Mentoring Programm der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN

Erfahrungen weitergeben, neues Wissen aufnehmen

Ausbildungswege gibt es viele, Berufe noch viel mehr. Als Schüler hat man die Qual der Wahl und steht vor zahlreichen Fragen. Wo liegen meine Stärken? Was macht mir Spaß und wofür möchte ich später Verantwortung übernehmen?

Die Berufs- und Studienwahl und die Zukunftsplanung sind zentrale Schwerpunkte des Mentoring-Programms der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN, dem Jugendclub des VDI. Jedem Schüler steht ein persönlicher Mentor als Impuls- und Ratgeber auf dem Weg ins Berufsleben zur Seite. Das können entweder Studierende der Ingenieur- oder Naturwissenschaften oder Ingenieure und Naturwissenschaftler sein, die bereits im Job stehen.

So ist es auch bei Otto Gurtler, der die 10. Klasse eines Gymnasiums besucht, und Gerolf Kotte, der Diplom-Informatiker und IT-Systemanalytiker bei BMW ist. Wir haben beim Mentoren-Tandem mal nachgefragt, wie der Austausch miteinander klappt und warum es so wichtig ist, einen kompetenten Förderer an seiner Seite zu haben.

Bild: privatRegelmäßiger Austausch: Gerolf Kotte besucht seinen Mentee Otto Gurtler. (Bild: privat)

Regelmäßiger Austausch: Gerolf Kotte besucht seinen Mentee Otto Gurtler. (Bild: privat)

Herr Kotte, warum haben Sie sich als Mentor bei den VDI ZUKUNFTSPILOTEN zur Verfügung gestellt?
Gerolf Kotte: Um ein gutes Werk zu tun und eigene Erfahrungen weiterzugeben! Ich habe Informatik studiert und arbeite sehr gern in dem Beruf. Der VDI ist eine gute Plattform, um den Blick über den Tellerrand zu werfen und neue Fachbereiche kennenzulernen. Wissenstransfer ist keine Einbahnstraße, deshalb biete ich gern an, mein Wissen zu teilen. Seit Jahren arbeite ich als Betreuer für Studenten in unserem Bereich. Zum Teil haben diese jungen Kollegen unrealistische Ansichten von ihrer Tätigkeit. Es ist günstig, so früh wie möglich eine klare und realitätsnähe Vorstellung über unseren Beruf aufzubauen.

Otto, warum hast Du Dich als Mentee bei den VDI ZUKUNFTSPILOTEN beworben?
Otto Gurtler: Ich habe mich beim Mentoring beworben, da ein Mentor mir in den schwierigen Fragen der Berufswahl ein paar Tipps geben und ich etwas dazu lernen kann.

Und wie läuft das Treffen mit Deinem Mentor ab?
Otto Gurtler: Herr Kotte kommt meistens zu mir, zuerst besprechen wir, was wir für das Treffen vorhaben oder uns vorgestellt haben. Herr Kotte zeigt mir, wenn er etwas gelesen hat, was mich interessieren könnte. Dann geht es schon direkt los. Ich zeige ihm wie weit ich mit dem geschriebenen Programmcode gekommen bin und sage ihm wo meine Probleme liegen, die wir dann zusammen lösen.

Herr Kotte, was ist Ihre wichtigste Erkenntnis bisher?
Gerolf Kotte: Otto ist vielseitig interessiert. Er hat viele Hobbies, wie zum Beispiel Schwimmen und Segelfliegen, dass die Ingenieurstätigkeiten nur eine Facette darstellen. Der Entscheidungsprozess für den beruflichen Werdegang ist heute deutlich nach hinten geschoben. Das war grundsätzlich anders, als ich mir die EOS und die spätere Studienrichtung ausgesucht habe.

Und Deine, Otto?
Otto Gurtler: Meine wichtigste Erkenntnis bisher ist, dass es eine gute Entscheidung war beim Mentoring mitzumachen.

Was hätten Sie sich von einem Mentor gewünscht, hätten Sie zu der Zeit Ihrer Studienwahl einen Mentor gehabt, Herr Kotte?
Gerolf Kotte: Man hat immer Mentoren. Auch ohne ein offizielles Programm partizipiert man vom Wissen der Erfahrungsträger. Speziell als Berufsanfänger habe ich das meiste durch „Über-die-Schulter-Gucken“ gelernt; und es unterschied sich dramatisch von den Inhalten des Studiums. Ich glaube, in erster Linie kann ein Mentor Sicherheit vermitteln und dabei unterstützen, die eigenen Vorstellungen mit der realen Welt abzugleichen. Das hilft auch bei der Einstufung, ob Probleme wirklich kritisch sind – im Idealfall sogar mit einem Lösungsvorschlag – oder ob man sie nach einigen Berufsjahren deutlich gelassener sehen wird. So habe ich mir die Arbeit als Informatiker immer als Programmierung ohne Rahmenbedingungen vorgestellt. Tatsächlich sind in (fast) jedem Projekt aber Legacy-Systeme zu beachten und viele Abstimmungen mit Kunden, Kollegen und Lieferanten zu treffen.

Warum haben Sie sich damals für Ihr Studium entschieden?
Gerolf Kotte: Meine Bewerbung für EOS und Studium fiel in die ersten Jahre der Heimcomputer. Es war einfach eine faszinierende Technik und ich wollte damit unbedingt zu tun haben. Schon bei den ersten Programmieraufgaben (noch mit einem programmierbaren Taschenrechner mit sagenhaften 512 Assembler-Befehlen, die man mit den Registern teilen musste) habe ich Spaß daran gefunden und mich für die ersten Studiengänge Informatik beworben.

Otto, in wie weit hat das Mentoring Deinen Studienwunsch bzw. Berufswahl beeinflusst?
Otto Gurtler: Das Mentoring hat mich insoweit beeinflusst, dass ich sehr gerne auch im Beruf das Programmieren nicht vermissen möchte. Da es doch immer Spaß macht, wenn man sieht, dass es klappt.

Cathrin Becker_2Autorin: Cathrin Becker
Position beim VDI: Pressereferentin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Erfahrungen weitergeben, neues Wissen aufnehmen

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir sind die nie Gesamtschule im Aufbau und interessieren uns sehr für das Mentoren-
    Projekt. Könnten Sie uns weiter Informationen zusenden.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Dorothea Haase
    Mint -Koordinatoren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*