#FSG15

Geschwindigkeit ist nicht alles

Das erste Augustwochenende ist bei rennsportbegeisterten Studierenden traditionell im Kalender fett rot markiert. Denn bereits im zehnten Jahr in Folge wetteiferten sie mit ihren in Teams konstruierten Rennwagen um den Gesamtsieg in der Formula Student Germany (FSG). Das vom VDI begleitete Team aus Osnabrück schaffte es in die Top Ten in der Elektroklasse. Insgesamt traten 110 Mannschaften mit rund 3.800 Studierenden aus der ganzen Welt an.

Unter lauten Jubelrufen fuhr der Rennbolide eXcess über die Ziellinie. Das Ignition Racing Team electric (IRTe) der Hochschule Osnabrück hatte soeben den letzten Wettbewerb auf dem Hockenheimring beendet. „Es gibt nichts Schöneres, als einen Endurance erfolgreich zu beenden. Wir haben es geschafft“, freute sich Swenja Heuer, Teamchefin und Fahrerinnen des IRTe.

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Rennbolide eXcess des IRTe beim Endurance-Rennen (Bild: FSG / Bergan)

Das Endurance-Rennen stellt eine der Hauptdisziplinen des Formula Student-Wettbewerbs dar. Über eine Distanz von 22 Kilometern müssen sich die Rennwagen unter Dauerbelastung beweisen. Jedes Team hat nur einen Versuch, wobei nach der Hälfte der Distanz ein Fahrerwechsel erfolgen muss. Die Krux an diesem Rennen: Es gibt nur dann Punkte, wenn das Auto nach dem Fahrerwechsel weiterfährt und nicht vor Rennende ausfällt. Das IRTe erfüllte diese Bedingungen und erzielte nach 26 Minuten die neuntbeste Zeit aller Elektroboliden.

Nicht nur die gefahrene Zeit bringt Punkte im Gesamtklassement, sondern auch die Energieeffizienz. Hierfür wird der Energieverbrauch in Relation zur Geschwindigkeit gemessen. In dieser Disziplin sicherten sich die Osnabrücker den sechsten Platz.

Bevor jedoch die Freigabe für die Rennstrecke erfolgte, mussten die Renner zur technischen Abnahme, dem Scrutineering. Hier werden Elektro- und Verbrenner-Autos auf Technik und Sicherheit überprüft. Dazu gehören u.a. der Kipptest, bei dem aus einem um 45 Grad gekippten Fahrzeug keine Betriebsflüssigkeiten auslaufen dürfen und der Raintest, bei dem das angeschaltete Fahrzeug zwei Minuten lang Wasser aus allen Richtungen ausgesetzt ist und dabei nicht ausgehen darf.

Das Bestehen der technischen Tests wird mit Stickern auf dem Rennwagen protokoliert. Das IRTe hatte ohne viele Beanstandungen die technische Abnahme überstanden. Doch nach dem zweiten Lauf im Skid Pad, in dem die Fahrzeuge einen Parcours in Form einer Acht abfahren, gab es Probleme mit dem Batteriemanagementsystem. Der Wagen musste in die Box. In einer zähen Nachschicht konnte das Problem glücklicherweise behoben werden. Danach ging es im Acceleration (Beschleunigung über 75m, 8. Platz) und Autocross (Handling-Parcours, 12. Platz) weiter.

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Das Ignition Racing Team electric beim VDI-Stand am Hockenheimring (Bild: VDI)

Bei der FSG gilt es neben der Konstruktions- und Fahrleistung zusätzlich noch mit der Vermarktung des Rennwagens zu punkten. Platz 14 in der Businessplan-Präsentation, Platz 15 in der Kostenanalyse und ein vierter Rang im Design-Report, in dem die Teams ihre konstruierten Lösungen und deren Vorteile vorstellen, sicherte dem IRTe viele Punkte für die Gesamtwertung.

Im Abschlussranking bedeutete das für die Osnabrücker, wie bereits im Vorjahr, einen erfolgreichen sechsten Platz. „Wir sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Damit haben wir die Saisonvorgabe, unter die Top Ten zu fahren, erfüllt“, erzählte Heuer nach dem Event. „ Das bedeutet auch, dass wir uns die direkte Qualifikation für die kommende Saison gesichert haben.“ Bevor die Vorbereitungen für 2016 aber starten, treten die Osnabrücker Ende August, wie auch schon im Vorjahr, noch bei der Formula Student Spain an und peilen dort ebenfalls eine Platzierung in der Top Ten an.

Bei den Formula Student-Events geht es nicht nur um den reinen Wettbewerb. Das zeigt das Miteinander in und zwischen den Teams. Gibt es Probleme mit dem Rennwagen, ist es selbstverständlich, dass auch die Konkurrenz mit Know-how oder Ersatzteilen aushilft. Neben den aktiven Teammitgliedern fuhren bei vielen Teams auch Ehemalige mit zum Hockenheimring, die die Teams vor Ort unterstützten. Die IRTe-Alumni versüßten ihrem Team beispielsweise das Rennwochenende mit Spanferkel und einem riesigen Pool auf dem Campingplatz.

Alle Ergebnisse, Bilder und Videos findet Ihr unter www.formulastudent.de

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Autor: Philipp Busse
Position im VDI: PR-Volontär
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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