Zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Der Roboter: Partner des Menschen

Denkt man an Roboter, kommt einem schnell das Bild von großen industriellen Fertigungshallen in den Kopf: Karosserien werden funkensprühend zusammengeschweißt oder Werkstücke vollautomatisch bearbeitet und montiert. Roboter übernehmen meist Tätigkeiten, die für uns Menschen körperlich anstrengend und sehr monoton sind. Aus Sicherheitsgründen sind die Maschinen meist eingezäunt. Jetzt aber ändert sich das Bild.

Lange wurde daran geforscht, die Kooperation von Mensch und Roboter in der Fertigung zu ermöglichen. Jetzt gibt es erste Systeme, die auf verschiedenste Art und Weise in Fabriken einsetzbar sind. Dank Sicherheitstechnik über Sensoren und Leichtbauweise wird dafür gesorgt, dass Menschen in der Nähe von Robotern nicht gefährdet sind.

Bild: ABBYuMi arbeitet Schulter an Schulter mit Menschen zusammen (Bild: ABB)

YuMi arbeitet Schulter an Schulter mit Menschen zusammen (Bild: ABB)

Ein Beispiel hierfür ist YuMi („you“ und „me): Der erste kollaborative Zweiarm-Roboter, den unser Partner ABB unter anderem auf der diesjährigen Hannover Messe vorgestellt hat. Seine beweglichen Arme, Gelenke und Finger sind so angeordnet, wie wir das beim Menschen kennen – das ermöglicht ihm eine menschenähnliche Beweglichkeit auf engstem Raum. Auch sein Rumpf und sein Design lassen ihn menscheln. Entwickelt wurde der Roboter speziell für die hohen Flexibilitäts- und Agilitätsanforderungen der Elektronikindustrie. Er kann aber auch Uhren, Spielzeuge und Automobilkomponenten zusammenbauen. Unterstützt wird die Maschine durch ein Vision-System, das ihm die Erkennung der Teile und ihre Lage ermöglicht, die er bearbeitet. Dabei bietet YuMi eine Positionswiederholgenauigkeit von 0,02 mm und kann dank der 100–240 Volt Stromversorgung an jede Steckdose der Welt angeschlossen werden.

Und dafür muss er nicht mehr in den Käfig: Registriert YuMi einen unerwarteten Kontakt, zum Beispiel bei einer Kollision mit einem menschlichen Kollegen, kann er seine Bewegung binnen Millisekunden stoppen. Die Wiederaufnahme der Bewegung ist so einfach wie das Drücken der Playtaste auf einer Fernbedienung.

Was bringt so ein menschgewordener Roboter?
YuMi ermöglicht es Herstellern, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einfachen, sich immer wiederholenden Aufgaben zu entlasten. Diese können sich anspruchsvollen und physisch weniger belastenden Aufgaben widmen. Dabei ergänzen sich Mensch und Roboter in ihrer Arbeitsteilung und nutzen ihre unterschiedlichen Stärken.

Natürlich stellt sich schnell die Frage, ob Robotersysteme zukünftig dafür sorgen, dass es in Fabriken weniger und irgendwann keine menschlichen Arbeiter mehr gibt. „Diese Frage kann – und das zeigen alle Erfahrungen aus den 1980er und 1990er Jahren – klar mit nein beantwortet werden“, stellt Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI, klar. „Damals hielten Roboter Einzug in die industrielle Fertigung. Tatsächlich Dieter Westerkamp_1haben Roboter dazu beigetragen, die Produktivität an Hochlohnstandorten wie Deutschland deutlich zu erhöhen sowie Produktionsstätten und Arbeitsplätze hier zu halten. Wir wissen auch, dass die Fabriken nicht menschenleer geworden sind. Und das wird auch jetzt nicht passieren. Natürlich werden sich Arbeitsplätze – heute wie damals – verändern. Dies ist eine große Herausforderung, die Ingenieure gestalten werden. Mit Robotern wie YuMi als Partner an ihrer Seite.“

Im Dezember findet passenden zu diesem Thema die Veranstaltung „Assistenzroboter und Serviceroboter im Industriealltag“ statt.

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Autor: Philipp Busse
Position im VDI: PR-Volontär
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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