Karriereberater auf der Hannover Messe

Mit einfachsten Werkzeugen Karriere machen

Karriereberatung speziell für Ingenieure gibt es auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Hannover Messe vom 13. bis 17. April auf dem VDI-Stand. Vorab stellen wir Euch unsere Karriereberater vor und fragen schon einmal nach Tipps und Anregungen in Sachen Karriereplanung. Heute haben wir mit Marcus Holzheimer gesprochen, der uns im VDI schon seit langem erfolgreich an verschiedenen Stellen als ehrenamtlicher Karriereberater unterstützt.

Bild: Marcus HolzheimerFoto_Holzheimer_2013Warum engagieren Sie sich im Rahmen der Hannover Messe in Sachen Karriereberatung am VDI-Stand?
Für mich als VDI-Mitglied ist es eine Selbstverständlichkeit, mich zu engagieren. In jedem Tennisverein helfen sich die Mitglieder untereinander – doch wir im VDI haben da oftmals Schwierigkeiten. Viele Ingenieure sind „nur“ Mitglied und bringen ihr Wissen nicht aktiv in den Verein ein. Das möchte ich ändern und nutze die Gelegenheit in Hannover (und auf den bundesweiten Recruitingtagen, die ich ehrenamtlich betreue), die Vorteile einer aktiven Mitgliedschaft aufzuzeigen.

Was ist ihr „Spezialgebiet“ wenn es um die Beratung geht?
Das ist schwer zu sagen. Meine Klienten schätzen an meiner Beratung, dass ich mit einfachsten Werkzeugen arbeite, ziel- und lösungsgerichtet hinterfrage und klare Empfehlungen ausspreche. Selbst Ingenieur zu sein und viele Situationen durchlebt und gemeistert zu haben, macht es zusätzlich leichter – sei es beim Finden beruflicher Alternativen, der (Selbst-)Vermarktung oder bei Fragen rund um das Thema Führung. Manchmal sind die Beratungen sehr direkt, aber immer wertschätzend.

Was raten Sie Studierenden, wie sie sich bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten können?
Studierende haben mehr und mehr ein „Luxusproblem“, wie ich es gerne nenne. Sie werden sehr breit ausgebildet, müssen mehr Wissen in kürzerer Zeit aufnehmen  und können sich nach dem Studium viel vorstellen, was sie mal machen möchten. Für den Blick über den Tellerrand, schon während des Studiums, bleibt keine Zeit bzw. besteht wenig Motivation. Die Meldungen, dass sie sowieso einen Job bekommen, helfen da auch nicht. Doch das Ziel sollte nicht sein, irgendeinen Job zu bekommen. Und deshalb sollten Studierende Zeit erübrigen, um herauszufinden, was später im Berufsleben zu ihnen passt – und was nicht. Gerade die Studenten und Jungingenieure des VDI bieten hier durch Exkursionen, Vorträge, Projektarbeit und den aktiven Austausch tolle Möglichkeiten, um sich frühzeitig vorzubereiten – und es macht auch noch Spaß!

Wie beurteilen Sie die Rolle der sozialen Medien im Bewerbungsprozess?
Aus meiner Sicht wird die Rolle von Xing, LinkedIn & Co. (noch) überschätzt. Studierende glauben zwar mittlerweile, sie müssen nur Profile in den Plattformen anlegen und dann kommen die Angebote so angeflogen – das ist nicht wirklich so. Unternehmen beginnen zwar auch, passende Fachkräfte aktiv im Web zu suchen, doch sich darauf zu verlassen, wäre grob fahrlässig. Es bedeutet auch – ähnlich wie bei einer Stellenanzeige – passiv zu sein und zu warten, dass etwas passiert. Das verstehe ich nicht unter selbstbestimmter Karriere bzw. Leben. Vertreten sein sollte man aber trotzdem: als Recherchequelle, reputationsbildenden Baustein und als Erleichterung beim Netzwerken. Doch Achtung: weniger Info im Profil ist manchmal mehr!

Welche drei Dinge sollten Bewerber unbedingt mitbringen, wenn sie die Karriereberatung am VDI-Stand nutzen möchten?
Erstens: Eine konkrete Fragestellung – denn viele Mitglieder beginnen damit, ihr Leben zu schildern und wundern sich, dass auf einmal die Zeit vorbei ist, ohne Ihre Frage gestellt zu haben. Wenn jemand das Ziel der Beratung nicht formulieren kann, fällt es mir als Berater schwer, seine Erwartung an das Gespräch zu erfüllen.

Zweitens: Eine Bewerbungsunterlage oder zumindest einen Lebenslauf – denn dann kann ich als Berater zeigen, wie jemand die Person anhand der Unterlage bewertet. Dies öffnet vielen die Augen in Punkto Fremdbild und Vermarktung.

Und drittens: Offenheit für die meine Meinung und meine Empfehlung – ich gehe davon aus, dass die Person konstruktive Unterstützung finden möchte – möglichst neutral und immer wertschätzend. Doch manchmal kommt es vor, dass Mitglieder „nur“ hören möchten, dass „der Markt etc.“ schuld war, das 300 Bewerbungen ohne Erfolg waren. Oder bestätigt haben möchten, dass nur die Führungskraft Fehler gemacht hat. Doch das sehe ich nicht als meine Aufgabe als Berater…

Weitere Informationen zu unserer Karriereberatung auf der Hannover Messe sowie alle weiteren Angebote zur Messe finden Sie unter www.vdi.de/hannovermesse.

Rosemarie_SchmidtDas Interview führte: Rosemarie Schmidt
Bereich Beruf und Gesellschaft im VDI e.V.

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