Asbest in Gebäuden birgt hohes Risiko

Zum Asbest-Problem in Roermond

Aktuellen Presseberichten zu Folge kam es im Jachthafen von Roermond (NL) in der Nacht zum 17.12.2014 zu einem Großbrand. Durch das Brandereignis wurden auch großflächige Dacheindeckungen aus Asbestzement zerstört und Asbestfeinstaub wurde im Innenstadtbereich von Roermond (NL) verbreitet. Spezialunternehmen führen derzeit eine Beseitigung der Brandreste und der Asbestkontaminationen durch.

Bild: ©utgBrandschaden_Asbest

Kollabierte Dacheindeckung aus Wellasbestzementplatten in Folge eines Brandschadens (©utg)

Dieses Schadensereignis macht deutlich, dass Asbest in Gebäuden ein großes Thema ist und ein hohes Risiko für Mensch und Umwelt birgt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die krebserzeugende Wirkung von Asbest bekannt, seit 1993 ist die Anwendung von Asbest daher in Deutschland und ab 2005 auch EU-weit verboten.

Bild: © SedatGrößenvergleich_Menschenhaare+Asbest

Größenvergleich – Menschenhaare und Asbestfasern (© Sedat)


Asbest ist jedoch trotz dieses Verbotes auch heute noch allgegenwärtig.
Auf Grund der Gesundheitsgefährdungen durch Asbest wurden in den letzten 20 Jahren umfangreiche Asbestsanierungen in Deutschland durchgeführt. Diese Asbestsanierungen waren jedoch häufig unvollständig, da nicht alle Asbestprodukte erkannt oder bei den Sanierungsarbeiten auch tatsächlich aus den Gebäuden entfernt wurden.
In Gebäuden mit einem Baujahr vor 1991 lassen sich daher regelmäßig noch (un)erkannte Asbestprodukte finden, die bei einem zukünftigen Umbau oder einer Modernisierung die Eigentümer oder Bauarbeiter gefährden können.
Bei den in den nächsten Jahren z.B. aus energetischen Gründen erforderlichen Gebäudemodernisierungen, ist daher im Vorfeld der Architektenplanungen und Modernisierungsarbeiten eine sorgfältige katastermäßige Erfassung aller Asbestvorkommen durch Schadstoff-Sachverständige erforderlich.
Um die größtmögliche Sicherheit beim Umgang mit Asbest zu gewährleisten, erarbeitet der VDI gemeinsam mit dem GVSS Gesamtverband Schadstoffsanierung eV seit mehreren Jahren zukunftsgerichtete Strategien zur Erkundung, Bewertung und Durchführung von nachhaltigen Asbestsanierungen in Gebäuden.

Bild: © SedatAsbestquellen

Verdeckt und unerkannt verbaute Asbestquellen – asbesthaltige Spachtelmassen und asbesthaltige Fliesenkleber auf einer Betonwand (© Sedat)

Auch in VDI-Richtlinien wird das Thema Asbest behandelt, hier vor allem die Messung von Asbeststäuben. Zu nennen sind hier die Richtlinien VDI 3492 zur Messung von Asbeststäuben in der Innen- und Außenluft oder auch die Richtlinie VDI 3877 zur Messung Asbeststaub als Ablagerung auf Oberflächen. Der Bestimmung von Asbest in technischen Produkten wird in der Richtlinie VDI 3866 behandelt.

Bei Fragen zum Thema Asbest, können Sie sich an die Schadstoff-Sachverständigen der IHKs oder die Schadstoff-Experten des GVSS wenden.

Bild: SedatBernd_SedatAutor:Dr. Bernd Sedat
Mitglied im VDI Fachausschuss Abbruch + Sanierung und von der Industrie und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für „Schadstoffe in baulichen und technischen Anlagen“ sowie von der Freien und Hansestadt Hamburg amtlich akkreditiert für Asbestfasermessungen – Asbestsachverständiger

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