Portrait:

Herzblut für Technik eint Senior und Youngster

Vor Kurzem ist Bernhard Max Müller 103 Jahre alt geworden. Sebastion Rogg hingegen ist gerade einmal 18. Bei einem so großen Altersunterschied vermutet man auf Anhieb keine großen Interessensparallelen. Doch die beiden eint ihre große Leidenschaft für den Ingenieurberuf. Wir stellen das langjährigste und eines der jüngsten VDI-Mitglieder vor.

Bild: privatB Müller am Schreibtisch

VDI-Rekordler: Bernhard Max Müller

Wir befinden uns im Jahr 1935: Nach seiner Lehre zum Maschinenschlosser und dem anschließenden Maschinenbau-Studium beginnt Bernhard Max Müller als Konstrukteur bei der Firma Pittler. Bereits während seines Studiums an der Höheren Maschinenbauschule in Leipzig, heute HTWK Leipzig, kam Müller mit dem VDI in Berührung. Zwei seiner damaligen Dozenten machten ihn auf den Verein aufmerksam und konnten ihn schließlich am 27. Februar zum Beitritt bewegen. Einer der wichtigsten Gründe für die Mitgliedschaft, erzählt Müller heute, waren die interessanten Artikel in den VDI nachrichten, in denen er noch immer liest.

Bild: VDI-ArchivUnbenannt

Mitgliedsausweis von 1936

Heute, 80 Jahre später, hält Müller einen Rekord im VDI. Er ist der erste Ingenieur, der acht Jahrzehnte lang Mitglied ist. Zudem gehört er mit seinen stolzen 103 Jahren zu den ältesten Mitgliedern des Vereins.

Doch wieso wurde Müller ausgerechnet Ingenieur? Nachdem er 1929 die Oberschule beendete, ließ sich der Sohn eines Reichsbahn-Amtmannes von der Berufsberatungsstelle in Leipzig beraten. Die riet ihm, entweder Ingenieur oder Innenarchitekt zu werden. Müller entschied sich schnell für den Ingenieurberuf, in dem er bis zu seiner Pension 1976 in unterschiedlichen Positionen arbeitete.

Auch Sebastian Rogg, gerade einmal 18 Jahr alt und damit eines der jüngsten Mitglieder im VDI, teilt die Leidenschaft für das Ingenieurwesen. „Schon seit meiner Kindheit begeistert es mich Dinge zu erschaffen“, schwärmt der technologie- und managementorientierte BWL-Student. „Deshalb war es für mich eine leichte Wahl, ein technisches Studium zu beginnen. Für meine berufliche Zukunft wünsche ich mir, jeden Tag mit Begeisterung an Innovationen zu arbeiten – am liebsten in der Fahrzeugentwicklung.“

Bild: privatSebastian Rogg

Einer der Jüngsten im VDI: Sebastian Rogg

Damit der Einstieg in dieser hartumkämpften Branche gelingt, engagiert sich Rogg neben dem Studium beim Racing-Team seiner Uni. Sein Team, das ist TUfast, besteht aus jungen Studenten, die allesamt eine Leidenschaft verbindet: die Liebe zum Motorsport. „Wir entwickeln jedes Jahr zwei Rennwagen für die Formula Student Germany.“ Mitte Mai gingen die Boliden zum ersten Mal auf die Teststrecke. Ende Juli beginnt dann der Wettbewerb mit anderen nationalen und internationalen Studententeams auf dem Hockenheimring.

Im Zuge der Tüftelei an den Rennwagen ist Rogg auf den VDI aufmerksam geworden: „Das Engagement des VDI in der Formula Student und das breit gefächerte Netzwerk aus Ingenieuren aller Fachrichtungen haben mich überzeugt beizutreten.“ Außerdem beeindruckt den jungen Münchener, „dass der VDI junge Ingenieure schon während des Studiums unterstützt.“ Er wünscht sich, dass der Verein ihm auch in Zukunft das Gefühl gibt, gut repräsentiert und mit anderen Ingenieuren vernetzt zu sein. Der Austausch sei ihm sehr wichtig: „So ergeben sich Jobmöglichkeiten mit Sicherheit leichter.“

Trotz seines jungen Alters weiß Rogg schon ganz genau, wohin es einmal gehen soll. Er fragt den VDI-Rekordler Müller, was wohl sein stolzester Moment als Ingenieur war. Müllers Leidenschaft war es immer, angehende und engagierte Ingenieure weiterzubilden. Während seiner Berufstätigkeit war er Leiter der Kundenschulung und brachte meist jungen Ingenieuren die Bedienung neuer Maschinen bei. Zudem war Müller Gastdozent an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenbau in Rüsselsheim, heute Hochschule RheinMain, was ihn sehr erfüllte und wovon er immer wieder gerne erzählt. „Ich bin mir sicher, ich könnte unglaublich viel von ihm lernen“, sagt Rogg ehrfürchtig.

Auch wenn schlappe 85 Jahre zwischen den beiden liegen, so steht eines fest: Das Tüfteln, Entwickeln und Weiterbilden liegt beiden am Herzen. „Ingenieur zu werden heißt für mich, Ideen, die begeistern, in die Tat umsetzen zu können“, fasst Rogg seinen Berufswunsch zusammen. Eine Motivation für das Ingenieurwesen, mit der er mit Sicherheit nicht alleine ist.

Hanna Büddicker
Autorin: Hanna Büddicker
Position im VDI: Assistentin der Bereichsleitung Strategie und Kommunikation
Aufgabe im VDI: Kümmert sich um den Außenauftritt des VDI in Form von Reden, Präsentationen, Ausstellungen. Projektleiterin des Jugendsenders tectv und Redakteurin der Mitarbeiterzeitung.

 

philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: PR-Volontär
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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