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VDI-Mitglieder befragen ihren Präsidenten und Direktor

Im Rahmen der Hannover Messe gab es gestern eine Premiere am VDI-Stand: In einer lockeren Fragerunde standen VDI-Präsident Udo Ungeheuer und VDI-Direktor Ralph Appel den Mitgliedern sowohl „live“ am VDI-Stand als auch online via Twitter und XING für eine offene Fragerunde zur Verfügung. Unsere Mitglieder nahmen die Möglichkeit gerne wahr: Rund 100 Mitglieder nahmen on- und offline an der Fragerunde teil. Hier sind die spannendsten Fragen und natürlich Antworten:

Bild: VDI_MG_1043

Was sind die größten Herausforderungen für angehende Ingenieure? Was würden Sie Nachwuchsingenieuren mit auf den Weg geben?
Ungeheuer: Die größte Herausforderung für Absolventen ist es, flexibel zu sein und auf das reagieren zu können, was der potentielle Arbeitgeber fordert. Flexibel sein bedeutet dann auch, mobil zu sein und zum Beispiel für bestimmte Projekte auch eine Zeit lang ins Ausland zu gehen. Seien Sie flexibel, mobil, leistungsorientiert und für ihren Bereich unbedingt leistungsfähig!

Appel: Mein Appell lautet: Seid optimistisch und mutig! Viele fürchten heue eine ungewisse Zukunft. Das war sie aber früher auch schon. Die Welt ist heutzutage natürlich wesentlich komplexer, aber dadurch ergeben sich auch viel mehr Möglichkeiten als es sie früher gab. Deswegen sollten Ingenieurinnen und Ingenieure heute nicht nur in ihrem Fachbereich gut sein, sondern auch interdisziplinär arbeiten und im Dialog mit anderen Disziplinen arbeiten können.

Viele bemängeln, dass Ingenieure flexibel und interdisziplinär arbeiten sollen, aber gleichzeitig gibt es im Bachelor-Studium zu wenig Praxis und Allgemeinbildung. Was kann der VDI hier tun?
Appel: Mein Rat hierzu an alle Studierenden lautet: Lasst euch nicht kirre machen. Man muss nicht mit 20 den Bachelor in der Tasche haben. Nehmt Euch die Zeit, um wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln. Ein schönes Beispiel dafür, wie sinnvoll das sein kann, ist die Formula Student Germany. Wenn man sich im Rahmen seines Studiums 1-2 Semester Zeit nimmt, um bei diesem Projekt Praxiserfahrungen im Motorsportbereich sowie im Teamwork zu sammeln, kann das sowohl für die persönliche Entwicklung als auch das berufliche Netzwerk sehr sinnvoll sein. Ich bin der Meinung, dass Ingenieurstudierende Erfahrungen aus der Praxis brauchen, um beim Start ins Berufsleben keinen Kulturschock zu erleiden.

Ungeheuer: Dem kann ich mich nur anschließen. Wir sollten Studierende und auch schon Schülerinnen und Schüler anregen, möglichst früh Praxiserfahrungen zu sammeln.

Deutsche Ingenieure sind das Gütesiegel der deutschen Wirtschaft. Wie lange wird das Siegel „made in Germany“ noch funktionieren?
Ungeheuer: Deutsche Ingenieurkunst und „Made in Germany“ genießen nach wie vor einen exzellenten Ruf. Wir sind sehr wettbewerbsfähig, was man unter anderem daran sieht, dass andere Länder weiterhin versuchen, uns zu kopieren. Aufgabe der deutschen Wirtschaft muss es sein, auch weiterhin im Vergleich besser zu bleiben. Deswegen appeliere ich an den Nachwuchs: Gebt Euch Mühe und seid mutig, um das Niveau auch in Zukunft zu halten. Ich bin da sehr optimistisch, dass das klappen wird.

Welche Schwerpunkte wird der VDI in Zukunft setzen?
Appel: Diese Frage stellen wir uns im Moment im VDI selbst. Im Rahmen des Projektes 2020 legen wir gerade fest, was wir in den nächsten fünf Jahren anstellen wollen. Eines steht definitiv fest: Wir wollen weiter wachsen. Wir wollen die jungen Menschen abholen. Und wir wollen unsere Stimme zu gesellschaftlich relevanten Themen im technisch-wissenschaftlichen Bereich noch lauter erheben: Ausbildung, Standort Deutschland, Ingenieurstudium – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Hier können wir noch weiter wachsen und die Ingenieure in Deutschland noch besser vertreten.

Eva Holden_1Autorin: Eva Holden
Position beim VDI: Referentin für Social Media
Aufgabe beim VDI:  Kümmert sich um die Social-Media-Strategie des VDI sowie die Betreuung der Auftritte des Vereins in facebook, Blogs, Twitter und Co.

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