Wandel in Green Economy ist bezahlbar

Nachhaltigkeit und Umweltschutz aktueller denn je

Im Interview: Sascha Hermann, der als Geschäftsführer von zwei VDI Zentren Nachhaltigkeit mit Technologie und Innovation in Bild: VDIEinklang bringt.

Mit Nachhaltigkeit kennt er sich aus: Sascha Hermann war unter anderem Geschäftsführer der RWE Umwelt Rohstoff GmbH, bevor er das Ruder beim VDI Technologiezentrum und VDI Zentrum Ressourceneffizienz übernommen hat. Beide Unternehmen fördern und unterstützen im Auftrag von Bundesministerien Technologien für den effizienten Umgang mit Rohstoffen. Wir haben nachgehakt, ob die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz überhaupt noch aktuell sind.

Herr Hermann, wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?
Als Geschäftsführer ist es meine Aufgabe, für die Bewältigung der Aufgaben meiner Gesellschaften die richtigen Menschen und Ressourcen je nach Priorität verfügbar zu machen. Damit besteht mein Arbeitstag also aus Informationsübersicht und -bewertung, Abstimmungen und Festlegungen. Ganz praktisch bedeutet das: Viel Lesen und schnell verstehen, Rücksprachen, interne Sitzungen und Treffen mit Auftraggebern wie Auftragnehmern. Dank meines aufmerksamen Teams und der aktuellen Technik bin ich bereits vor dem morgendlichen Start vorgewarnt. Regelmäßig reise ich auch nach Berlin, wo das Zentrum Ressourceneffizienz und der Projektträger Gesundheitswirtschaft des VDI Technologiezentrums sitzen. Hier wie dort warten auf meinem Schreibtisch meist eine gut gefüllte Unterschriftenmappe und andere Unterlagen.

War Nachhaltigkeit auch ein Thema bei Ihrer Berufswahl?
Beim Einstieg ins Studium nicht direkt. Aber da vor der heutigen Spezialisierung der Abschlüsse meist die Bauingenieure im Umweltbereich gearbeitet haben, kam das Thema schnell auf mich zu. Ich habe eingesehen, dass Wasser- und Abfallwirtschaft nichts anderes ist, als großtechnisch realisierter Umweltschutz und daher immer gefragt sein wird. Also nachhaltig in jeder Hinsicht. Heute habe ich das Glück, einerseits die Entwicklung neuer und nachhaltiger Technologien unterstützen zu können und andererseits solches Wissen für KMU verfügbar zu machen. Beides im Auftrag der Bundesregierung, mit der Expertise und Neutralität der VDI Zentren und als Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Es gibt schlechtere Jobs …

Bild: Thomas Ernsting / LAIF

Foto: Thomas Ernsting

Der Umweltgipfel Rio +20 im vergangenen Jahr ist unter den bisher formulierten Erwartungen geblieben. Tut sich überhaupt noch etwas beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit?
Auf jeden Fall. Im Kern geht es darum, den scheinbaren Gegensatz von Umweltschutz und Wachstum zu überwinden. In Deutschland sind wir da auf einem guten Weg. In vielen anderen Teilen der Welt ist allerdings die Angst groß, dass westliche Umweltstandards den Zugang zu Wachstum und Wohlstand versperren. Das wurde nicht zuletzt auf dem Rio+20-Gipfel deutlich. Wir sind in der Verantwortung, den Beweis anzutreten, dass der Wandel in eine Green Economy bezahlbar und sozial verträglich ist. Genau darum geht es auch im Agenda-Prozess Green Economy, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium initiiert hat. Das VDI Technologiezentrum begleitet den Prozess im Auftrag des BMBF. Ziel ist, eine entsprechende Forschungsagenda für Deutschland zu entwickeln.

Wie kann Green Economy einen Schub für nachhaltiges Denken bedeuten?
Die Green Economy stellt die Wirtschaft in den Mittelpunkt nachhaltigen Handelns. Vorteilhaft ist, dass Volkswirtschaften und Unternehmen sehr viel direkter angesprochen werden, als mit dem allgemeinen Nachhaltigkeitsbegriff. Echte Fortschritte sind nur mit nachhaltigem Handeln jenseits von Green Washing und Lobby-Arbeit möglich. Der Erfolg stellt sich dadurch ein, dass – bei Berücksichtigung aller Aspekte eines Produkts oder einer Dienstleistung – nachhaltiges Handeln schlichtweg wirtschaftliches Handeln bedeutet.

Kommentare & Pingbacks

4 Gedanken zu “Nachhaltigkeit und Umweltschutz aktueller denn je

    • Sehen wir auch so, vielen Dank für den netten Kommentar! Der VDI ist bei dem Thema eigentlich schon seit Jahren aktiv, in der Richtlinienarbeit und mit einem eigenen Zentrum vor allem im Bereich Ressourceneffizienz. Und bei uns im VDI Technologiezentrum ist auch ganz deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit von der Politik (wir sind für öffentliche Auftraggeber tätig) sehr unterstützt wird. Hier wird sich in den nächsten Jahren noch Einiges bewegen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*