio € verbraten werden!
    Weiter ihre Tipps:
    „im Schlafzimmer können kühlere 15 bis 16 °C auch reichen…
    Das Sehen wir genau so…
    Aber, „Längere Lüftung mit gekippten Fenstern ist energetisch ungünstig. Lieber kurz, aber richtig, das heißt Stoßlüften“….
    Das war nur vor dem Einbau des Ventilator richtig, weil man je nach Windstärke und E- oder W- Richtung usw. schon mal, auch bei -8°C, Sturmböen in unserem nach E liegenden Schlafzimmer erleben konnte. Also sofort Fenster zu! Wenn es im Bad rein blies, war es dort nur kalt+stinkig!
    Achtung, seit dem Ventilator-Betrieb ist das Fenster im Schlafzimmer immer angelehnt „Auf“. Sturmböen gibt es nicht mehr, egal wie stark in der 10. Etage die Winde wehen! Die Abluftmenge wird im Bad eingestellt, bei -8°C so eher auf einen halben Schlitz. Das Küchenfenster macht meine Frau nur beim Anbraten auf + vielleicht mal einen Schlitz mehr!
    Übriges geheizt wird nur mit dem kleinen Heizkörper auf 22°C in der Wohnstube! Bei -8°C auch mit dem großen auf 20°C gestellt! Alle Zimmer auf den Etagen-Strängen sind gleich groß. Unser sehr kleines Bad bekommt natürlich die Abwärme der Wohnung. Wenn wir in der Übergangszeit noch nicht heizen, schaffen es die durchlaufenden Rohre der über uns schon heizenden Nachbarn (+5 Etagen). Deshalb sind die 50% Heizkosten-Standardumlage auf „Alle“ in Ordnung! Wir sind mit den Heizkosten unserer Wohnung sehr zufrieden, trotz ständig offenem Schlafzimmer-Fenster. Ich schlage vor, der VDI überprüft mal seine Lüftungskonzepte. Der Lüftungswärmebedarf der Fensterfugen, den gab es ja mal! Dann kamen die dichten Fenster + damit auch der Schimmel, natürlich auch durch Architektenfehler, garantiert nicht durch Mieter, die nicht lüften, ja so paar wenige vielleicht! Unser 100% offenes Schlafzimmer-Fenster bei 24h-Ventilatorentlüftung möchte wir, wie den Blick über Hamburg, nie wieder vermissen!

    • Hallo Colin,
      vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie haben sich eine Menge Fachwissen angeeignet. Ihr Beitrag stellt ein ganze Reihe von Punkten völlig korrekt dar. Im Bereich der Lüftung von Wohnungen kursieren jedoch viele überkommene und auch heute noch geglaubte „Weisheiten“ und Gerüchte, die nicht mehr mit dem aktuellen Wissensstand kompatibel sind. Klar ist auch, dass die Nachbesserung eines von vornherein lüftungstechnisch schlechten Baus selten zu befriedigenden Ergebnissen führt. Es ist Konsens der Fachleute, dass sich Energiesparziele im Hochbau nur erreichen lassen, wenn nicht nur Bürogebäude (Da ist das heute schon üblich,), sondern auch Wohnungen maschinell gelüftet werden, und zwar mit Wärmerückgewinnung. Aus Sicht der Fachleute ist daher Fensterlüftung als veraltetes, energetisch ungünstiges Konzept zu sehen.

      Wenn man, wie in Ihrem Fall, Bestandsbauten mit heute unbefriedigenden Eigenschaften vorfindet (selbst wenn diese zum Zeitpunkt der Errichtung den anerkannten Regeln der Technik genügt haben mögen), so muss man nach Abwägung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit entweder sanieren oder abbrechen, wobei eine Sanierung in aller Regel nicht zu gleichermaßen befriedigenden Lösungen führen wird wie ein Neubau nach aktuellem Stand der Technik.

      Ob die bei Ihnen erfolgte Sanierungsmaßnahme technisch richtig ausgeführt wurde, vermögen wir per Ferndiagnose nicht zu beurteilen. Ihre „Tuning“-Maßnahme auf jeden Fall zeigt eigentlich, dass das System nach Ihrer Meinung unbefriedigend ist. Auch wenn man Ihnen nachfühlen kann, dass Sie aufgrund der Vorgeschichte wenig Vertrauen in die Kooperationsbereitschaft Ihres Vermieters haben, ist ein solcher nicht bestimmungsgemäßer Eingriff in eine technische Lösung nicht der richtige Weg.

      Ist (warum auch immer) keine einvernehmliche und befriedigende Lösung zu erzielen, so wäre zu prüfen, ob Sie wirklich in einer Wohnung wohnen bleiben möchten, mit der Sie nicht zufrieden sind.

  5. Liebe Frau Iris Lindner,
    danke für ihren Kommentar. Sie schreiben:“Ihre „Tuning“-Maßnahme auf jeden Fall zeigt eigentlich, dass das System nach Ihrer Meinung unbefriedigend ist.“ Des haben sie leider falsch verstanden, denn seit der Lüfter 2005 im 24-h Betrieb läuft, funktioniert unsere Frischluft-Lüftung auf allen 15 Etagen in Richtung Abluftventilator auf dem Dach hervorragend. Darum lautete mein letzter Satz auch „Unser 100% offenes Schlafzimmer-Fenster bei 24h-Ventilatorentlüftung möchte wir, wie den Blick über Hamburg, nie wieder vermissen!“, das ist doch eindeutig positiv einzuordnen?
    Leider hat das optisch sehr schöne Euler-Hermes-Hochhaus von 1981 heute Energiekosten-Probleme, und soll abgerissen werden, wir nicht!

    • Hallo, Colin.

      Terry Pratchett, der Autor der Scheibenwelt-Romane, hat es einmal so ausgedrückt: „Eine ausgereifte Technik ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ Mein Verständnis einer „befriedigenden“ technischen Lösung ist wird damit gut beschrieben: Sie muss ohne solche an sich nicht vorgesehenen „Tuning“-Maßnahmen durch den Nutzer – eben wie Magie – funktionieren.

      Aber ich gebe zu, dass ich mich da unpräzise ausgedrückt habe.

      Energieeffizient ist diese Lösung natürlich auch nicht: Wenn ich es richtig verstehe, wird ständig Luft durch Ihre Wohnung gezogen. Die Luft wird durch die Lüftungsschlitze, die Sie drosseln, extrahiert und strömt durch das stets offene Fenster nach. Sie haben so immer frische Luft, doch da der Abluft die Wärme nicht entzogen wird, wird viel Wärme abgeführt. Eine energieeffiziente maschinelle Lüftung (Ich deutete an, dass wir die langfristig auch im Wohnungsbau brauchen werden, wenn wir unsere Einsparziele erreichen wollen.) macht im Prinzip dasselbe: Es wird ständig die „verbrauchte“ Luft abgezogen und (ganz oder teilweise) durch frische ersetzt. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Die abgezogene Luft geht nicht einfach raus und die Nachströmluft kommt nicht einfach durchs offene Fenster rein, sondern Abluft und Frischluft werden in einem Wärmeübertrager (früher: Wärmetauscher) im Gegenstrom aneinander vorbei geführt, sodass die warme Abluft die (im Winter) kalte Frischluft erwärmt. Alles, was man auf diese Weise an Wärme aus der Abluft rausholt, braucht man weniger zu heizen.

  6. Liebe Frau Iris Lindner, ja nun kann ich ihnen auch 98% zustimmen, weil bei mir keine Energie-Rückgewinnung aus der Abluft erfolgt! Mein Ziel war es auch nur die Hochausabluft aus meiner Wohnung fernzuhalten, was mir nach langem „Kampf“ auch gelungen ist! Die wohl heute verfolgte Lösung, wie von ihnen beschrieben, „Es wird ständig die „verbrauchte“ Luft abgezogen und (ganz oder teilweise) durch frische ersetzt“ ist natürlich anzustreben…bitte aber nicht mit “ Zugriff durch den Vermieter “ auf den „Teilweise-Betrieb“, da wird dann wieder nur schlecht aufbereitete Abluft bis 100% im Umlauf gefahren! Wärmerückgewinnung ja und gut ist. Nochmals Danke und Ende.

  7. Lieber Collin,

    nur um Missverständnisse zu vermeiden: Frau Lindner unterstützt den VDI als freie Redakteurin bei der Durchführung der Social-Media-Kampagne zur Steigerung der Bekanntheit von VDI-Richtlinien. Bei den oben gegebenen Antworten wurde es leider versäumt, den Autor zu nennen. In diesem Fall unseren Heizkostenexperten, Herrn Thomas Wollstein.

    Wir hoffen, Sie auch in Zukunft für unsere Beiträge zu begeistern.

    Beste Grüße
    Stephan Hasselbach

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